01.05.2003 Windenergie auf See (Natur)

"Die erste Forschungsplattform für den Ausbau der Windenergie auf hoher See soll in diesem Sommer 45 km nördlich der Insel Borkum in 28 m tiefem Wasser ihren Betrieb aufnehmen. Die Stahlkonstruktion erreicht vom Meeresboden bis zur Spitze des 100 m hohen Windmessmastes die Ausmasse des Hamburger Michels. Das Bundesumweltministerium wird den Offshore-Ausbau der Windenergie mit einem umfangreichen wissenschaftlichen Forschungsprogramm begleiten. Als Grundlage für die Erhebung von Daten der Meeresumwelt werden Meeresplattformen in Nord- und Ostsee errichtet, für deren Bau das Bundesumweltministerium insgesamt 15,3 Millionen Euro zur Verfügung stellt.

Die Bundesregierung hat in ihrer Strategie festgelegt, dass der Ausbau der Windenergie auf See umwelt- und naturgerecht erfolgen muss. Auf der Forschungsplattform sollen ökologische Untersuchungen durchgeführt werden, um gesicherte Erkenntnisse über die Auswirkungen von Windparks auf die Meeresumwelt zu erhalten. Mit Hilfe von Radargeraeten soll der Vogelzug über der Nordsee erfasst werden, um Einflüsse auf die Zugvögel zu erkunden. Auch Veraenderungen der tierischen und pflanzlichen Lebensgemeinschaften im Meeresboden in der Umgebung der Plattform werden untersucht. Die Entwicklung des Bewuchses an der Stahlgründung der Plattform im Wasser - aehnlich wie an einem Schiffswrack - soll mit einer ferngesteürten Videokamera beobachtet werden, um Erkenntnisse zu gewinnen, ob und wie Windparks auf See die Nahrungsketten von Flora und Fauna beeinflussen können.

Die Meeresplattform soll mit modernsten Messgeraeten und ausgestattet werden. Diese sollen Informationen über die Windverhaeltnisse auf See und über die Kraefte von Wind und Wellen, denen solche Anlagen in 20 bis 30 Metern Meerestiefe standhalten müssen, liefern."

Quelle: BMU Pressedienst Nr. 63/03 v. 30.04.03 - www.bmu.de/presse