25.12.2003 Korallenriffe im kühlen Norden (Norwegen) (Natur)

 

In einer WWF-Pressemitteilung ist Folgendes zum Schutz für Kaltwasserkorallen zu lesen:

 

„Nachdem im vergangenen Jahr im Nordatlantik vor den Lofoten (Nord-Norwegen) das größte Tiefwasser-Korallenriff der Welt entdeckt und auf Initiative des WWF schließlich unter Schutz gestellt wurde, kündigte die Norwegische Regierung heute weitere Schritte an, um die einmaligen Kaltwasserkorallen vor weiterer Zerstörung zu bewahren. Das zwei Kilometer lange Tisler Riff (Grenzgebiet zu Schweden) soll nunmehr ebenfalls tabu für Fischerei, Öl- und Gasbohrungen werden.

 

Der WWF begrüßt die Entscheidungen als richtungweisend und zeichnete sie als so genanntes „Geschenk an die Erde“ aus. Norwegen ist das erste europäische Land, das Anstrengungen zum Schutz von Kaltwasserkorallen umgesetzt hat. „Wir müssen den weitgehend unerforschten Lebensraum überall in Europa besser schützen, um Kaltwasserkorallen als Kinderstube für zahlreiche Fischarten zu erhalten.“

 

Auf dem rund 100 Jahr alten Tisler Riff im Skagerrak leben in einer Tiefe von 75 bis 150 m Seefedern, Seesterne, Seeigel Schwärme, Krebstiere und zahlreiche Fischarten. Im Gegensatz zu tropischen Riffen, die wegen ihrer großen Artenvielfalt und ihrer Bedeutung für Fischerei im Blickpunkt stehen, wurden Kaltwasserkorallen lange Zeit vernachlässigt. Der WWF schätzt, dass bereits mehr als ein Drittel dieser kostbaren, langsam wachsenden Lebensräume durch Boden-Schleppnetze und Wasserverschmutzung stark geschädigt oder vernichtet wurde.

 

Der WWF appelliert … , dass Gebiete mit Kaltwasserkorallen für die Bodenfischerei gesperrt werden, wie vom Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES) empfohlen. Die Regionen um die empfindlichen Riffe müssen zudem von Öl- und Gasbohrungen ausgenommen werden. Nur so könne man den zerbrechlichen Lebensraum nachhaltig sichern. „Die Einrichtung von Meeresschutzgebieten macht nur Sinn, wenn auch gegen die Zerstörung auf See vorgegangen wird. Noch immer blockieren mehrere Fischereinationen und die EU die Verabschiedung einer Liste gefährdeter Arten und Lebensräume im Meer und entsprechender Fischereimaßnahmen durch die Bremer Umweltministerkonferenz im Juni 2003.

 

Quelle: WWF-Pressemitteilung v. 11.06.03

Link: www.wwf.de/presse/pressearchiv/artikel/01256/druck.html