27.09.2004 Südnorwegen (Skagerrak) (Revier/Ausland)

 

Im SEEKAJAK berichtet Erich Scadock in dem Beitrag:

 

„Südnorwegen für Gemütliche“

 

über eine 2 ½-wöchige Retour-Tour, die von Kristiansand nach Lista führt (ca. 260 km).

 

Hervorhebenswert an dieser Tour ist, dass nicht bloß die Küstenstrecke einmal in West- und dann zurück in Ostrichtung gepaddelt wurde, sondern dass bei der  Rücktour auch ein paar Landpassagen eingeplant wurden, um einmal in das innere einiger Fjorde zu kommen, ohne dieselbe Strecke wieder zurückpaddeln zu müssen:

 

 

Solche Landpassagen sollte man bei einer Tour insbesondere entlang der norwegischen Küste immer im Auge behalten, und zwar nicht nur, um einmal ein anderes Landschaftsbild vor sich zu haben, sondern auch, um gegebenenfalls Wasserpassagen, die wegen der Windverhältnisse zu schwierig werden, im wörtlichen Sinne zu „umgehen“.

 

Natürlich sind solche Landpassagen nur richtig zu planen, wenn man topografische Karten (möglichst im Maßstab 1:50.000) verwendet, die ohnehin auch bei der Tour entlang der Küste Seekarten vorzuziehen sind; denn nur mit Hilfe der topografischen Karten ist es einem möglich, von der detaillierten Küstenstruktur (inkl. Höhenlinien) auf Rastplätze und Zeltmöglichkeiten zu schließen. Außerdem sind in den topografischen Karten (sofern man über eine aktuelle Ausgabe verfügt) die offiziellen Zeltplätze eingetragen. Leider versäumt es der Autor, auf diesen Aspekt hinzuweisen und die für die Tour nötigen Kartenblätter aufzuzählen:

 

Kartblad 1511 III (Kristiansand)

Kartblad 1411 II (Mandal) und 1411 III (Lyngdal)

Kartblad 1410 I und 1410 IV

Kartblad 1311 II (Farsund)

(zu bestellen z.B. über NORDIS Versand – Elch@nordis-versand.de )

 

Falls man noch die Halbinsel Lista umfahren möchte, sollte man auch das Kartblad 1311 III (Hidra) dabei haben. Es bietete sich nämlich durchaus noch eine weitere ca. 2 km lange Landpassage an, nämlich die Weiterfahrt auf dem Listafjorden bis ans Ende des Eidsfjorden mit Umsetzen in den Framvaren (bei Listeid) und dann die Weiterfahrt per Kajak über den Helvikfjorden nach Farsund. Dort schließt sich dann der Kreis mit der Weiterfahrt auf dem Lyngdalsfjorden.

 

Übrigens, die Fährhafenstadt Kristiansand ist (erreichbar per Fähre über Hirtshals/DK)  – eher noch als die östlicher gelegene Fährhafenstadt Larvik (erreichbar über Frederikshavn/DK)  – ein idealer Startort für Touren entlang der Südküste Norwegens. Je nach Wind kann man dann nämlich mit Rückenwind gen Ost, Richtung Larvik, starten (siehe meine Beiträge hierzu: Seekajak, Nr. 49/95 u. Nr. 64/98) oder gen West, Richtung Kap Lindesnes. Irgendwann, wenn der Wind dreht, hat man nämlich dann die Chance, erneut mit Rückwind wieder zurück zum Startort zu paddeln.

 

Früher hatte ich bei meinen südnorwegischen Touren die Autos in Hirtshals gelassen. Wir sind dann per Bootswagen auf die Fähre gegangen und haben nach dem Anlanden in Kristiansand ca. 500 m vom Hafen entfernt eingesetzt. In der Zwischenzeit werden einem Schwierigkeiten bereitet, die Kajaks einfach so an Deck zu rollern. Da der Fährpreis bei einem Paket-Tarif (1 Pkw plus max. 5 Personen) nicht viel teurer ist, als wenn jeder Kanute inkl. Kajak für sich bezahlt, bietet es sich an, den Pkw mitzunehmen und ihn auf dem Zeltplatz von Kristiansand gegen Gebühr zu parken. Von dort aus kann man direkt auf den Skagerrak hinaus paddeln. Was den Fährtransport betrifft, sollte einem jedoch bewusst sein, dass beim Einchecken in Hirtshals die Pkw-Höhe per Lichtschranke gemessen wird. Unser Pkw überschritt die geforderte maximale Höhe um 2 cm (!): „Ihr Auto ist zu hoch, wollen Sie auf die Warteliste?“, wurden wir gefragt. „Nein, wir legen die Kajaks niedriger!“ Das wurde akzeptiert. Wir reihten uns in die Warteschlange ein und wurde anschließen mit vielen anderen Pkws aufs Lkw-Deck geleitet, wo es auf die Höhe überhaupt nicht ankam. Nachgemessen wurde auch nicht mehr!

 

Quelle: SEEKAJAK, Nr. 93/04, S.34-37 – www.salzwasserunion.de