21.10.2011 Chilenische Fjorde (Revier/Ausland)

 

Wer Eisberge sehen will, findet sie nicht nur im Norden, sondern auch auf der Südhalbkugel, z.B. im Süden von Chile in Patagonien. Im KANU MAGAZIN berichten darüber die Faltboot-(FI)-Fahrer Paul Ulrich & Ina Koch, und zwar in dem Beitrag:

 

„Jenseits von Eden. 880 Kilometer durch chilenische Fjorde“

 

Insgesamt hatten sie geplant, 40 Tage unterwegs zu sein. Wegen mangelnder Einkaufsmöglichkeiten schleppten sie die gesamte Verpflegung mit (ca. 50 kg pro Boot plus 20 Liter Wasser). Für jeden der drei Teilnehmer waren pro Tag vorgesehen:

 

  • 150 Gramm Müsli mit Milchpulver, eine halbe Tafel Schokolade, 50 Gramm Nüsse und Trockenfrüchte, einen Müsliriegel, 100 Gramm Brot und Käse und abends ein Essen auf Basis von etwa 150 Gramm Nudeln oder Reis mit Soße!

 

Nach 9 Tagen saßen sie immer noch nicht in ihren Booten dank Fluglotsenstreik in Madrid, dank damit verbunden Versandverzögerungen bei den Faltbooten und dank „Montezumas Rache“ (chilenisches Hausmittel: „verkohlte Reis mit Zimt“). Ausgangsort war Puerto Edén. Es liegt mitten drin in der Fjordlandschaft und kann letztlich nur per Fähre erreicht werden.

 

Vor dem Start muss man sich beim örtlichen Marinebüro melden, um sich die Faltboottour endgültig genehmigen zu lassen; denn eine Voranmeldung ist schon lange vorher erforderlich. Daraufhin erhält man eine Ausrüstungsliste. Dem Marinebüro vor Ort muss man dann zeigen, dass man die geforderte Sicherheitsausrüstung dabei hat:

 

  • Satellitentelefon (das braucht man, um allabendlich der Marine seine Position zu melden),
  • EPIRB (Seenotsender)
  • Ukw-Sprechfunkgerät;
  • Signalspiegel,
  • Reservepaddel,
  • Schwimmwesten,
  • Neopren- oder Trockenanzug,
  • Signalraketen (kann man bei den Schiffsausstattern in den Hafenstädten Punta Arena bzw. Puerto Aysén kaufen).

 

Zur Navigation verwendet wurden topografische Karten (1:100.000) (bestellbar beim Institut Geografico Militar in Santiago ( www.igm.cl )) und ein örtlicher Tidenkalender (download über www.shoa.cl ).

 

Ja, wer noch mehr wissen möchte, muss sich schon den 10-seitigen Bericht (inkl. 15 Fotos) besorgen. Ihn gibt es im aktuellsten Heft von KANU MAGAZIN. Wer sich beeilt, kann noch im chilenischen Sommer (Lufttemperatur: 8-15°C; Wassertemperatur: 8° C) dort unten auf Tour gehen; denn erst im März beginnt auf der Südhalbkugel der Herbst.

 

Quelle: KANU MAGAZIN, 8/11, S.24-33 – www.kanumagazin.de