09.10.2014 Fahrtenberichte: Wie & Was? (Literatur)

 

Wie schreiben wir einen „guten“ Fahrtenbericht? Was sollte nicht fehlen?

 

Nun, „Neulinge“, also jene (meist) Paddelanfänger, die noch für alles, was mit Paddeln zu tun hat, aufgeschlossen sind, bzw. die das vorgestellte Revier nicht kennen, aber mehr darüber erfahren möchten, denen aber die Kompetenz noch fehlt, sich selber Infos über das Revier einzuholen, die nehmen eigentlich jede Info über jedes Revier dankbar auf.

 

Die anderen aber, quasi die Seebären, die schon mehrere Jahre lang Fahrten unternehmen und schon –zig Fahrtenberichte gelesen haben, die dürften eigentlich keine Lust mehr haben, sich durch Fahrtenberichte zu „quälen“, in denen immer wieder – etwa in Tagebuchform bzw. in der Art eines „Schulaufsatzes“ – zu lesen ist:

 

 

Was zeichnet also einen „guten“ Fahrtenbericht aus, der nicht nur bloß von „Neulingen“ gelesen werden soll, sondern von der Mehrheit der Kanuten, die schon etwas längere Zeit in ähnlichen Revieren gerne paddeln, über die berichte wird?

 

  1. Ja, an erster Stelle stehen ein paar Fotos, die typisch für das in dem Bericht vorzustellende Revier sind. Sie sollen die Aufmerksamkeit auf den Bericht lenken und verhindern, dass der Leser den Beitrag einfach überblättert.
  2. An zweiter Stelle steht eine Kartenskizze von dem Revier, wo gepaddelt wird. Der Ausschnitt der Karte sollte sich erkennbar auf das Gebiet beschränken, wo gepaddelt wird, also nicht bloß „briefmarkengroß“ sein bzw. z.B. ganz Skandinavien zeigen, wenn nur ein auf einem Fjord in Norwegen gepaddelt wird. Übrigens, kommerzielle Zeitschriften tun dabei gut daran, die Dienste von Kartographen (z.B. Jübermann) in Anspruch zu nehmen; denn anscheinend bin nicht nur ich, sondern sind auch viele anderen „Amateur-Schreiber“ heutzutage noch nicht in der Lage, aus dem Internet einen copyright-freien Kartenausschnitt auszuwählen und in ihre Berichte zu kopieren.
  3. An dritter Stelle sollte in dem Beitrag klar & deutlich erkennbar sein, welche Etappen täglich gepaddelt wurden und wie lang sie waren. Wenn die konkreten Übernachtungsplätze nicht offengelegt werden sollen, ist das wohl schade, aber verständlich und zu akzeptieren.
  4. Anschließend müssten an vierter Stelle ein paar „Kurz-Infos“ z.B. über zu erwartenden Gewässerschwierigkeiten, nötige Ausrüstung, empfehlenswertes Kartenmaterial, Zugang zu lokalen Wetterberichten, Versorgungsmöglichkeiten, Parkmöglichkeiten der am Startort zurückgelassenen Autos und etwaige Befahrungs-/Übernachtungsregelungen, gegebenenfalls auch weitere Literatur gebracht werden.
  5. Erst an fünfter Stelle steht meines Erachtens der verbale Fahrtenbericht, wobei von zentralem Interesse weniger die chronologische Schilderung des Paddelalltags als die Aufzählung „Besondere Vorkommnisse“ sein sollte. Wenn dann noch eine abwechslungsreiche Schilderung des Fahrtenablaufs gebracht wird, ist das okay. Nicht okay ist es dagegen, wenn z.B. Karten & Etappen fehlen und wir uns mühsam durch den Beitrag lesen und durch Google Earth surfen müssen, um herauszubekommen, wo überhaupt gepaddelt wurde. Das macht die Leserschaft ein paar Mal mit, bis sie die Lust verliert, solch „Abhandlungen“ zu lesen …. außer die gebrachten Fotos sind so gelungen und machen einen neugierig auf(s) ME(E/H)R!

 

Text: Udo Beier