21.02.2004 Schlickwüste Wattenmeer (einst & jetzt) (Natur)

 

Im DER SPIEGEL berichtet Ph.Bethge in dem Beitrag:

 

„Neues Leben in der Schlickwüste“

 

darüber, dass „das Wattenmeer einst ein mariner Garten Eden war. … Viele Menschen halten das Watt für eine Naturlandschaft. … Kaum jemand macht sich klar, dass der heutige Zustand nur entfernt an die Lebensvielfalt erinnert, die es hier früher einmal gab.

Keine 2000 Jahr sei es her, dass in den Mündungsgebieten von Elbe, Weser, Ems und Rhein Krauskopfpelikane, Silberreiher und vielleicht auch Rosaflamingos an salzigen Lagunen lebten. Auerochsen, Wölfe und Elche zogen über die sumpfigen Marschen. Walrosse und Zahlreiche Nagelrochen durchpflügten das Meer. … Wo heute Wattwurm und Schlick regieren, wuchsen ehemals reiche Austernbänke, Sandkorallenriffe und Seegraswiesen. Walarten wie der atlantische Nordkaper oder der Grauwal lebten in den flachen Küstengewässern. Maifisch und Grauer Glatthai jagten vor den Sänden. Noch bis ins 20. Jahrhudnert hinein folgten Große Tümmler den Heringsschwärmen bis vor die niederländische Wattküste.

Oder die Vögel: See- und Fischadler kreisten einst über den Brackwasserlagunen, Torfmooren und Sümpfen der Küste. Überreste des längst ausgestorbenen Riesenalks, eines flugunfähigen, den Pinguinen ähnelnden Vogels, haben Archäologen in den Niederlanden ausgegraben. Auch auf Flamingoknochen aus neolithischer und Pelikanknochen aus römischer Zeit sind die Forscher gestoßen. Der römische Geschichtsschreiber Plinius der Ältere berichtet … von Pelikanen in Nordgallien. Der schwedische Naturforscher Olaus Magnus verortete sie 1555 zwischen Nordfrankreich und Finnland.

Doch wo ist die ganze Pracht geblieben? Wie ist das Watt zur „Schlickwüste“ … verkommen? Die Forscher sind sich einige: Die Friesen selbst haben der großen Vielfalt den Garaus gemacht.

Mindestens 31 Wirbeltierarten sind in den letzten 2000 Jahren aus dem Wattenmeer verschwunden. … Die Jagdlust der Küstenbewohner und die Zerstörung einzigartigre Lebensräume seien schuld am lokalen Artenschwund.

Vor etwa 5500 Jahren trauten sich die ersten Siedler an das flache, nach der Eiszeit entstandene Schelfmeer. Unwirtlich war der Lebensraum. Seeseitig drohten Springfluten und Starkwind. Auf dem sumpfigen Binnenland grassierte die Malaria. Doch die Siedler bewiesen Zähigkeit“ … und nutzt die Landschaft wirtschaftlich:

 

 

Als Forderungen wird u.a. Folgendes aufgeführt:

 

 

Quelle: DER SPIEGEL, Nr. 9/04, S.146-148 – www.spiegel.de