17.10.2007 Golf von Morbihan (Bretagne/Frankreich) (Revier/Ausland)

 

In der Zeitschrift SEGELN berichtet C.Victor in dem Beitrag:

 

„Tausend und eine Insel: Golfe du Morbihan“

 

über ein Revier im Süden der Bretagne, am Rande der Atlantikküste.

 

Über Revier, Wind & Wetter und Gezeiten & Strom ist Folgendes zu lesen:

 

  • „Obwohl es im Golfe du Morbihan recht kräftig blasen kann, werden hauptsächlich Kenntnisse in Tidengewässern gefordert.
  • Seekarte: Frz. Sportbootkarte 7034L / Golfe du Morbihan.
  • Über den Atlantik heranziehende Tiefs bestimmen das Wetter in diesem Revier. Der Wind kommt fast ausschließlich aus westlicher Richtung.
  • Bei Springtide kann der Tidenhub bis zu 5 m betragen. Dann läuft in manchen Passagen Strom bis zu 9 kn. Bei Nipptide ist das Revier hingegen harmlos.
  • Hier wird ausschließlich terrestrisch navigiert.“

 

Anmerkungen: Fürs Küstenkanuwandern bietet sich im nur 21 langen und 5 km breiten Golf ein Standquartier an, von dem aus in Tagesetappen der ganze Golf befahren werden kann. Dafür geeignet sind insbesondere Zeltplätze, die nahe am Meer bzw. tief im Festland liegen.

 

Quelle: SEGELN, Nr. 11/07, S.64-71 – www.segelnmagazin.de

Literatur: U.Beier: Atlantische „Spritz“-Touren, in: Kanu-Sport 1/90, S.11-15. Ein Auszug:

Das Revier: „Der südlich von Vannes gelegene Golf sieht eigentlich aus wie ein mit zahllosen Inseln übersäter See (Umfang: ca. 60 km). Im Golf fährt es sich (bei Windstille) wie auf einem Fluss mit teilweise starker Strömung. In Wirklichkeit ist es ein Binnenmeer (Mor-bihan = kl. Meer). Ein nur 1 km breiter Durchlass vor Port-Navalo verbindet diese Bucht mit dem offenen Meer („Baie de Quiberon“). Je nach Tidenstärke strömt hier das Wasser bis zu 18 km/h hinein bzw. heraus.“

Ein Kurzbericht: „Am Nachmittag schlugen wir auf dem – direkt am Golf liegenden – Zeltplatz „Camping de Bilouris“ (Halbinsel Rhuy, 3 km östlich von Port Navalo) unser Zelt auf und ließen bald darauf für eine kleinere „Spritz“-Tour („Wer weiß, wie am nächsten Tag das Wetter ist!?“) unsere Kajaks zu Wasser. Es war herrlich, so zwischen den Inseln hindurch in Richtung Meer zu gleiten. Es musste wohl gerade Tidenwechsel sein, da es kaum strömte. Wir wollten zur Insel Gavrinis und dort das interessanteste vorgeschichtliche Steindenkmal der Bretagne besichtigen: einen Tumulus (Grabhügel), der aus Feldsteinen 8 m hoch aufgeschichtet ist und einen Umfang von 100 m hat. Doch allmählich wurden wir in unseren Kajaks immer langsamer. Schließlich blieben wir in der zunächst unmerklichen Gegenströmung fast stehen. Dicht am Ufer einer Insel schlichen wir uns mühsam voran. Da hörten wir es auch schon rauschen und schließlich wurde sie sichtbar: eine ca. 30 m breite und 50 m lange Stromschnelle, durch die auf der anderen Seite der Insel das Tidenwasser schoss. Mit etwas Geduld (d.h. Umweg) und Geschick (d.h. „Seilfähren“-Technik“) meisterten wir einige solcher Passagen und kehrten abends um ein Erlebnis reicher zum Zeltplatz zurück. – Am nächsten Tag machten wird dann eine Rundtour: natürlich mit auflaufendem Wasser am Nord-West-Ufer hoch in Richtung Vannes, um die Ile de Boèdé herum zur Ile de Lerne. Dort warteten wir im Sonnenschein den Tidenwechsel ab. Dann ging’s mit ablaufendem Wasser aber Gegenwind (d.h. kurze, hohe Wellen) zurück. Das Süd-Ost-Ufer sollte man jedoch meiden, da es auf weiten Flächen schnell trockenfallen kann. Nach ca. 29 km waren wir wieder an unserem „Basislager“.