08.05.2002 Jetzt bitte Brutvögel schonen! (Naturschutz)

An der gesamten deutschen Waterkant ist die Brutzeit der Seevögel in vollem Gang! Auch gefährdete Arten, wie die aus bis zu 14 000 km Entfernung von Südafrika und aus der Antarktis anreisenden Seeschwalben sind dieser Tage an den Nationalparken Wattenmeer eingetroffen und haben stellenweise mit dem Brutgeschäft begonnen.

Gleichzeitig locken Feiertage und verlängerte Wochenenden zunehmend Kurzurlauber zum Wandern und Spazierengehen ans Meer. Die Schutzstation Wattenmeer bittet ... daher bei Deich und Wattspaziergängen um besondere Rücksichtnahme gegenüber der sensiblen Vogelwelt.

Besonders bei regnerischem, kühlen Wetter kann eine kurzfristige Verschreckung der Altvögel von ihrem Gelege das Aus für den Nachwuchs bedeuten oder ein Ansiedeln brutbereiter Vögel verhindern. Anfang Mai treffen die gefährdeten Seeschwalben und einige andere Arten ihre Nistplatzwahl und sind besonders störanfällig gegenüber umherstreifenden "Zwei- und Vierbeinern". Auch für warme Tage können die Naturschützer keine Entwarnung geben, da dann direkt der Sonne ausgesetzte Gelege leicht überhitzen können.

Unkundige Kurzurlauber, die nicht zögern Schilder und Zäune zu übersteigen, um ein ungestörtes Plätzchen in Vorland, Heide-, Strand- oder Dünengras für ihr erstes Freiland-Nickerchen des Jahres zu ergattern, ... sind daher zu dieser Jahreszeit eine besondere Gefahr für die Seevogelwelt. "Anders als die baumbrütenden Singvögel des Binnenlandes, legen Seevögel ihre Nester direkt am Boden an. Manche Arten haben sich dabei besonders auf sandige Küsten spezialisiert und sind daher durch den zunehmenden Freizeitdruck auf die begehrten Liegeplätze stark im Bestand gefährdet. Im Mai registrieren wir die höchste Vogeldichte des Jahres an der

Wattenmeerküste, weil neben den Brutvögeln auch noch viele Zugvögel im Gebiet sind", sagt Lothar Koch, Sprecher der Naturschutzgesellschaft und bittet um Fairneß gegenüber der Nordseenatur.

Quelle: Online-Wattreport v. 08.05.02

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