25.08.2014 Dänische Inseln: Auf den Spuren von Herbert Müller (Revier/Ausland)

 

Herbert Müller? Nun, das ist ein alter „Seebär“ aus Neumünster, der in den 70er und 80er Jahren sich zum Ziel gesetzt hatte, möglichst jede Insel im Umfeld der deutschen und dänischen Ostsee (aber auch der Deutschen Bucht) einmal mit dem Kajak anzulaufen.

 

Herbert war noch ein Kanute alter „Schule“, d.h. er „traute“ sich aufs Meer hinaus mit einem 430er Wanderboot, unabgeschottet, aber mit Auftriebsschläuchen, in denen jedoch Konservendosen verstaut waren. Aus meiner Sicht (damals 45) war Herbert nicht mehr der „Jüngste“, was ihn jedoch nicht daran hinderte, Jahr für Jahr DKV-Großgewässerfahrten insbesondere auf der Ostsee anzubieten, die stets als Rundtouren ausgeschrieben waren.

 

Ich selbst nahm an zwei „Müller-Touren“ auf dänischen Gewässern teil. Anfangs wurde ich von Herbert skeptisch beäugt; denn mit meinem Seekajak gehörte ich damals – zumindest bei seinen Fahrten – noch zur Minderheit. Sein Kommentar: „Wenn ihr kentert, seid ihr genauso hilflos der See ausgeliefert wie wir in unseren Wanderbooten.“ Dann ging es los:

 

 

Anscheinend hat mich Herberts Art der Revierauswahl und Tourenplanung unbewusst geprägt. Zumindest meinte mal eine Mitpaddlerin zu mir: „Udo, mit Dir zu paddeln, ist wie mit Herbert Müller zu paddeln!“ Ich habe es als Kompliment aufgefasst, obwohl seine „Große Belt“-Tour fasst scheiterte (s. hierzu mein Bericht im SEEKAJAK, Nr. 20/89, S.20-27). Immerhin gab mir diese Tour damals die Gelegenheit, mich intensiver mit den Risiken von Gruppentouren aufs Meer hinaus auseinanderzusetzen.

 

In der Zwischenzeit hat sich vieles beim Küstenkanuwandern verändert … die Reviere sind jedoch geblieben, wenn auch einem das Biwakieren nicht mehr so leicht gemacht wird. Ich habe mich daher gefreut, im KAJAK-MAGAZIN den folgenden Beitrag von Björn Nehrhoff von Holderberg entdeckt zu haben:

 

„Eine Kajaktour im Smalandsvarvandet“

 

6 Seiten bringen das fast vergessene Revier östlich des Großen Belt wieder in Erinnerung. Und 7 Fotos machen es schmackhaft. Schade nur, dass eine lediglich briefmarkengroße Kartenskizze, die sogar Teile von Norwegen, Schwedens und Norddeutschland mit einschließt, dem Leser zur Orientierung dienen muss. Ist es denn dem Verlag wirklich zu teuer, von z.B. Jübermann eine maßgeschneiderte Kartenskizze vom Smalandsvarvandet zeichnen zu lassen? Notfalls genügt doch auch eine Handskizze des Autors!? So bleibt uns nichts anderes übrig, als bei GOOGLE EARTH die Insel „Femö“ einzugeben und dann solange zu zoomen, bis das ganze smaländer Fahrwasser auf dem Monitor erscheint.

 

Text: Udo Beier

Quelle: KAJAK-MAGAZIN, Nr. 4/14, S.68-77 – www.kajak-magazin.com