24.03.2005 Schweinswalschutz (Natur)

 

In der vom WWF herausgegebenen Zeitschrift WATTENMEER INTERNATIONAL berichtet Heike Weigt (Schutzstation Wattenmeer) in dem Beitrag:

 

„Neue Küstenfischerei-Ordnung für Schleswig-Holsteins Schweinswale

 

darüber, dass eine neue Fassung der Küstenfischerei-Ordnung (KüFO) in Schleswig-Holstein im Februar 2005 in Kraft trat:

 

„Damit gibt es 4 Jahre nach Ausweisung des Walschutzgebietes vor Sylt dort endlich klare Bestimmungen für den Schweinswalschutz – wenn auch bislang nur für deutsche Fischer.

 

Neu in der Verordnung sind Bestimmungen, die darauf abzielen, den Beifang von Schweinswalen zu vermeiden. Denn Jahr für Jahr verenden tausende Exemplare unserer einzigen heimischen Walart in der Nordsee als Beifang in Fischnetzen. Vor allem Stellnetze sind eine große Gefahr für diese Meeressäuger. Auch wenn konkrete Zahlen von Beifängen für das Walschutzgebiet mangels Erfassung nicht bekannt sind, dürfen Stellnetze dort künftig nur noch bei einer max. Höhe von 1,30 m und einer max. Maschenweite von 150 mm verwendet werden.

 

Die Schutzstation Wattenmeer und der WWF begrüßen die Novellierung der KüFO als einen Schritt in die richtige Richtung. Grund für diese Akzeptanz ist, dass nach den bisherigen wissenschaftlichen Untersuchungen solche Netze für Schweinswale weitgehend ungefährlich sein sollen. Um dieses zu überprüfen, müssen künftig alle Schweinswalbeifänge gemeldet werden, sodass im negativen Fall die Verordnung weitere angepasst werden könnte.

 

Die Schattenseite des Vorganges ist jedoch die lange Bearbeitungszeit der Kieler Landesregierung von 4 Jahren für eine derartige Selbstverständlichkeit. Offenbar gab es Blockaden in der Verwaltung. Dabei ist diese Anpassung der KüFO nur der erste Schritt auf dem Weg: Entscheidend ist es, die neuen Regelungen auch ins EU-Fischereirecht zu übertragen, da sie ansonsten lediglich für deutsche Fischer gelten.

 

Vor allem dänische Fischer arbeiten aber mit Stellnetzen. Diese sind jedoch an die schleswig-holsteinische Verordnung im größten Teil des Walschutzgebietes (dem Bereich zwischen 3 und 12 Seemeilen vor der Küste) gar nicht gebunden, sondern nur an EU-Recht. Deshalb ist nun auch eine umfassende Begründung für die Schutzmaßnahmen von Kiel über Berlin nach Brüssel geschickt worden, um dort deren Übernahme ins Fischerei-Recht der EU zu erreichen. Ein unbedingt notwendiger Schritt für die auch nach EU-Recht zu schützenden Schweinswale und um eine Diskriminierung deutscher Fischer zu vermeiden.“

 

Quelle: WATTENMEER INTERNATIONAL, Nr. 1/05, S.24 – www.wwf.de