14.03.2002 Trockenfallregelungen im niederländischen Watt (Revier)

In der Zeitschrift YACHT wird Folgendes berichtet: "Das umstrittene generelle Verbot des Trockenfallens im Watt außerhalb einer 200-Meter-Linie jenseits der Betonnung wird aufgehoben. Das beschloss die amtliche Stuurgroep Waddenprovincies nach der Auswertung ihrer Erfahrungenmit der strengen Norm. Gut abgeschnitten haben dabei die Segler: Sie respektiertendie Schutzgebiete. Rüpeleien wie Golfspiel auf gesperrten Sandbänken oder Lagerfeuer samt Robbenjagenleisteten sich andere, aber auch nur in Ausnahmefällen. Deshalb darf man außerhalb der Schutzzone jetzt wieder überall liegen."

Zum Vergleich: Im deutschen Watt darf man sich aus nautischen Gründen grundsätzlich entlang der Fahrwasser trockenfallen lassen.

  1. Im niedersächsischen Watt (Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer) ist in der Zone II und III (Erholungszone) allgemein das Trockenfallen nicht verboten und das Betreten erlaubt. In der Zone I (Ruhezone) ist es der Sportbootschifffahrt direkt neben dem Fahrwasser das Trockenfallen und zusätzlich das Betreten im Umkreis von 50 m um das eigene Boot erlaubt (§11 Punkt 4 NPG NdsW).
  2. Im hamburgischen Watt (Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer) ist das Trockenfallen und Betreten des Watts am in der Ruhezone liegendem Trittstein Scharhörnriff im Umkreis von 100 m, am Ufersaum des Elbe-Weser-Wattfahrwassers, des Neuwerker Lochs und entlang der Ostseite des Elbe-Neuwerk-Fahrwassers für die Sportschifffahrt erlaubt (§5 (3) Punkt 10 NPG HHW).

Weiterhin ist das Trockenfallen und Betreten in der Zone II (ein 1.300 m breiter Bereich südlich, westlich und nördlich von Neuwerk) erlaubt.

  1. Im schleswig-holsteinischen Watt (Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer) ist in der Schutzone II allgemein, d.h. mit wenigen Ausnahmen, das Trockenfallen und Betreten nicht verboten. In der Schutzzone I ist allgemein, d.h. mit einigen Ausnahmen, das Betreten des küstennahen Watts an der Festlandküste und an den bewohnten Inseln und Halligen etwa in einer Breite von 1.000m erlaubt. Weiterhin ist das Trockenfallen und Betreten von insgesamt 21 im Watt verteilte "Tritt-Steine für Kanufahrer" und "Ausstiegsplätze für alle Wassersportler" erlaubt (§6 (2) Punkt 1. und 5 NPG SHW) (näheres entnimmt man den Karten und Informationen des Nationalparkamtes Tönning: mailto:info@nationalparkamt.de ).

Text: Udo Beier

Quelle: YACHT, Nr. 6/02, S.14 - www.yacht.de