01.08.2002 Sandforschung (Ausbildung)

In der ZEIT berichtet M.Rauner in dem Beitrag "Weltformel für Körnchenmuster. Die Sandforschung macht Fortschritte. Physiker haben die Mechanismen der Rippelbildung ergründet" einiges über die Materie "Sand":

"Sand ist ein eigenartiges Phänomen: Nicht fest, nicht flüssig - und niemand weiß, warum man aus nassem Sand Burgen bauen kann, den trockenen aber durch die Sanduhr fließen sieht." "Sand ist granulare Materie, der vierte Aggregatszustand." Die englische Physikerin Hertha Ayrton hat Anfang des 20. Jhrd. als erste "Ursprung und Wachstum von Rippelmustern" erforscht, indem sie gemahlenen Pfeffer ins Wasser streute und dadurch die Strömung sichtbar machte. Ihre Erklärung gilt bis heute noch:

"Wenn das Wasser über die kleinen Sandhügel strömt, bilden sich dahinter Turbulenzen, die den Sand aus den Kuhlen und den Hängen auf die Hügelchen häufen. Die Rippel wachsen, bis sie sich gegenseitig den Sand abgraben. Die Rippelformung an glatten Sandoberflächen wird durch zufällig mitgeschwemmte Körner ausgelöst. In deren "Windschatten" sammeln sich andere Körner an."

Ob jedoch die winddgeformten Dünenhügel und die wassergeformten Sandrippel denselben Gesetzen folgen, darüber sind sich die Experten nicht einig.

Joachim Krug (Uni Essen) hat den Sandtransport zwischen den einzelnen Rippeln im Wasser berechnet und dafür eine mathematische Funktion (sog. "Räuberfunktion") gefunden. Sie beschreibt, wie viel Sand ein Rippel seinem Nachbarn in einem Zyklus der Wasserbewegung raubt. "Oszilliert das Wasser stärker hin und her, werden einzelne Rippel von ihren Nachbarn regelrecht aufgefressen."

Übrigens, die Versandung von Flussmündungen und Gatts hängt auch von den Rippeln ab. "Je größer die Hügel am Grund (des Wasserstroms), umso turbulenter das Wasser." Je flacher das Wasser dort ist, desto mehr bekommt der Küstenkanuwanderer davon etwas mit, und zwar entweder als Stromkabbelung bzw. als Grundsee.

Quelle: DIE ZEIT v. 01.08.02, S.30.