07.04.2004 Kotzen, kämpfen, kentern, kapitulieren: Freya’s 222. Fahrtentag (Revier/Ausland)

 

Ja, auch der beste Seakayaker und natürlich auch die beste Seakayakerin ist dagegen nicht gefeit, seekrank zu werden, zu kentern und aussteigen zu müssen. Zumindest Freya Hoffmeister hat das alles zusammen an einem einzigen Tag, an ihrem 222. Fahrtentag, erlebt:

 

Sie startete Oster-Samstag eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang, so um 8.45 Uhr. Frühstücken wollte sie draußen unterwegs auf dem Wasser. Als es Zeit gewesen wäre, etwas zu essen, war sie jedoch in der 4 Meter hohen Dünung schon seekrank und somit auch appetitlos geworden. Die Folge: Sie musste immer mal wieder erfolglos würgen, ohne dabei eine gewisse Erleichterung zu verspüren.

 

Nachdem sie über 30 km schon zurückgelegt hatte, entschloss Sie sich um kurz nach 15 Uhr dazu, an der nächst möglichen Stelle, nämlich Rada Ranu-Beach, anzulanden. Gedacht, gesucht, getan. Es galt jedoch fünf Brandungsketten zu überwinden. Zuvor machte sie sich dafür bereit: Life-Line und Paddelsicherungsleine lösen, Schwimmweste und Schutzhelm anziehen sowie Steuerfinne halb hochziehen. Dann wurde sie auch schon von der ersten Brecherreihe mitgenommen und umgeschmissen. Erst der zweite Rollversuch klappte. Sie war okay, jedoch gab es Probleme mit dem Steuerblatt: Es stand auf Kurve und ließ sich nicht wieder zurückstellen. Da kam schon die zweite Brecherreihe. Sie kenterte erneut und fühlte sich plötzlich zu schwach, um zu rollen! Alle ihre Rollfertigkeiten (immerhin beherrscht sie über 30 Varianten der Greenlandrolle) nutzten nichts. Sie musste aussteigen und sich zu Fuß zum Spülsaum vorkämpfen… genau vor den Augen von vier zufällig vorbei kommenden Zuschauern!

 

Wer den Originaltext dazu lesen möchte, der möge ihren Blog-Eintrag vom 222. Fahrtentag (7.4.12) aufrufen:

 

http://freyahoffmeister.com/2012/04/08/sat-0704-2012-day-222/

 

Text: U.Beier