23.03.2014 Rund Mallorca (Spanien) (Revier/Ausland)

 

Im KANU MAGAZIN berichtet Björn Nehrhoff in dem Beitrag

 

„MAL(LE) ohne Ballermann.

In zehn Tagen mit dem Kajak rund um Mallorca“

 

über eine Mallorca-Umrundung im September 2013. Gerundet wurde im Uhrzeigersinn, gestartet in Port de Pollenca und gepaddelt mit seetüchtigen Seekajaks, die z.B. direkt am Startort gemietet werden können (è www.piraguasgm.com ).

 

Übrigens, Port de Pollenca liegt im Nordosten von Mallorca. Es ist nicht nur deshalb ein idealer Startort, weil wir dort seetüchtige Seekajaks mieten können, sondern wir haben von hier aus auch die Möglichkeit, bei widrigen Windverhältnissen zunächst im vom Wind geschützteren Bereich zu paddeln. D.h. bei westlichen Winden wird im Uhrzeigersinn gerundet und bei östlichen Winden entgegen dem Uhrzeigersinn.

 

Was die „Beste Zeit“ betrifft, wird im Beitrag ausdrücklich hervorgehoben, dass es

 

 

Aber diese paar Hinweise reichen m.E. nicht aus; denn der Wind ist bei einer Mallorca-Umrundung die Größe, die in Verbindung mit der überwiegend felsigen – d.h. Wellen reflektierenden – Küste entscheidend die Gewässerschwierigkeiten bestimmen!

 

Im laufenden Text – quasi so als Nebenbemerkung - finden wir dann jedoch noch Hinweise auf den „Tramontana“, einen „mächtigen Nordwestwind“, der wohl ob seiner Heftigkeit kein Freund von Insel umrundenden Kanuten sein soll. Und dann gibt es sicherlich auch auf Mallorca den zwischen Mitte Mai bis Mitte September vom Sonnenschein „angefeuerten“, kurz vor Mittag einsetzenden „Seewind“, der einen tagtäglich mit brechender Windsee und Kreuzseen erzeugende Reflektionswellen versorgt. Ebenfalls nur am Rande wird dieser, die tägliche Tourenplanung wesentlich bestimmende Wind, erwähnt: „Typischerweise verstärkt sich (der Wind) ab mittags, so dass wir später am Tage mitunter gegen fünf Windstärken anpaddeln müssen. Ganz schnell werden so aus Langschläfern im Team Anbeter des Sonnenaufgangs.“

 

D.h. der Bericht muss schon gründlich gelesen werden, um zu erkennen, dass ein Inselumrunder häufiger - als den meisten von ihnen lieb ist - mit 4-5 Bft. Wind zu kämpfen hat, der die mitten im Mittelmeer liegende Insel mit Wellen „versorgt“, die auch mal drei Meter hoch sein können und ihn dann wegen der Felsküste zu Tagesetappen zwingen, die auch mal länger als 40 Kilometer sind.

 

Der 10-seitige Bericht ist „anregend“ geschrieben, die 15 Fotos lassen einen „sehnsüchtig“ werden und die Kartenskizze von Mallorca ist größer als eine „Briefmarke“. Leider fehlen Hinweise, wie viel Kilometer wir eigentlich bei einer Umrundung zurücklegen müssen (ca. 300 – 350 km je nachdem, ob die Buchten ausgefahren werden?) und welche Karten verwendet wurden. Ist etwa ganz ohne Karte, Kompass bzw. GPS gepaddelt; denn auf den Fotos ist nichts davon auf den Seekajaks zu entdecken? Können wir also getrost ohne solche Navigationsmittel unsere Umrundung starten. Brauchen wir lediglich darauf zu achten, bei einer Umrundung im Uhrzeigersinn Mallorca stets rechts liegen zu lassen? Und können wir uns dann wirklich blind darauf verlassen, dass es möglich ist „in abgeschiedenen Buchten zu campieren, die sich alle 10 oder 20 Kilometer zwischen den Felsen verstecken und die nur zu Fuß oder eben mit dem Boot erreichbar sind“?

 

Nachzutragen ist noch Folgendes:

 

Wer sich selber mal einen Kartenüberblick von Mallorca verschaffen möchte, der kann sich im Internet kostenlosen entsprechende Karten anschauen, zum einen über Google Earth, und zum anderen über:

 

è www.navionics.com/en/webapp (Seekarte)

è www.openstreetmap.org/#map=10/39.6083/3.0363 (Landkarte)

 

Vielleicht ist es ja schon „oldfashioned“, wenn bei einer solchen Insel, die keine navigatorischen Schwierigkeiten bereitet, mit Papierkarten navigiert wird. Wenn schon, dann sollten jedoch topografische Karten (1:50.000 – 1:100.000) den Seekarten vorgezogenen werden; denn das zentrale Navigationsproblem einer Mallorca-Umrundung ist es doch, Pausenbuchten, Übernachtungsmöglichkeiten und einen Pfad von der Küste zu öffentlichen Straßen ausfindig zu machen. Letzteres sollte dabei nicht vernachlässig werden, z.B. für den Fall, um Hilfe zu holen oder von nächtlichen Besuchern nicht überrascht zu werden.

 

Und wer sich über die Wetterlage informieren will, sollte

 

Z.B. wurde am 24.3.14, 18 Uhr, für die Nordküste Mallorcas für den 25.3.14, 12 Uhr, Folgendes prognostiziert:

Wassertemperaturen = 14° C,

Wind = 5 Bft. aus W-NW in Böen 8 Bft.,

Welle = 2,5 m;

und für 18 Uhr:

            Wind = 5 Bft. aus SW in Böen 6-7 Bft.

            Welle = 1,5 m

            Schauer

 

Text: Udo Beier

Quelle: KANU MAGAZIN, Nr. 2/14, S.14-23 – www.kanumagazin.de

 

Links:

Soeder,M.: Alle mal nach Malle (Mallorca)

aus: Kanu Magazin 5/04, S.70-73 – www.kanumagazin.de

è www.kuestenkanuwandern.de/revier_a/040618_f.html

 

Amme,M.: Seitensprünge auf Mallorca

aus: Yacht 15/05, S.40-47 – www.yacht.de

è www.kuestenkanuwandern.de/revier_a/050714_b.html

 

Victor,C.: 5 auf einen Streich: Mallorca – Cabrera – Ibiza – Formentera – Menorca

aus: Segeln 12/07, S.52-59 – www.segelnmagazin.de

è www.kuestenkanuwandern.de/revier_a/071128.html

 

N.N.: Ab in den Süden (u.a. Wind & Wetter am Mittelmeer)

aus: Yacht 3/11, S.26-47 – www.yacht.de

è www.kuestenkanuwandern.de/revier_a/110119.html

 

Raumel,F.: Sa volta del sol – Mallorca Süd- und Ostküste

aus: Kanu Sport 10/2012, S.14-19 – www.kanu.de

è www.kuestenkanuwandern.de/revier_a/121016.html