15.07.2006 Butterfisch (Natur)

 

Im WATTREPORT AKTUELL wird der folgende Fisch vorgestellt:

 

„Butterfisch“ (Pholis gunellus)

 

„Wenn es warm wird im Watt und der Nachwuchs der vielen Watttiere langsam größer wird, kann man an Muschelbänken in den Pfützen mit etwas Glück verschiedene Jungfische finden.

 

Wenn so ein Fischchen schlangenartig lang und zugleich seitlich abgeplattet ist, dann ist es mit Sicherheit ein Butterfisch. Unter Wasser sieht er fast aus wie eine Mini-Muräne. Von der ähnlichen Aalmutter unterscheidet er sich durch 9 – 13 schwarze Flecken entlang des Rückens und durch kleinere Brustflossen.

 

Die Färbung des Butterfisches ist hellbraun mit senkrechten Fleckenbändern in dunklerem Braun. Die Kontraststärke, die Musterung und auch die Grundfarbe variieren von Tier zu Tier; manche Exemplare sind dunkel blaugrau. Die schwarzen Rückenflecken haben meistens einen feinen weißlichen Rand. In der Balzzeit im Spätherbst verfärben sich Kopf, Brustflossen und Bauch des Männchens hübsch gelb, mitunter auch rötlich.

 

Mit 20 – 25 cm Größe zählt der Butterfisch zu den kleineren Fischarten der Nordsee. Er ist im Fang der Krabbenkutter im Watt immer wieder vereinzelt zu finden, allerdings nur noch in kleinen Exemplaren.

 

Hätten Sie gedacht, dass …

 

… der Gattungsname übersetzt „Schuppe“ bedeutete, was für unseren Butterfisch irreführend ist, da seine Haut praktisch schuppenfrei und glatt ist?

 

… das, was in Hafenrestaurants als „Butterfisch“ serviert wird, eine südafrikanische Makrele ist, die der Fischhandel unter diesem Namen vermarktet?

 

… der Butterfisch als Flachwasserart recht robust gegenüber dem Trockenfallen ist und unter Tang bis zu drei Tage ohne Wasser überdauern kann?

 

… die Art erst mit 3 Jahren geschlechtsreif wird, aber niemand weiß, wie hoch das Maximalalter ist?

 

… man Butterfische gut im Aquarium halten und sie sogar mit kleinen Regenwürmern und Bachflohkrebsen füttern kann?

 

… die Art notorisch neugierig und gefräßig ist und sich im Aquarium schnell daran gewöhnt, bei Fütterungen bis zur Oberfläche zu schwimmen und in die fütternden Finger zu beißen?

 

… der Butterfisch vom Menschen nicht genutzt wird, aber für tauchende Lummen und andere Seevögel eine passende Nahrung darstellt.

 

Wo ist der Butterfisch zu finden?

 

Das Verbreitungsgebiet der Art umfasst die Küstenregionen des Nordatlantiks von Frankreich bis Russland und in Amerika bis zum Polarkreis. Mehr als 20° C Wassertemperatur erträgt der Butterfisch nicht, daher fehlt er im Mittelmeer. In der Nordsee ist die Art bis in 40 m Tiefe überall anzutreffen, wo der Grund durch Steine oder Muscheln und Algen Versteckmöglichkeiten bietet. In der Ostsee reicht das Verbreitungsgebiet bis etwa Rügen, da weiter östlich der Salzgehalt mit weniger als 5 Promille zu niedrig ist.

 

Der Butterfisch ist ein Einzelgänger und verlässt vor allem nachts sein Versteck, um auf die Jagd nach Kleinkrebsen, Borstenwürmchen oder Fischlaich zu gehen. Tagsüber schaut er jedoch oft aus seiner Höhle hervor.

 

Die Fortpflanzung des Butterfisches erfolgt im Winter. Das Weibchen laicht geschützt zwischen Steinen oder unter einer Muschelschale. Beide Eltern bewachen abwechseln den Eiballen bis zum Schlupf der Jungen, indem sie sich mit dem Körper schützend darum schlängeln.

 

Text: Rainer Borcherding

Quelle: WATTREPORT AKTUELL, Nr. 6/06 – www.schutzstation-Wattenmeer.de

Link:

è http://de.wikipedia.org/wiki/Butterfisch