01.10.2003 Überfischung und Artenzusammensetzung in der Nordsee (Natur)

In WATTREPORT ist der folgende Beitrag erschienen:

"Kleine Fische. Überfischung Ursache für die Änderung der Artenzusammensetzung in der Nordsee"

"Bei einer Auswertung von Fischereidaten der zurückliegenden 30 Jahre kommt Niels Daan vom fischereiwissenschaftlichen Institut der Niederlanden in Ijmuiden zu dem Ergebnis, dass die Fische in der Nordsee immer kleiner werden. Nicht nur die Größe der gefangenen Fische selbst hat im Durchschnitt abgenommen, sondern auch die kleineren Arten dominieren die Fänge mehr als früher. Frühere Untersuchungen haben den Hauptaugenmerk auf die wirtschaftlich interessantesten Fischarten gelegt, so dass dieser Trend den Forscherkollegen bislang durch die Lappen gegangen ist.

Eine mögliche Ursache ist die Überfischung der Nordsee, die dazu führt, dass kleinere Arten durch den Wegfang von Räubern bzw. Nahrungskonkurrenten eine größere Überlebenschance haben als z.B. große Kabeljau oder Seehechte. Aber auch die globale Erwärmung könnte mit dazu führen, dass kleinere wärmeliebendere Fischarten verstärkt in die Nordsee einwandern und so einen Einfluss auf die Artzusammensetzung haben. Veränderungen in der Artzusammensetzung sind kaum oder nur auf sehr lange Sicht wieder rückgängig zu machen.

Die Schutzstation sieht sich durch die Untersuchung in ihren Forderungen nach einer nachhaltigen Fischereipolitik im Nordseeraum bestätigt. Es sind in den letzten hundert Jahren diverse Großfischarten im Wattenmeer ausgestorben wie z.B. Nagel- oder Stechrochen. Nur die konsequente Einrichtung und Überwachung von Fischereischutzzonen kann verhindern, dass wirtschaftlich intensivst genutzte Arten wie Kabeljau ihnen nachfolgen.

Quelle: WATTREPORT, Nr. 9/03 - www.schutzstation-wattenmeer.de