09.04.2013 Ostschwedische Schären (Revier/Ausland)

 

Die schwedische Schärenlandschaft ist recht vielfältig. Dennoch findet man immer nahe der Küste viel Wald und mehr Häuser und weit draußen viele nackte Felsen und mehr Wind & Welle. Dennoch können hier folgende Empfehlungen ausgesprochen werden:

 

Wer die kahle, mächtige Felslandschaft und Seegang liebt, sollte zu den westschwedischen Schären insbesondere nördlich von Göteborg bis norwegische Grenze fahren und dort paddeln:

 

http://forum.kanu.de/showthread.php?t=7190

 

Als Startorte bieten sich u.a. an: Zeltplatz in Stocken (Insel Orust) bzw. Badeplatz in Bovallstrand.

 

Wem Wald und eine Vielzahl von Ferienhäusern gefallen, der sollte in den Stockholmer Schären paddeln:

 

http://forum.kanu.de/showthread.php?t=5728

 

Diese Insellandschaft zwischen Nynäshamn und Arholma hat jedoch ihren Preis, nämlich zum einen die längere Anfahrt und zum anderen die geringere Anzahl von geeigneten Übernachtungsmöglichkeiten draußen in den Schären, denn fast überall stehen Ferienhäuser. Dafür kann in Sandhamn so richtig Mittsommernacht gefeiert werden und bei der Rückfahrt Stockholm ein Besuch abgestattet werden (è Bredäng Camping).

 

Und wem dichte Kiefernwälder gefallen, die nicht nur am Festland und bloß auf der ersten Inselkette zu finden sind, sondern auch weiter draußen - manchmal noch auf der dritten, vierten und fünften Inselkette -, der sollte die ostschwedischen Schären anlaufen, die so zwischen Oskarsham und Stockholm liegen. Empfehlenswert ist m.E. die Strecke zwischen Figeholm (nördlich von Oskarsham) und Arkosund. Als Startorte bieten sich die Zeltplätze in Blankaholm, Västervik, Loftahammar und Gryt an.

 

Wem das alles noch nicht genügt, der kann ja die zu Finnland gehörenden Aland-Inseln anpeilen. Sie stellen eine Verlängerung der schwedischen Schären dar, liegen mitten in der Ostsee zwischen Stockholm (Schweden) und Tukur (Finnland). Sie bieten von allem etwas. Leider ist die Anfahrt etwas lang, so dass sich eine Paddeltour erst lohnt, wenn wir mindestens für 3 Wochen Urlaub nehmen:

 

http://forum.kanu.de/showthread.php?t=5218

 

Schließlich gibt es noch die südschwedischen Schären, d.h. den Schären vor Karlskrona (südwestlich der Insel Öland):

 

http://forum.kanu.de/showthread.php?t=2441

 

Das Gebiet ist jedoch sehr klein. In 2-3 Tagen haben wir „alles“ gesehen. Wer also kein Fan von „Standquartieren“ ist, der sollte dort höchstens einen Zwischenstopp einlegen; denn die richtigen Schären fangen erst 150 km weiter nördlich an.

 

*****

 

Was nun die ostschwedischen Schären betrifft, finden wir hierzu in KANU-SPORT einen Beitrag von Ursula & Jürgen Stecher mit dem Titel:

 

„Kurs Nord durch die Schärenwelt“.

 

Dort wird eine Tour beschrieben, die den Süden der ostschwedischen Schären abdeckt. Gestartet wird von Revsudden aus (nördlich von Kalmar, gegenüber der Insel Öland). Der nördlichste Punkt der Tour liegt in der Nähe von Västervik. Dann geht es wieder etwas zurück bis Blankaholm, wo die Seekajaks endgültig an Land gezogen werden.

 

Der Bericht ist recht umfangreich (8 Seiten!) und reichlich bebildert (12 Fotos). Am Schluss gibt es zusammenfassend einige allgemeine Infos zum Tourengebiet einschließlich einer Kartenübersicht, die jedoch so klein ist, dass selbst eine Lupe kaum hilft zu erkennen, wo die Tour startet und wo sie entlang läuft. Immerhin gibt es ein Karte, aber warum muss sie so klein sein und warum zeigt sie vom Ausschnitt her nicht, in welchem Teil Schwedens gepaddelt wurde.

 

Zur Navigation empfohlen werden topografische Karten („Terrängkartan“) im Maßstab 1:50.000. Die gewünschten Streckenabschnitte sollten als A3-(Farb)-Kopie auf „Vor- und Rückseite in Folie geschweißt werden; (denn das) erleichtert die Handhabung auf Deck.“

 

Als Karten für diese Tour kommen in Frage:

 

528 Borgholm

536 Oskarshamn

549 Misterhult

560 Västervik

 

und für den, der noch weiter nördlich paddeln möchte:

 

572 Gryt

582 Nyköping

 

Es empfiehlt sich, die Karten schon rechtzeitig in Deutschland zu besorgen (ca. 14,- Euro je Blatt), z.B. bei www.nordland-shop.com , dann haben wir noch Zeit, die Karten zu Hause einzulaminieren.

 

Wer es einsamer haben möchte, sollte zwischen Mitte Mai und Ende Juni unterwegs sein. Die Autoren selber empfehlen Juli/August. … und wer nicht „verdursten“ will, sollte – sofern es sich anbietet – sein Trinkwasserreserven auffüllen.

 

Übrigens, auch anderen Küstenkanuwanderern scheint dieses Gebiet zu gefallen. So ist fast zur selben Zeit im KAJAK-MAGAZIN ein Bericht von Björn Nehrhoff von Holderberg erschienen:

 

„Misterhult Skärgard. Robinson an jedem Tag“

 

Er startete in der zweiten Septemberhälfte zu einer Rundtour von Blankaholm aus, zunächst etwas gen Süden und danach hoch bis Västervik … und ich selber werde dieses Jahr ebenfalls von Blankaholm aus mit einer Gruppe zu einer 10-tägigen Rundtour aufbrechen und je nach Wetterlage an Västervik und Loftahammar vorbei bis hoch nach Kvädö paddeln. Einen Bericht darüber habe ich auch schon geschrieben … und zwar im KANU-SPORT, Nr. 4/90, und im SEEKAJAK, Nr. 34/92. Der Titel:

 

„Bla Kusten. Eine Kajakrundfahrt durch den ostschwedischen Schärengarten“

 

Text: Udo Beier

Quelle:

KANU-SPORT, Nr. 4/13, S.10-17 – www.kanu.de

KAJAK-MAGAZIN, Nr. 3/13, S.14-20 – www.kajak-magazin.com