06.08.2005: Küsten-Grenzverkehr: Rund Usedom (Revier/Ausland)

 

Eckehard Bohnsack (KSG Hildesheim) hat im Juli 2005 mit dem Seekajak die Insel Usedom umrundet und vorher die Ausführungen zum Grenzübertritt nach Polen auf der DKV-Homepage gelesen:

 

www.kanu.de/nuke/downloads/Einreise-Polen.pdf

 

(s. auch: Kanu Sport, Nr 5/04, S.14-15). Dabei ist ihm nicht ganz klar geworden, wie das mit dem Ab- und Anmelden in Deutschland und in Polen zu sehen ist. Hier sein Erfahrungsbericht:

 

Nach Polen und zurück

 

Vom Peenestrom aus kommend habe ich mich in Kanin abgemeldet und bin weiter zum Campingplatz Bellin am südlichen Ufer des Kleinen Haffs gepaddelt. Nach einer Übernachtung habe ich am folgenden Tag das polnische Grenzwachtboot aufgesucht und wurde sehr freundlich empfangen. Nach meinem Ziel gefragt, wurde ich an die Behörden in Swinemünde verwiesen. Dort in Swinemünde wurde ich wieder nach meinem Ziel gefragt. Nachdem ich angegeben hatte, gleich wieder auf der Seeseite Richtung Deutschland zu paddeln, wurden nur meine Daten vom Personalausweis notiert. Auf ein förmliches Ein- und Ausklarieren wurde verzichtet. So gestaltete sich die Durchfahrt durch Polen recht unkompliziert.

 

Unsere Bundespolizei

 

Bei der Fahrt entlang der Seeseite von Usedom wurde ich offenbar von der deutschen Bundespolizei (so heißt der Grenzschutz seit 01.07.05) beobachtet, was auch sofort einige Handlungen auslöste. Da ich nur bis zum nächsten Campingplatz (Ückeritz) paddeln wollte, habe ich in Heringsdorf an der Seebrücke angelegt, um zu versuchen, bei der dortigen Grenzkontrollstelle wenigstens meinen Ausweis vorzuzeigen. Diese war jedoch nicht besetzt. Als ich jedoch wieder zu meinem Boot zurückkam, warteten dort schon drei Beamte (zwei weitere kamen später noch hinzu) auf mich, um mir eine Ordnungswidrigkeit wegen illegalem Grenzübertritt anzuhängen. Nur mit Mühe ist es mir gelungen, die Beamten zu überzeugen, dass ich nichts verheimlichen wollte, selber auf der Suche nach der Bundespolizei gewesen bin und letztlich nur amtlichen Ratschlägen gefolgt bin (den Tipp mit der Seebrücke hatte mir ein Beamter in Kanin bei der Ausreise gegeben). Als ich übrigens Tage später auf Ruden anlandete, war keinerlei Bundespolizei anwesend, sodass ich mich dort auch gar nicht hätte zurückmelden können. Die Grenzübergangsstelle Ruden ist offenbar auch nur noch sporadisch besetzt.

 

Fazit

 

Das Problem scheint mir weniger bei der Einreise nach Polen und den polnischen Behörden zu liegen, als vielmehr bei der Rückreise nach Deutschland und übereifrigen deutschen Behörden, da die Grenze zu Polen noch Schengen-Außengrenze ist. Um Schwierigkeiten aus dem Wege zu gehen, würde ich daher Folgendes empfehlen:

 

 

Oder wir warten bis 2007; denn ab dann soll Polen auch zum Schengen-Abkommen gehören. Vermutlich wird dann vieles einfacher.

 

Text: Eckehard Bohnsack (eMail: eckehard.bohnsack@web.de )