27.04.2012 Vorsicht Sonne! (Gesundheit)

 

Die YACHT veröffentlicht ein Interview von U.Janssen mit dem Mediziner Dr. C.Ulrich (Oberarzt am Hauttumorzentrum der Charité) mit dem Titel:

 

„Zack, entsteht Sonnenbrand“

 

zum Thema UV-Strahlung und ihre Gefährlichkeit. Dabei wird manches angesprochen, was uns vielleicht doch nicht so bewusst ist. Wissen wir z.B., dass:

 

Anmerkung:

50 % der UV-Tagesdosis erhalten wir zwischen 11-13 Uhr.

Anmerkung:

85 % der Strahlungsintensität kann von Sand & Wasser reflektiert werden.

Anmerkung:

50 % der UV-Strahlung wirken auch im Schatten und 60 % sind noch 0,5 m unter Wasser wirksam.

Anmerkung:

Übrigens, Je dunkler der Stoff, je dichter das Gewebe, desto besser sein Schutz. Dichte Baumwollkleidung hat einen LSF von ca. 40, leichte dagegen nur von ca. LSF 10. Ein Sonnenhut mit breitem Rand bietet ebenfalls ca. LSF 10

Außerdem gilt: Vorsicht vor Bindehautentzündung, die vergleichbar ist mit der alpinen „Schneeblindheit“. Einen Tag ohne Hut & Sonnenbrille auf dem Meer bei blauem Himmel gegen die Sonne zu paddeln, kann schon ausreichen, um sich eine solche Bindehautentzündung zu holen!

Anmerkung:

Um etwas darüber auszusagen, wie viel man von der Sonnenschutzcreme auftragen sollte, teilt man den Körper in 11 Bereiche auf, z.B. Kopf, linker, Arm, rechter Arm, Brust, oberer Rücken, linker Unterschenkel, rechter Unterschenkel. Möchten wir uns nun optimal vor der Sonne schützen, muss jeder dieser Bereiche mit so viel Sonnencreme eingerieben werden, wie Sonnencreme auf den Zeige- und Mittelfinger passt. Verwendet man beim Eincremen nur so viel Sonnencreme, wie sie auf nur einen Finger passt, vermindert sich die je nach Hauttyp rechnerisch ermittelte Schutzzeit um knapp 50 %.

Übrigens, im 2-Std.-Rhythmus sollte der Sonnencremeschutz regelmäßig erneuert werden. Der Schutzfaktor und die Schutzzeit erhöhen sich jedoch dadurch nicht.

Besonders ist auf den Schutz der Lippen zu achten. Durch häufiges Ablecken ist es i.d.R. erforderlich, den Lippenschutz in einem kürzeren Rhythmus als 2 Std. zu erneuern. Gut, wenn wir dann den Lippenschutzcrem-Stift griffbereit lagern.

 

Vorsicht Sonne! Wenn sie scheint, steigt die Lufttemperatur an, aber das Wasser erwärmt sich nur unmerklich. Wer dann als Kanute seine Kleidung allein von der Lufttemperatur, nicht aber von der Wassertemperatur abhängig macht, der könnte im Falle einer Kenterung spätestens bei Wassertemperaturen von unter +13° C leicht Probleme bekommen, nämlich kurzzeitig für die nächsten 3-5 Minuten einen „Kälteschock“ mit all seinen unangenehmen Nebenerscheinungen (z.B. Atemblockade, unkontrolliert tiefes Einatmen, Hyperventilation (Hecheln), Atemnot, Koordinations-/Gleichgewichtsprobleme) erleiden.

 

Wer den Kälteschock vermeiden will, sollte – wenn er schon nicht wie die WW-Fahrer immer mal wieder rollen will – einfach öfters seine Arme ins kalte Wasser eintauchen und ab & an seinen Kopf und seinen Hut mit dem Wasser, in dem er paddelt, befeuchten.

 

Zusammenfassung: U.Beier

Quelle: YACHT, Nr. 10/12, S.62-65 – www.yacht.de

Link:

www.kanu.de/nuke/downloads/Sonnenschutz.pdf

www.kanu.de/nuke/downloads/Kaelteschockreaktionen.pdf