09.08.2010 Küstenkanuwandern: Erholung für Körper und Seele? (Gesundheit)

 

Paddeln entlang der Küste kann auch als Auszeit angesehen werden, die seelische Entspannung bietet, die auf ursprüngliche Naturerlebnisse in Verbindung mit körperlicher Bewegung zurückzuführen ist. Anknüpfend an unserem Lebensweg lautet die Devise: Der Weg ist das Ziel. Doch sollten wir nicht unser eigentliches Ziel aus den Augen verlieren. So kann insbesondere das Küstenkanuwandern als äußeres Zeichen für den inneren Weg angesehen werden. Es setzt einen Entwicklungsprozess in Gang, der Verarbeitungsmöglichkeit für lebensverändernde Umstände anstößt.

 

Am besten sammelt man im Urlaub seine ersten Erfahrungen auf der Ostsee. Man nimmt sich eine Auszeit vom Alltag, ist auf dem Weg und doch ganz bei sich selbst. Die Sinne schärfen sich und die Konzentration auf Wesentliches wächst. Auch ohne sportlichen Hintergrund wird die ursprüngliche und entspannte Tour entlang der Küste zur prägenden Erfahrung. Küstenkanuwandern wirkt selbstreinigend. Aus dem unmittelbaren Naturerlebnis wachsen neue Kraftreserven, um Belastungen zu überwinden, Bilanz zu ziehen und sich neu zu orientieren. Die positiven Impulse und gesundheitsfördernden Aspekte des Küstenkanuwanderns sollten trotz – oder gerade wegen (?) -  des Stresses, den die Naturgewalten manchmal bei einem auslösen können, nicht unterschätzt werden. Küstenkanuwandern erscheint als naturverbundene Möglichkeit, um trotz körperlicher Beanspruchung zur Ruhe zu kommen. Gerade als Solo-Paddler kann man entspannt unterwegs sein, auf dem Weg zu sich selbst. Erholung pur ohne Urlaubsstress und hektische Freizeitziele. Um mit sich selbst ins Reine zu kommen und einen langanhaltenden Mehrwert für neue Lebensenergien zu erhalten.

 

Die Konzentration auf sich selbst kommt im hektischen und lauten Alltag oft zu kurz. Wichtig ist daher ein Gegenkonzept: Ruhe, innere Einkehr, Naturverbundenheit in Verbindung mit einfacher körperlicher Betätigung und Selbstversorgung. In der Abgeschiedenheit, weit weg von Land und Leuten, im Rhythmus der Natur und ihrer Gezeiten, lässt man die Zivilisation einfach hinter sich und folgt unbeirrt seinem persönlichen Pfad zur inneren Einkehr.

 

Text: Nach einem Anzeigentext übers Pilgern, erschienen in DIE ZEIT 33/10