07.01.2015 Everglades (Florida) (Revier/Ausland)

 

In KANU-SPORT, Nr. 12/14, S.24-29, berichtet der US-Amerikaner mit deutscher Herkunft, Reinhard Zollitsch, in dem Beitrag:

 

„Solo-Kanucamping im Everglades-Nationalpark (Fernweh: Florida, USA)“

 

über eine 282 km lange und 13 Tage dauernde Tour im halb abgedeckten Solo-Seekanu (mit Fußsteuerung). Der Beitrag enthält 8 Fotos, ein paar Kurz-Infos und eine sehr genau Kartenübersicht vom Nationalpark:

 

http://www.nps.gov/ever/planyourvisit/index.htm

 

die aus welchem Grund auch immer beim Abdruck so stark verkleinert wurde, dass wir darauf nichts erkennen können. Der 6-seitige Bericht ist chronologische verfasst, aber dennoch interessant zu lesen, zumindest für den, dem dieses Revier überhaupt nicht vertraut ist. Leider können wir nicht der Streckenverlauf auf der Karte verfolgen. Vielleicht kann da GOOGLE EARTH weiterhelfen:

 

https://www.google.com/maps/place/Flamingo+Visitor+Center/@25.3372549,-80.9464439,221627m/data=!3m1!1e3!4m2!3m1!1s0x88d9e1749346f29f:0xc6e734e4cfdae2cf

 

Gestartet ist R.Z. vom Flamingo-Campingplatz. Bevor es aufs Wasser ging, musste er sich jedoch beim zuständigen Ranger-Büro einchecken und jene 13 Übernachtungsplätze reservieren, die R.Z. plante, unterwegs per Kanu anzulaufen. Übrigens, eine solche Reservierung ist frühestens 24 Std. vor dem Start möglich. Dann ging es los:

 

1. Tag (Golfküste): Flamingo – East Cape SableMiddle Cape;

2.-4. Tag (Golfküste/Lagune): Ponce de Leon Bay – Mündungsarme des Shark River – Graveyard Creek Camp – Hog Key – wechseln in die innere Lagune – Pavilion Key (Probleme: zu flaches Wasser in der Niedrigwasserephase; Wind & Welle);

5. Tag (Flussfahrt):Chatham River (flussaufwärts) – Sweetwater Chickee (=> 4x4m große überdachte Holzplattform dient als Übernachtungsplatz);

6. Tag (See-/Flussfahrt): Alligator – Plate Creek – Lostmans Five;

7. Tag (seitab der nummerierten Wasserweg): Rogers Chickee;

8. Tag (Flussfahrt zu Golf): Rogers Fluss – Broad Creek – Nightmare;

9. Tag (trockenfallender Bach): Fahrt durch einen Tunnel bildenden Mangrovenwald nach Doppel-Cickee (Harney-Fluss);

10 Tage (Nebenarme des Harney-Flusses): Tarpon Bay – Camp „Cane Patch“

11. Tage (kleinere Fluss wegen Windschutz): Avocado Creek – Shark River ChickeeOyster Bay Chickee;

12. Tag (usw.): Kormoran Pass – Watson Chickee – Nebenarme des North Rivers – North River Chickee – Roberts River – Roberts River Chickee;

13. Tag (usw.): Whitewater Bay – Joe River – South Joe ChickeeTarkpon Creek – Cot Bay, Buttonwood Kanal – Flamingo Campingplatz.

 

Nicht die Kilometer, sondern die Natur prägte die Paddelei. Zum einen war es der Wind, der öfters bis zu 7 Bft. wehte und einem mit dem Seegang als Begleiterscheinung die eigenen Grenzen aufzeigte. Notfalls könnte man jedoch fast jederzeit die Ranger bitten, einen per Motorboot herauszuholen.

 

Zum anderen war es die Tierwelt, die einen „wach“ hielt. So trieb mal ein Manatee (Seekuh) im Wasser. Und ein anderes Mal lag ein Alligator quer zu einem schmalen Flusslauf, der durch den Mangrovenwald führt und die Frage aufwarf, ob R.Z. sich von der Strömung mit seinem Kanu über den Schwanz oder Kopf des Alligators treiben lassen sollte!? Zum Glück tauchte jedoch der Alligator vorher ab. Ein anderes Mal hatte er Gegenverkehr. Eine Schule Flussdelphine kam ihm im engeren Flussbett entgegen. Die „Bugwelle“ war so mächtig, dass sie ins Kanu schwappte! Und einmal musste R.Z. den Übernachtungsplatz mit einer Klapperschlange teilen. Leider waren die meisten Nächte etwas eintönig; denn vor lauter Mücken empfahl es sich, die Zeit nach Sonnenuntergang im Zelt zu verbringen!

 

Navigiert wurde nach „NOAA Seekarten“, Kompass, Stoppuhr, aber ohne GPS. Dafür führte R.Z. ein Satelliten-Telefon mit sich und einen „SPOT Locator Beacon“, der die Daheimgebliebenen per Knopfdruck täglich darüber informiert, wo man sich gerade aufhält!

 

Weiter Infos finden wir auf der Homepage des Nationalparks:

www.nps.gov/ever/index.htm

 

Zusammenfassung: Udo Beier