26.11.2003 Übersichtsbeitrag über Wale, Delfine & Tümmler (Natur)

 

Auf der Homepage des WWF findet man den folgenden Beitrag über Wale & Co., wobei zusätzlich noch weitere Information über insgesamt 17 Walarten abgerufen werden können:

 

„Es gibt über 80 Arten von Walen, Delfinen und Tümmlern. Sie gehören zur selben taxonomischen Ordnung, nämlich den Waltieren (Cetaceen). Waltiere sind Säugetiere, die im Laufe der Evolution wieder vom Land ins Wasser "gegangen" sind. Sie sind die am stärksten ans Wasserleben angepaßten Säugetiere und bringen sogar ihre Jungen unter Wasser zur Welt.

 

Ihre verwandtschaftlichen Beziehungen zu den übrigen Säugetieren sind nur noch schwer erkennbar. Die Urwale waren wohl verwandt mit primitiven Huftieren. Eine nähere Verwandtschaft mit beispielsweise Seekühen, denen sie äußerlich ähnlich sehen, besteht nicht. Diese Ähnlichkeiten beruhen auf Konvergenz: Im Zuge der Evolution haben sich die Körper beider Tiergruppen in ähnlicher Weise an den Lebensraum Meer angepasst.

 

Im Gegensatz zu Fischen brauchen Meeressäugetiere wie Wale, Delfine und Tümmler Luft zum Atmen und müssen deshalb in regelmäßigen Abständen auftauchen. Dabei atmen die Waltiere nicht durch ihr Maul, sondern durch Nüstern, die sich im Lauf der Evolution zu einem einzelnen oder einem doppelten Blasloch an der Kopfoberseite entwickelt haben. Bartenwale haben zwei Blaslöcher, während Zahnwale, zu denen Delfine und Tümmler gehören, nur eines haben.

 

Wie andere Säugetiere auch haben Waltiere Milchdrüsen und säugen ihre Nachkommen. Walmilch ist so gehaltvoll, dass ein säugendes Blauwalkalb jeden Tag 90 Kilogramm zunehmen kann.

 

Waltiere halten sich ihr gesamtes Leben im Wasser auf. Einige Walarten verbringen den Großteil ihres Lebens allein, während andere in Familienverbänden, den so genannten „Schulen“, leben.

 

Es gibt über 80 Arten von Walen, Delfinen und Tümmlern. Zwölf der Walarten haben keine Zähne, sondern Barten, mit denen sie Nahrung aus dem Wasser sieben. Die Bartenwale werden zusammen mit dem Pottwal zur Gruppe der Großwale zusammengefasst. Furchenwale („Rorqual Whales“ oder "Rote Wale") sind eine Untergruppe der Bartenwale. Zu ihnen gehören Mink-, Bryde-, Buckel-, Sei-, Finn- und Blauwale. Der Name kommt von den Furchen am Hals der Wale, die sich beim Fressen wie ein Akkordeon ausdehnen und dabei rosa Haut zeigen.

 

Bartenwale

 

Bartenwale haben zwei Blaslöcher zum Atmen und Barten statt Zähne. Von jeder Seite ihres Gaumens wachsen hunderte von langen Bartenplatten herunter. Gemeinhin als „Fischbein“ bekannt sind Barten eigentlich flexible Keratinstreifen - die selbe Substanz, die man auch in menschlichen Haaren und Fingernägeln findet.

 

Diese Bartenplatten liegen 1 bis 3 Zentimeter auseinander und sind mit haarigen Fasern gesäumt, die zusammen ein Sieb bilden, durch das die Wale Beute wie Krill, Plankton und andere Kleinorganismen aus dem Wasser sieben. Der Wal lässt Wasser in sein Maul strömen, das seine Beutetiere enthält, schließt sein Maul und drückt das Wasser zwischen den Bartenplatten mit seiner Zunge wieder hinaus. Die Nahrung ist gefangen und wird geschluckt. Manche Wale können auch mit geöffnetem Maul schwimmen und dabei ständig Nahrung filtern. Im Gegensatz zu Zähnen wachsen Barten während der ganzen Lebensdauer des Wals weiter, da sich die Ränder ständig abnützen.

 

Die meisten Bartenwale fressen hauptsächlich während vier oder fünf Monaten des Jahres in den kühleren, nahrungsreicheren Gewässern rund um die Pole der Erde. Dort kann ein großer Wal jeden Tag zwei Tonnen Futter fressen. Die Wale fressen diese Mengen, um eine dicke Fettschicht (den Blubber), aufzubauen, die als Energiereserve dient und sie durch den nahrungsarmen Teil des Jahres bringt. Wenn sie nämlich zur Fortpflanzung in den Süden wandern.

 

Viele der Bartenwal-Arten wandern jährlich zu ihren Fortpflanzungsgründen in tropischen oder suptropischen Gewässern. Für viele Wale bedeutet das eine Reise von mehreren tausend Kilometern. Im Frühling wandern die Wale dann zurück in die polaren Gewässer, um zu fressen und um in der nächsten Saison zum Kalben in wärmere Gewässer zurückzukehren. Bartenwale paaren sich und zeugen Nachwuchs im 2-Jahres-Rhythmus.

 

Während der Wanderung zurück in die Nahrungsgründe werden die Kälber mit der reichhaltigen Muttermilch gesäugt. Dort angekommen, werden sie entwöhnt und lernen, wie die erwachsenen Tiere zu fressen. Je nach Art hat das Muttertier dann eine 5-monatige Ruhephase in ihrem Fortpflanzungszyklus.

 

Zahnwale

 

Das Vorhandensein von Zähnen und das einzelne Blasloch unterscheidet Zahnwale von Bartenwalen, die zwei Blaslöcher haben. Beinahe 90 Prozent der Walarten sind Zahnwale. Die meisten sind kleine Delfine und Tümmler. Es gibt jedoch einige große Zahnwale, wie beispielsweise den Schwertwal und den Pottwal, der bis zu 18 Meter lang werden kann.

 

Zu den in arktischen und subarktischen Gewässern vorkommenden Zahnwalen gehören der Narwal, der Beluga und der Schwertwal. Andere Zahnwale (Delfine und Tümmler) können auch in nördlichen Gewässern vorkommen.

 

Die meisten Zahnwale orten ihre Nahrung durch Echolot. Eine Reihe von niederfrequenten Klicks, ein so genannter Schallimpuls, durchläuft ein fettgefülltes Organ im Kopf, die so genannte Melone, das die Schallwellen fokussiert. Die Reihe von Klicks wird zu einem Strahl gebündelt, der von Objekten abprallt und zum Wal zurückreflektiert wird. Die zurückgeworfenen Schallwellen werden in den fettgefüllten Aushöhlungen des unteren Kieferknochens empfangen und durch den Knochen zum Ohr und Gehirn weitergeleitet, wo die Informationen ausgewertet werden. Durch diese Echos ist der Wal in der Lage, die Entfernung eines Objekts, seine Größe, Form und Oberflächenstruktur zu bestimmen und somit ein Schallbild seiner Umgebung zu erstellen.

 

Delfine und Tümmler können leicht verwechselt werden. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist, dass Tümmler spatenförmige Zähne haben, während Delfinzähne konisch oder abgerundet sind. Mitglieder der Delfinfamilie haben in beiden Kiefern Zähne, einen melonenförmigen Kopf mit einer ausgeprägten Schnauze, dem so genannten Schnabel, und eine Rückenflosse.

 

Mitglieder der Tümmlerfamilie (Phocoenidae) haben stumpfe Köpfe und kleine spatenförmige Zähne. Tümmler können bis zu 2,1 Meter lang werden. Bei ihnen fehlen der Schnabel und die melonenförmige Stirn, die die meisten Delfinarten aufweisen. Zu den Tümmlerarten, die man in arktischen und subarktischen Gewässern antrifft, gehören der Schweinswal und der Dall-Hafenschweinswal.

 

Link: www.wwf.de/naturschutz/arten/bedrohte-arten/bedrohte-arten/whalewatching/walarten/index.html inkl. weiterer Links zu insgesamt 17 verschiedenen Walarten