22.12.2004 26 Jungtiere auf der Kegelrobbenkolonie Jungnamensand (Natur)

 

Im WATTREPORT wird in dem Beitrag:

 

„Nun kegeln sie wieder: Rekordnachwuchs bei Deutschlands größter Robbe“

 

über die Entwicklung des Nachwuchs der Kegelrobben berichtet, die im November 2004 auf der Sandbank „Jungnamensand“ (nordwestlich von Amrum) „geworfen“ wurden:

 

„Wie jedes Jahr um die gleiche Zeit hat auch in diesem Jahr die Kegelrobbenkolonie auf dem Jungnamensand Zuwachs bekommen. Am 17.11.04 -18.11.04 sichtete die Besatzung des Zollkreuzers „Kniepsand” das erste schneeweiße Fellbündel auf der kleinen, vor Amrum gelegenen Sandbank. Es beginnt sich bereits jetzt abzuzeichnen, dass es ein Rekordjahr für den dortigen Kegelrobbennachwuchs werden könnte. Bis zum 09.12.2004 sind bereits 26 Neugeborene gezählt worden. Das übertrifft das bisherige Rekordjahr 2002 um 5 Tiere.

 

„Wir haben 2004 bisher eine ruhige Herbstsaison ohne größere Sturmwetterlagen erleben können, so dass die Kegelrobben auf dem überflutungsgefährdeten Jungnamensand in Ruhe ihre Jungen säugen konnten”, freut sich Dipl.Biol. Silvia Gaus, zuständige Mitarbeiterin bei der Schutzstation Wattenmeer. „Wenn es dabei bleibt, sind die Tiere nicht dazu gezwungen, auf die Strände der umliegenden Inseln auszuweichen.” Aber auch für diesen Fall sind die MitarbeiterInnen des Kegelrobbenprojektes von Schutzstation Wattenmeer und Öömrang Ferian gut gerüstet. Wird ein Kegelrobbenjunges am Strand einer der umliegenden Inseln gesichtet, sind die Mitarbeiter beider Vereine zur Stelle und richten eine flexible Ruhezone um das Tier ein. In einem Bereich von ca. 200 m um das Tier werden Spaziergänger informiert und gebeten, einen großen Bogen um die junge Robbe zu machen.

 

Die Tiere mögen am Strand zwar einen verlassenen Eindruck machen, werden aber in der Regel alle 7 bis 8 Stunden von ihren Müttern aufgesucht und gesäugt. Beobachten die Naturschützer, dass das Weibchen das Jungtier regelmäßig aufsucht, wird die flexible Ruhezone solange aufrecht erhalten, bis die Jungrobbe den Strandabschnitt wieder verlassen hat.

 

Noch eine Kuriosität am Rande: Kegelrobbe und Seehund werden vom Jagd- und Naturschutzgesetz unterschiedlich behandelt. Während der Seehund dem Jagdrecht unterliegt, aber schon seit vielen Jahrzehnten unter ganzjähriger Schonzeit steht, zählt die Kegelrobbe nicht zum jagdbaren Wild. Zu den jagdbaren Arten gehören auch alle Vögel über „Brötchengröße” wie z.B. der Seeadler, auch wenn sie sonst streng geschützt sein mögen.“

 

Nachfragen zu diesem Thema: Dipl.Biol. Silvia Gaus Tel. 04841/668544

 

Quelle: WATTREPORT, Nr. 12/04 – www.schutzstation-wattenmeer.de