05.04.2006 Ringelgänse wieder im Wattenmeer (Natur)

 

In diesem Jahr sind die Ringelgänse wegen des langen Winters um einige Wochen später im Nationalpark Wattenmeer angekommen. Aber doch noch rechtzeitig zu den:

 

 

die mit ihren vielseitigen Naturerlebnisangeboten wieder viele Besucher begeistern sollen.

 

Etwa vier Wochen später sind die Ringelgänse nach diesem sehr kalten und langen Winter endlich aus ihren französischen und britischen Winterquartieren an die Wattenmeerküste Schleswig-Holsteins zurückgekehrt. „Im Frühjahr rasten von März bis Mitte Mai etwa 60.000 Ringelgänse, also etwa ein Drittel der gesamten Population, vor allem auf den Halligen und Inseln Nordfrieslands, aber auch an der Küste von St. Peter bis Nordstrand und an der Spitze der Hamburger Hallig“, berichtet Klaus Günther von der Schutzstation Wattenmeer. Der Biologe koordiniert seit 10 Jahren die regelmäßigen Vogelzählungen im Wattenmeer im Rahmen des Rastvogel-Monitorings im Auftrag des Nationalparkamtes.

 

In diesem späten Frühjahr haben es die Ringelgänse nicht leicht, sich auf die über 4.000 Kilometer lange Zugstrecke in die Brutgebiete an der Eismeerküste der Taimyr-Halbinsel im Norden Sibiriens vorzubereiten. Die Vegetarier müssen sich ausreichend Fettreserven von etwa 350 Gramm als „Flugtreibstoff“ anfuttern, um ein Abfluggewicht von etwa 1.700 Gramm zu erreichen. Dafür steht nun weniger Zeit und bis jetzt auch weniger Futter als in normalen Jahren zur Verfügung. Denn neben der späteren Ankunft fängt auch das Gras auf den Salzwiesen der Halligen und im Vorland erst jetzt langsam an zu wachsen.

 

Bereits während der Frühjahrsrast der Gänse im Wattenmeer werden die Grundlagen für eine erfolgreiche Brutsaison im kurzen sibirischen Sommer gelegt. Denn nur die Vögel, die hier wohlgenährt abziehen, schaffen es auch, in Sibirien Nachwuchs großzuziehen, wie
niederländische Studien zeigten. Daher ist es für die Gänse sehr nachteilig wenn sie durch Störungen, wie etwa die militärischen Tiefflugübungen der Bundeswehr über dem Wattenmeer vor einigen Tagen, aufgescheucht werden.

 

Nicht nur für Ringelgänse, sondern auch für Nonnengänse ist das Wattenmeer das bedeutendste Rastgebiet auf dem Heimzug von ihren Überwinterungsgebieten in den Niederlanden zu den Brutgebieten an der Eismeerküste Nordsibiriens. Etwa 80.000 Nonnengänse rasten im Frühjahr auf den Salzwiesen Schleswig-Holsteins, Sie bevorzugen allerdings nicht wie die Ringelgänse die Halligen und Inseln sondern ausschließlich die Salzwiesen an der Festlandsküste.

 

Noch vor 50 Jahren waren Ringelgänse und Nonnengänse vom Aussterben bedroht, vor allem auf Grund von intensiver Bejagung entlang ihres gesamten Zugweges. Internationale Schutzbemühungen sorgten dann für eine deutliche Erholung der Bestände. In den Nationalparken im Wattenmeer verloren die Tiere durch den Schutz mehr und mehr ihre Scheu, so dass man heute große Gänseschwärme aus geringer Entfernung hervorragend beobachten kann. "Ein unvergessliches Naturerlebnis", verspricht Klaus Günther und lädt alle Naturinteressieren zu den 9. Ringelganstagen auf die Halligen ein. Es werden Exkursionen, Vorträge, Tierbeobachtungen sowie ein buntes Kultur- und Kinderprogramm rund um die Ringelgänse angeboten.

 

Quelle: Presseinfo der Schutzstation Wattenmeer v. 5.04.06

Link: www.ringelganstage.de

Ringelgans è http://de.wikipedia.org/wiki/Ringelgans

Nonnengans è http://de.wikipedia.org/wiki/Nonnengans

Tour:

6.-7.05.06: Ringelganstage im Wattenmeer

Fahrtenleitung: Eckehard Schlirmer – kanuschirmer@t-online.de

Hinweis: Fotojagd auch mit Faltbooten, nur mit Großgewässerausrüstung, Sicherheitsausbildung und Kälteschutz für Geübte,