08.12.2001 Wattenmeerkonferenz in Esbjerg (Natur)

Etwa 10.000 Schweinswale verenden jährlich als Beifang in den Stellnetzen der Industriefischerei, auch Gammelfischerei genannt. Das sind 2,5 Prozent des Schweinswalbestandes in der Nordsee, der auf 400.000 Tiere geschätzt wird. Naturschutzorganisationen sehen die Population deshalb langfristig bedroht. Auf der 9. Trilateralen Regierungskonferenz zum Schutz des Wattenmeeres trafen sich am 31.10.01 in Esbjerg Regierungsvertreter der drei Wattenmeer-Länder. Sie beschlossen, dass die Beifänge nicht mehr als 1,7 Prozent des Walbestandes umfassen sollen - ein Wert, der nach Ansicht von Experten für die Population gerade noch verträglich ist.

Die Entscheidung, ob das Wattenmeer als Welterbe bei der UNESCO angemeldet werden soll, wurde vertagt, weil noch nicht alle betroffenen Gemeinden über das Thema entschieden hatten. Das Beteiligungsverfahren soll weitergeführt und in zwei Jahren abgeschlossen werden.

Das Wattenmeer wird als besonders empfindliches Meeresgebiet bei der Internationalen Schifffahrtsorganisation IMO angemeldet. Das Gebiet des zukünftigen PSSA ("Particularly Sensitive Sea Area") umfasst die existierenden Wattenmeer-Schutzgebiete. Bisher gibt es nur zwei ausgewiesene PSSA auf der Erde: das Great Barrier Reef vor Australien und ein Gebiet in der Karibik.

Quelle: NATIONALPARK NACHRICHTEN, Nr. 12/01, S.3;

www.wattenmeer-nationalpark.de