16.06.2014 Kaltwasserprobleme (Gesundheit)

 

Im SEEKAJAK bringt Christoph Sowa in dem Beitrag:

 

„Ertrinken bei Wassersportunfällen – Cold-Water-Immersion“

 

einen Überblick über die Gefahren, aber auch Chancen nach einem Sturz ins kalte Wasser. Er geht dabei der Frage nach, „welche Kenntnisse (der Kayaker) hat und sind diese korrekt und wissenschaftlich fundiert?“ C.S. gibt vor, „ Auszüge des derzeitigen Standes der Wissenschaft darzustellen. Die im Weiteren verwendeten Quellen sind Fachzeitschriften, die grundsätzlich einen Mindeststandard an das wissenschaftliche Arbeiten erfüllen.“

 

Da ich mich vor Jahren ausgiebig mit diesem Thema beschäftigt habe, z.B.

 

„Großgewässer-Gefahr Nr. 1: Unterkühlung“ (24/01/06)

è www.kanu.de/nuke/downloads/Gefahr-Unterkühlung.pdf

 

hat mich der Beitrag von C.S. neugierig gemacht; denn als medizinischer Laie hatte ich bis auf wenige Ausnahmen nur Zugang zur „Sekundär-„ und „Tertiär-Literatur“. Da war ich natürlich gespannt, was an den dort verbreiteten „sicherlich gut gemeinten“ Erkenntnissen „aktuell, spezifisch und umfänglich richtig (ist).“

 

Um es vorweg zu nehmen, C.S. bringt trotz umfänglichem Fachliteraturstudiums nichts Neues. Weder lassen sich daraus neue Kaltwasser-Empfehlungen ableiten, noch gelingt es C.S. konkrete Vorschläge für das Küstenkanuwandern herauszuarbeiten, die nicht schon seit Jahren bekannt sind. Für mich neu sind lediglich die von C.S. vorgetragenen medizinischen Erklärungen von der Wirkung kalten Wassers auf den menschlichen Körper.

 

C.S. Beitrag liegt die folgende Gliederung zugrunde, die sich an den „Vier Phasen des Ertrinkens“ anlehnt:

 

  1. „Immersionsschock“: Er ist auch als „Kälteschock“ bekannt, der zu Atem- und Kreislaufproblemen führt. In der Kajak-Literatur wurde er erstmals 1991 von M.Avery in der us-amerikanischen Zeitschrift „Sea Kayaker“ vorgestellt!
  2. „Schwimmversagen“: Letztlich handelt es sich hier um eine Folge des 1. Grads der Unterkühlung, die zum Kräfteschwund und zu Koordinationsproblemen führt und dadurch das Schwimmversagen auslöst, was 1994 in einem Video von R.Poole (Institut of Naval Medicine (INM) anschaulich am Beispiel eines Olympia-Schwimmers demonstriert wurde, der nach 10 Minuten Schwimmen im +10° C kalten Wasser nicht mehr in der Lage war, koordinierte Schwimmbewegungen auszuführen! - Für das Küstenkanuwandern hat jedoch dieses „Schwimmversagen“ keine große Relevanz. Wollen wir doch nach einer Kenterung nicht an Land schwimmen, sondern wieder in unser Seekajak steigen, die Spritzdecke schließen, das Wasser aus der Sitzluke lenzen und anschließend weiter paddeln. Im Vordergrund für uns steht daher vielmehr die „schleichende Handlungslähmung“, die schon beim 1. Grad der Unterkühlung eintritt und nicht nur für das „Schwimmversagen“, sondern auch dafür verantwortlich ist, dass wir mit zunehmender Verweildauer im Wasser immer weniger in der Lage sein werden, uns selber zu helfen; einer Erkenntnis, die B.Schenk (Sicherheit an Bord) schon 1995 dazu veranlasste, folgende „Daumen-Regel“ aufzustellen, die für niedrigere Wassertemperaturen gelten soll: „Nutzzeit (in Min.) = Wassertemperatur (in °C)
  3. „Unterkühlung“ Hier werden nunmehr die noch verbleibenden Folgen des 1. Grads, sowie der 2. Grad der Unterkühlungen aufgeführt, nämlich die Erregungsphase/Muskelzittern und die Erschöpfungsphase/Muskelsteife. Auf die Aufzählung des 3. Grad der Unterkühlung (è Lähmungsphase/Muskelstarre!) wird verzichtet.
  4. „Kreislaufreaktion bei und nach der Rettung“: Hier handelt es sich um das Phänomen des „Afterdrop“. Spätestens seit der im Jahr 1979 stattgefunden Segelregatta „Fastnet Race“, als ein Orkan fast alle Segelyachten kentern ließ bzw. schwer beschädigte, ist die Öffentlichkeit auf diese Gefahr des „Bergungstods“ aufmerksam geworden.)

 

Es ist natürlich nichts dagegen einzuwenden, wenn C.S. sich dem Thema der „Kaltwasserwirkungen“ (Immersion Response) widmet – denn darüber kann nicht häufig genug geschrieben werden -, aber es ist unnötig, dabei den Eindruck zu erwecken, dass jene bislang die Kanuten ansprechende Tertiär-Literatur nicht „korrekt und wissenschaftlich fundiert“ ist? Auch hätte ich von einem Beitrag in einem Magazin, das sich an jene wendet, die entlang der Küste paddeln, erwartet, dass er etwas ausführlicher & konkreter auf die folgenden gerade für das Küstenkanuwandern typischen Kaltwasserprobleme eingeht:

 

 

Aber auch:

 

 

Stattdessen schreibt C.S. über Probleme, die eher eine leicht bekleidete, untrainierte Person, die plötzlich in kaltes Wasser fällt, betreffen!

 

Für mich unverständlich ist es auch, dass sich C.S. auf der einen Seite gegen die vielfältigen Vorhersagemodelle ausspricht, die etwas über die voraussichtliche Überlebenszeit in Abhängigkeit zur Wassertemperatur aussagen, da „die Validität (Gültigkeit) und Reliabilität (Zuverlässigkeit) der Vorhersage nicht gewährleistet sind“. Das ist wohl richtig, weil mit diesen Modellen „die ganz konkret zu erwartende Überlebenszeit eines Individuums (nicht vorhergesagt werden kann)“. Dennoch liefern uns diese Modelle Richtgrößen, die uns einen Eindruck darüber vermitteln, wie schnell es gefährlich für uns werden kann, wenn wir unvorbereitet & ungeschützt ins kalte Wasser fallen.

 

Auf der anderen Seite bezieht sich C.S. jedoch am Schluss seines Beitrages doch noch auf ein Vorhersagemodell, das jedoch nicht vager & unpräziser sein kann, nämlich jenes wohl erstmals in Kanada propagierte „1-10-1-Prinzip“, welches als eine Art Faustformel anzusehen ist, die zum Ausdruck bringen soll, dass wir nach einem Sturz ins kalte Wasser:

 

 

Okay, eine solche Faustformel soll uns die Gefahren kalten Wassers näherbringen und darf daher vereinfachen. Von einem „Fachbeitrag“ erwarte ich aber spezifischere Informationen zu diesem Thema, auch wenn die Daten differieren und sich nicht auf einen fitten Küstenkanuwanderer beziehen, der mit Trockenanzug (inkl. angenähten Füßlingen und isolierender Unterwäsche), Neo-Haube sowie Schwimmweste bekleidet ist und i.d.R. durch den spritzenden Seegang abgekühlt wurde, bevor er kenterte und dann im brechenden Seegang seinen Wiedereinstieg vorbereitet, z.B.:

 

„Überlebenszeit bei 50%-iger Überlebensrate“ bei +5° C (bzw. +10° C) Wassertemperatur:

(Quelle: INM-Report, No. 97011 von 1997)

 

Zeit bis zur Handlungsunfähigkeit („usefull consciousness“) bei +5° C (bzw. +10° C Wassertemperatur:

(Quelle: W.W.Forgey, The Basic Essentials of Hypothermia (1996, S.51))

 

Erwartete Überlebenszeit bei +10° C Wassertemperatur:

(Quelle: M.Zen, Hypothermia Fundamentals (1998))

 

Erwartete Überlebenszeit für verschiedene Personen-Typen bei +5° C (bzw. +10° C Wassertemperatur: (Annahme: leicht bekleidete, untrainierte Person)

(Quelle: J.S.Hayward, Immersion Hypothermia (1986))

 

Text: Udo Beier

Quelle: SEEKAJAK, Nr. 139/14, S.7, 24-27 www.salzwasserunion.de

 

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Exkurs:

 

Was Interessantes & Wissenswertes bringt nun C.S. in seinem SK-Beitrag:

 

zu 1. „Immersionsschock“:

 

Er wird ausgelöst durch die Benetzung der Haut mit Wasser. Dabei gilt: Je mehr Haut nass wir und je kälter das Wasser ist, desto größer ist die Schockreaktion. Bei Wassertemperaturen von unter 25° C kann der „Immersionsschock“ beobachtet werden. Unter 15° C wird es dann gefährlich. Der Kälteschock kann innerhalb von 2 Sekunden auftreten und dann einige Minuten anhalten.

 

Er wirkt sich auf die Atmung aus (è unkontrollierte Schnappatmung, unkontrolliertes Einatmen, erhöhte Atemfrequenz, erhöhtes Atemvolumen, stark beschränktes Luftanhaltevermögen). Wird dabei Wasser eingeatmet, besteht Lebensgefahr, und zwar auch dann, wenn die betroffene Person anfänglich nicht verhaltensauffällig ist.

 

Der Kältereiz kann aber auch eine Kreislaufreaktion (è Anstieg von Herzfrequenz und Blutdruck; Störung der Durchblutung des Gehirns) hervorrufen. Gesundheitlich „vorbelastete Menschen“ (è hierzu gehören sicherlich auch manche 60-70-jährige (?!)) können dabei einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleiden ... und wir anderen gegebenenfalls Bewusstseinsstörungen.

 

www.kanu.de/nuke/downloads/Seenotfallanalyse-IX.pdf (06/10/05)

 

Übrigens, der in der in der älteren Literatur erwähnte „Tauchreflex“ (è totale Atemblockade beim plötzlichen Untertauchen in kaltes Wasser) wird bei Erwachsenen durch die anderen Kaltwasserreflexe verdrängt. Und die häufig erwähnten „Gleichgewichtsstörungen“ werden ebenfalls nur selten beobachtet.

 

Als Antwort auf den Immersionsschock empfiehlt C.S. das Tragen einer „gut sitzenden Schwimmweste“, damit der Kopf leichter über Wasser zu halten ist, und das Überstülpen einer „geeigneten Kopfhaube“. An anderer Stelle wird noch von „geeigneter Bekleidung“ gesprochen, ohne das weiter zu konkretisieren.

 

Ebenfalls wird darauf hingewiesen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse dafür sprechen, dass schon nach 7 Tagen tägliches kaltes Duschen zu Hause zur Abhärtung beitragen kann (è Das hat mir mein Vater schon vor über 60 Jahren empfohlen! Weil ich mich daran nicht gehalten habe, paddle ich nun selber sogar im Sommer vielfach mit Trockenanzug.) Leider vermisse ich einen weiteren Tipp meiner Eltern gegen den Kälteschock, nämlich die Abkühlung bevor ins kalte Wasser gesprungen wird. Vielleicht ist das auch ein Grund, dass bei den WW-Kanuten „Cold-Water-Immersion“ kein großes Thema ist, obwohl im Sommer vielfach auf Gebirgsbächen gepaddelt wird, deren Wasser nicht viel wärmer als 6° C ist; denn bevor es los geht, wird sich erst einmal abgekühlt, z.B. per Rolle. … und zum Schluss einer Tour darf die „Abschlussrolle“ auch nicht fehlen, letztlich:

 

 

Zum Schluss weist C.S. zu Recht auf die Psyche hin. D.h. es ist wichtig ist zu wissen, dass es diese Schockreaktionen gibt und dass diese nur wenige Minuten anhalten. D.h. „für Panik gibt es gar keinen Grund!“ Aber was in solch einer Situation zu tun ist, erfahren wird nicht.

 

Ich selber habe schon insgesamt viermal einen solchen „Immersionsschock“, richtiger „Submersionsschock“ erlebt; denn bei einer Kenterung tauchen wir Küstenkanuwanderer zunächst einmal mit unserem Kopf unter Wasser, im Gegensatz zu vielen Flusswanderpaddlern, die sich bei einer Kenterung keine nassen Haare holen, da sie rechtzeitig aus ihrer Sitzluke fallen! Und was passierte mir dann nach der Kenterung? Nun, Atemprobleme dominierten mein Handeln:

 

 

Wie jedoch auf Kreislaufproblemen zu reagieren ist, dazu habe ich in der Literatur aber auch bei C.S. nichts finden können. Vielleicht ist dabei „Autogenes Training“ von Nutzen?!

 

zu 2. „Schwimmversagen“:

 

Mit zunehmender Verweildauer im kalten Wasser „verringert sich die Muskelkraft rapide, ebenso sinkt die Geschwindigkeit der Muskelkontraktion.“ Außerdem verlangsamt sich unser Reaktionsvermögen. Es fällt uns dann z.B. immer schwerer, die Einatmung und die Schwimmbewegungen zu synchronisieren. Die Folgen: „Mund- und Nasenraum können nicht mehr gezielt über dem Wasser gehalten werden.“ Irgendwann passiert es dann, dass Wasser eingeatmet wird.

 

Aber das „Schwimmversagen“ ist nur eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist die zunehmende „Handlungslähmung“ des „Kenterbruders“, denn mit zunehmender Auskühlung wird ihm:

 

 

immer schwerer fallen. Solch konkrete Beispiele aus dem Tourenalltag sucht man jedoch bei C.S. vergebens, wie auch den Hinweis, dass aus der Sicht des Wanderpaddelns statt von „Schwimmversagen“ eher von „Handlungslähmung“ gesprochen werden sollte; denn wir Kanuten wollen doch nach einer Kenterung wieder einsteigen und weiter paddeln, statt an Land zu schwimmen.

 

zu 3. „Unterkühlung (Hypothermie)“:

 

„Eine Unterkühlung entsteht, wenn (auf Dauer) mehr Körperwärme verloren geht als der Mensch erzeugen … und zurückhalten kann.“ Wann sie einsetzt, hängt lt. C.S. von den folgenden Umgebungsvariablen ab:

 

 

Dabei lässt er z.B. die folgenden Faktoren außer Acht:

 

 

Bei der Unterteilung des Ausmaßes der Unterkühlung unterscheidet C.S. zwei Phasen, nämlich:

 

  1. das „Abwehrstadium“, welches am Muskelzittern zu erkennen ist,
  2. das „Erschöpfungsstadium“, welches dann eintritt, wenn „alle Energiereserven erschöpft sind und das Muskelzittern aufhört“.

 

In der Literatur werden wohl noch die „Lähmungsphase“ aufgeführt und die kritischen Temperaturgrenzen erwähnt (1. Grad: bis +34° C; 2. Grad bis + 30° C und 3. Grad unter +30° C Körperkerntemperatur), aber C.S. verzichtet bewusst darauf, da das für uns Laien nicht von Relevanz ist. Warum nun C.S. darauf verweist, dass Untersuchungen zur Cold-Water-Immersion (d.h. ohne Untertauchen des Kopfes) den Schluss nahe legen, dass bei +5° C Wassertemperatur das Absinken der Körperkerntemperatur mit einer Rate von 0,06° C pro Minute erfolgt, ist mir nicht verständlich; denn um daraus Schüsse zu ziehen, müssten der Leser seines Beitrages doch wissen, bei welchem Unterkühlungsgrad welche Körperkerntemperaturen vorherrschen. Nur dann könnte er erkennen, dass bei +5° C Wassertemperatur die Körperkerntemperatur nach jeder Stunde um 3,6° C zurückgeht, d.h. nach einer Stunde ist die Kerntemperatur von 36,7° C auf 33,1° C gesunken (è das „Erschöpfungsstadium ist erreicht) und nach der zweiten Stunde auf 29,5° C (è das „Lähmungsstadium“ ist erreicht). Leider stellt C.S. diese Rechnung nicht an. Auch begnügt er sich in seinem SK-Beitrag mit dem Hinweis, dass „zügig geeignete Maßnahmen eingeleitet werden“ sollten, ohne jedoch konkrete Maßnahmen zur Erhöhung der Körperkerntemperatur aufzuführen

 

Übrigens, wen die Schilderung der Folgen einer Kenterung eines mit 15 Personen besetzten Drachenboots bei +2° C Wassertemperatur interessieren, der möge den folgenden Beitrag downloaden:

 

www.kanu.de/nuke/downloads/Seenotfallanalyse-XII.pdf

 

Von den 15 Personen erreichten 5 Personen das „ferne“ Ufer, 2 Personen retteten sich auf einer Eisscholle. 7 Personen wurden ohnmächtig aus dem Wasser geborgen, wobei 3 von ihnen wahrscheinlich bleibende Schäden erlitten. 1 Person, die beim Drachenboot zurückblieb, konnte erst nach Tagen gefunden werden.

 

zu 4. „Kreislaufreaktionen während und nach der Rettung“:

 

Hier geht es um das Phänomen des „Afterdrops“, d.h. einem „Temperaturabfall im Körper durch die Durchmischung von Blutmengen der Körperschale mit dem Blutvolumen des Körperkerns“, wobei dieser Temperaturabfall eintritt, nachdem die betroffene Person z.B. aus dem kalten Wasser geholt wird. Die Folgen: lebensbedrohliches „Herzkammerflimmern“, der im Herz-Kreislauf-Stillstand enden kann. Deshalb wird in der Literatur auch von „Bergungstod“ gesprochen. C.S. warnt vor allen Maßnahmen, die zu einer solchen Blutdurchmischung führen können, z.B.:

 

 

Quintessenz

 

C.S. weckt mit seinem umfangreichen Literaturverzeichnis ausschließlich englisch-sprachiger Quellen Erwartungen, die er nicht erfüllen kann; denn eigentlich bringt er nichts, was nicht schon in den letzten Jahren selbst in Medien ihren Niederschlag gefunden haben, die auch von Kanuten genutzt werden.

 

Außerdem äußert sich C.S. nur sporadisch darüber, auf welche Kälteschutzmaßnahmen Kanuten zurückgreifen können. Zum Punkt „Unterkühlung“ verweist er lediglich auf ein einziges Ausrüstungsteil, nämlich die „Feststoffschwimmweste ohne zentralen Reißverschluss“, da sie „den Wärmeverlust des Körpers durch permanent am Körper vorbei strömendes Wasser vermindert.“ Wer mehr über Kälteschutzmöglichkeiten erfahren möchte, der muss auf den SKF-Beitrag von C.S. zurückgreifen:

 

„Kaltwasserwirkung bei Wassersportunfällen“

www.seekajakforum.de/wissen/kaltwasser.pdf

 

oder sich woanders informieren, z.B. bei

 

www.faltboot.org/wiki/index.php/Kälteschutz

 

Stattdessen referiert C.S. über eine mit Hilfe eines mathematischen Modells gewonnene medizinische Erkenntnis, die besagt, dass der Wärmeverlust über den Kopf z.B. wegen „Kopfschwarte“, „Schädelknochen“ und „Gehirnflüssigkeit“ gar nicht so groß ist. Was will er damit zum Ausdruck bringen? Sollen wir also beim Kaltwasserpaddeln auf unsere Neo-Haube verzichten bzw. können wir sie spätestens nach Abklingen des Kälteschocks ausziehen?!

 

Schließlich vermisse ich im SK-Beitrag von C.S. die konkrete Aufführung von Maßnahmen zur Überwindung der Unterkühlung. Stattdessen setzt er sich zusätzlich noch mit den verschiedenen „Arten des Ertrinkens“ und dem „Adult Respiratory Distress Syndrom“ auseinander, fasst sich dabei aber recht kurz, letztlich weil der Laie daraus sowieso keine relevanten Erkenntnis ableiten kann! Es wäre hier sinnvoller gewesen, die in seinem SKF-Beitrag aufgeführten Erstmaßnahmen bei Unterkühlung kurz wiederzugeben. (U.B.)