22.03.2002 5. Nordseeschutz-Konferenz (Natur)

Die Nordseeanrainerstaaten wollen einen Rettungsplan zum Schutz der bedrohten Schweinswale entwickeln. Darauf einigten sich die Minister zum Abschluss der 5. Internationalen Nordseeschutz-Konferenz in Bergen (Norwegen). Kurzfristiges Ziel ist es, die Beifänge der Schweinswale und anderer Arten in den Fischereinetzen deutlich zu verringern. Deutschland hatte sich auf der Konferenz intensiv für schnelle Maßnahmen zum Schutz der Meeressäuger eingesetzt. Bundesumweltminister Jürgen Trittin begrüßte das Ergebnis: "Dies ist ein deutliches Signal an die europäischen Fischereiminister, bei der anstehenden Reform der EU-Fischereipolitik Umweltbelange noch stärker zu integrieren." Trittin wertete die Beschlüsse der Konferenz als einen wesentlichen Fortschritt für einen umfassenden Schutz der marinen Umwelt.

Neben einer Verbesserung der Fischereimethoden zum Schutz der bedrohten Schweinswalbestände einigten sich die Konferenzteilnehmer auf die Einführung eines Ökosystemansatzes sowie auf Maßnahmen zum Schutz vor den Gefahren gentechnisch veränderter Organismen und zur Schifffahrt.

Die Konferenz beschloss, bis zum Jahre 2010 in der Nordsee ein Netz von Schutzgebieten zu schaffen. Dieses wird dazu beitragen, die Vielfalt von Arten und Lebensräumen im Meer zu erhalten. Aus Vorsorgegründen sprachen sich die Minister gegen die Freisetzung gentechnisch veränderter Meeresorganismen in die Meeresumwelt aus, da solche Organismen aus der Meeresumwelt praktisch nicht zurückgeholt werden können. Bundesumweltminister Trittin betonte auch, dass alles unternommen werden müsse, um zu verhindern, dass gebietsfremde Arten über die Schifffahrt oder die über Aquakulturorganismen in die Nordsee eingeschleppt werden. Dafür sollten entsprechende Verfahren erarbeitet werden.

Ein Signal wurde auch für einen umwelt- und naturverträglichen Ausbau von Windenergieparks auf See gesetzt. Der Ausbau der Windenergienutzung soll unter Berücksichtigung des Meeresumweltschutzes erfolgen, wie dies auch in der Strategie der Bundesregierung enthalten ist. In Deutschland geht der Ausbau mit ökologischer Begleitforschung einher.

Im Bereich der Seeschifffahrt sollen die bestehenden Übereinkommen dahingehend überprüft werden, ob für die Haftung bei Umweltschäden Ergänzungen notwendig sind. Um Umweltstraftaten wirkungsvoll verfolgen zu können, sollen die auf solche Tatbestände spezialisierten Strafverfolgungsbehörden international zusammenarbeiten. Angestrebt wird ferner, den Schwefelgehalt in Schiffstreibstoffen weltweit weiter zu reduzieren und die Anforderungen an Einleitungen von Chemikalientankern zu verstärken.

Quelle: BMU-Pressedienst Nr. 72/02 - www.bmu.de/presse