10.07.2007 Die Brandgansmauserzeit hat begonnen (Natur)

 

Es ist mal wieder soweit. Um die 90% aller Brandgänse (Tadorna tadorna) Mittel- und Westeuropas – insgesamt so um die 200.000 Tiere - treffen sich an der deutschen Nordseeküste, um zwischen Eidermündung und Wesermündung zu mausern. Bevorzugte Mausergebiete liegen insbesondere im Dithmarscher Wattenmeer, aber auch bei Scharhörn und den Knechtsänden.

 

Die Mauserzeit beginnt Ende Juni und endet Anfang September. Während der ca. 4 Wochen andauernden Mauserzeit wechseln sie ihre Federn, weil deren wasserabweisenden und wärmeisolierenden Eigenschaften sich abnutzen. Im Gegensatz zu anderen Vögeln werfen sie alle alten Schwungfedern gleichzeitig ab und sind dann für einige Wochen flugunfähig. Sie bilden dann riesige Mauserschwärme auf ungestörten Wattenprielen. Bei Niedrigwasser rasten sie an den Prielhängen oder auf vorgelagerten Sandplaten. Ihre Nahrung finden sie auf den trockengefallenen Wattenflächen. Hierzu trampeln sie große Kuhlen in den Boden und fressen anschließend die freigelegten Muscheln, Wattschnecken, Schlickkrebse und Würmer.

 

Während der Mauserzeit beträgt ihre Fluchtdistanz ca. 2-3 km. D.h. alles was sich nähert, egal ob Motorbootfahrer, Segler bzw. Küstenkanuwanderer, sorgt für große Unruhe; denn sie können nicht mehr fliegend, sondern nur schwimmend oder tauchend entkommen. Dabei verbrauchen sie große Mengen an Energie, die sie eigentlich zur Mauser benötigen.

 

Deshalb sollten wir Küstenkanuwanderinnen und –wanderer, die prädestiniert dafür sind, in flacheren Gewässern zu paddeln, gerade während der Brandgansmauserzeit besonders rücksichtsvoll sein und um jene Reviere, die bevorzugt zum Mausern aufgesucht werden, einen großen Bogen paddeln. Das Wattenmeer ist groß genug. Da ist es wirklich nicht nötig, zwischen dem 10.7. und 10.9. dort zu paddeln, wo die Brandgänse sich für den Winter regenerieren.

 

Aus diesem Grund haben auch die Wassersportverbände und die Nationalparkverwaltung des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer freiwillig vereinbart, vom 10.7. – 10.9. die nordöstlich von der Vogelinsel Trischen ins Watt führenden Priele Bielshövener Loch, Flackstrom und Dieksander Priel. Entsprechendes wird für das südöstlich von Trischen gelegene Klotzenloch empfohlen.

(Ein Faltblatt des Nationalparkamtes gibt hierzu nähere Auskunft – s. Link.)

 

Zum Schluss noch eine Frage zu diesem unverwechselbaren Wasservogel mit dem kontrastreichen schwarz-weißen Gefieder, dem rostbraunen / brandroten Brustring und dem roten Schnabel: „Handelt es sich bei ihnen um Brandgänse oder Brandenten?“ Nun, auf der Homepage der Schutzstation Wattenmeer gibt R.Borcherding die folgende Erklärung:

 

Text: U.Beier – www.kanu.de/kueste/

Links:

è www.wattenmeer-nationalpark.de/partner/falt.htm

è www.kanu.de/nuke/downloads/SH-Befahrung.pdf

è www.schutzstation-wattenmeer.de/wissen/Brandgans.html

è www.kuestenkanuwandern.de/aktuell.html > Info vom 2.8.06 (Revier/Inland)