08.03.2013 Colombia passé: Freya Hoffmeister nähert sich dem Panama-Kanal (387. - 413. Fahrtentag) (Revier/Ausland)

 

Nach Ecuador (14.01.-7.02.13 = 851 km) hat Freya Hoffmeister nun auch Kolumbien hinter sich gelassen (7.02.-27.02.13 = 660 km). 21 Tage hat sie dafür benötigt, von denen sie 14 Tage gepaddelt ist (= 67%). An ihren Paddeltagen hat sie durchschnittlich 47 km/Tag zurückgelegt und ist dabei durchschnittlich mit 5,7 km/h (ohne Landgang, aber mit Pausen auf dem Wasser) vorangekommen.

 

Die Passage entlang der kolumbianischen Küste hatte schon ihren besonderen „Charme“. Zum einen erlebte sie bereits an ihrem zweiten Tag in Kolumbien in der kleinen Hafenstadt Tumaco einen Karnevalsumzug:

 

https://picasaweb.google.com/112133179186774955122/SouthAmericaSection2Stage12Colombia1EsmeraldasBoarderColombiaPanama?noredirect=1#5843399030461823170

 

… und zwar auf Booten und zum anderen unterwarf sie sich einem „24-Stunden-rundum-Begleitschutz“ durch die Coastguard

 

Das mit dem Begleitschutz war für sie eigentlich nichts Neues; denn schon in Ecuador wurde sie von der ecuadorianischen Navy bzw. Coastguard fast jeden Tag zumindest für jeweils einige Stunden begleitet und von den 24 Nächten verbrachte sie zu ihrem eigenen Schutz 14 Nächte auf einem Gelände, zu dem nur die Navy Zutritt hatte.

 

Nun aber erfuhr Freya in Kolumbien die „totale“ Steigerung eines solchen Begleitschutzes. Alle 21 Übernachtungen fanden unter dem Schutz der Navy statt, 10 Übernachtungen davon erfolgten auf einem offenen Motorboot der Coastguard … und wenn sie mit ihrem Seekajak unterwegs war, wurde sie von der Coastguard aus der Ferne beobachtet & bewacht.

 

„Stillstand ist Rückschritt!“. Dies könnte Freya’s Leitspruch sein. Kolumbien ist passé! Seit dem 27.02.13 paddelt sie entlang der Küste Panamas. Ca. 310 km sind es noch bis zum Panama-Kanal, 120 km davon hat sie schon wieder hinter sich gebracht (4.03.13). Die panamesische Navy („Aeronaval“) bzw. Polizei („Senafront“) hat wohl die Rundum-Bewachung gelockert, aber dennoch kümmerte sie sich bislang täglich um Freya.

 

Z.B. am 1.03.13, ihrem 409. Fahrtentag, ließ man sie „unbeaufsichtigt“ Strecke paddeln und empfahl ihr einen Strand in der Nähe einer Siedlung mit Navy-Station, wo es nicht so gefährlich sein sollte. Freya entschied sich jedoch dazu, schon einige Strände vorher mitten in der unberührten „Botanik“ anzulanden und zu übernachten. Spät am Nachmittag tauchte dann jedoch ein mit 5 Mann besetztes „Senafront“-Boot auf. Man entdeckte sie und gab ihr Zeichen, die darauf hindeuteten, dass sie weiterpaddeln sollte. Freya genoss aber die Abgeschiedheit & Ruhe ihres Biwakplatzes und machte keine Anstalten, Zelt & Gepäck wieder einzupacken und durch die Brandung hinaus zu paddeln. Da ihre Bewacher sich wohl nicht trauten, mit ihrem Boot durch die Brandung an den Strand zu fahren, wurden zwei Polizisten an Land geschickt, die es auch schwimmend erreichten. Doch auch sie konnten Freya nicht dazu veranlassen, ihr Lager abzubrechen und weiter zu paddeln. Also schwammen die beiden wieder durch die Brandung zurück zu ihrem Boot, das sie mit Mühe erreichten. Aber ihre Bewacher waren wohl genauso „dickköpfig“ wie Freya, Zumindest tauchte um Mitternacht ein kleiner Trupp Soldaten mit „Fährtenleser“ auf, setzten sich neben Freya’s Zelt und bewachten sie laut unterhaltend und Zigaretten qualmend bis zu ihrem Start kurz nach Sonnenaufgang.

 

Am 4.03.13 trennten Freya nur noch ca. 190 km von der Einfahrt in den Panama-Kanal … sofern sie plant, mehr oder weniger dicht entlang der panamanesischen Küste zu paddeln. Würde sie jedoch den Sprung über das „Archipélago de las Perlas“ wagen:

 

è http://maps.google.de/maps?ll=8.5123168,-79.011719&z=9&t=h&hl=de

 

wären es nur noch ca. 165 km inkl. zwei Querung über das offene Meer, wobei die eine ca. 50 km lang ist und die andere ca. 65 km. D.h. in 3 Paddeltagen könnte sie schon an die Schleusentore des Panama-Kanals „klopfen“ und um Einlass bitten. Wer Freya kennt, ahnt, für welche Route sie sich entschieden hat, nämlich für die kürzere Inselroute.

 

Bei der Querung hinüber zum Archipélago am 5.03.13, ihrem 413. Fahrtentag wurde ihr jedoch nichts geschenkt. Schon am späten Vormittag kippte die Tide und sie musste gegen den Strom anpaddeln. Außerdem nahm der Wind zu und blies mit bis zu 5 Bft. von vorn. Zeitweise kam Freya bei einer Strom- & Windabdrift von bis zu 45° nur noch mit 2-3 km/h vorankam. Es blieb ihr daher nichts Anderes übrig, als eine Kursänderung vorzunehmen. Statt die 50 km von ihrem Startort entfernt liegende Isla San Telmo steuerte sie die weit draußen vor dem Archipélago liegende unbewohnten Isla Galera an. Nach 43 km und  9:35 Std. konnte sie schließlich die kleine Insel betreten. Früh genug, um für die Weiterfahrt am nächsten Tag wieder fit zu sein!

 

Freya ist jetzt am 5.03.13 theoretisch nur noch 2 Paddeltage vom Panama-Kanal entfernt. Es hängt nun wohl ganz allein vom Wetter ab, ob sie das auch in dieser Zeit schaffen wird.

 

Text: U.Beier

Link: http://freyahoffmeister.com/freyas-blog/

http://freyahoffmeister.com/2013/03/04/fri-0103-2013-day-409/ (Fahrtentag #409)

http://freyahoffmeister.com/2013/03/08/tue-0503-2013-day-413/ (Fahrtentag #413)