17.12.2013 Islandmuschel: Keiner lebt länger! (Natur)

 

Britische Meeresbiologen haben nördlich von Island in 80 m Tiefe mehrere tausend Muscheln und Muschelschalen gesammelt. Bei der Untersuchung der Schalen konnte festgestellt werden, dass eine beim Fang noch lebende Muschel 507 Jahre alt war. Es handelt sich dabei um die bis zu 12 cm groß werdende Islandmuschel (Arica Islandica), die auch in der Nord- und Ostsee vorkommt:

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Islandmuschel

www.unterwasser-welt-ostsee.de/html/islandmuschel.html (mit Fotos)

 

Ihr Alter konnte über die Jahresringe (Zuwachsringe) der Muschelschale bestimmt werden. Die Muschelschale selber kann jedoch an die 1 Million Jahre „überleben“, bis sie endgültig verwittert ist. Übrigens: „Nur Schwämme und andere Tierkolonien, die sich durch Teilung verjüngen, können länger leben.“

 

Die SCHUTZSTATION WATTENMEER nahm das zum Anlass, in einer Presseinfo vom 17.12.13 über die Gefährdung dieser auch in Nord- und Ostsee vorkommenden Muschel zu berichten:

 

„Niederländische Forscher ermittelten einen engen Zusammenhang zwischen der Zahl der Schleppnetzkutter in einem Seegebiet und der Zahl der zerbrochenen Islandmuscheln. Sie errechneten eine Sterblichkeit von elf Prozent der Muscheln pro Jahr. Damit hat in der südlichen Nordsee kaum eine Islandmuschel die Chance, zehn Jahre alt zu werden und für Nachwuchs zu sorgen – geschweige denn, das Jahr 2.500 zu erleben. Die niederländischen Forscher haben vielmehr errechnet, dass schon im Jahr 2017 in der südlichen Nordsee die letzte Islandmuschel zerknackt sein wird, falls nicht Meeresschutzgebiete eingerichtet werden, die für Schleppnetzkutter gesperrt sind.

 

Die Schutzstation Wattenmeer plädiert für die zügige Einrichtung nutzungsfreier Zonen sowohl in den Wattenmeer-Nationalparks als auch in der Nordsee.“

 

Zusammenfassung: U.Beier