09.04.2002 Küstenkanuwanderwege (Revier)

Da im Kreis der Küstenkanuwanderinnen und -wanderer zum Thema "Küstenkanuwanderweg" Erklärungsbedarf besteht, möchte ich zum besseren Verständnis ein paar Erläuterungen bringen (siehe hierzu auch das DKV-Papier "Anpassung der Befahrensverordnung", online abrufbar unter: <http://www.kanu.de/natur/nationalpark_sh_wattenmeer.html> ).

a) Der DKV wünscht, dass in zentralen Bereichen des deutschen Wattenmeeres einige ausgewählte "Küstenkanuwanderwege" einzurichten sind, um auf diese Weise die durchgängige Querung des Wattenmeeres von West (Emden) nach Nord (List/Höjer) sowohl auf der Brandungs- und der Wattseite bzw. die Umrundung von Inseln und größeren Wattbereichen für alle Küstenkanuwanderinnen und -wanderer zu ermöglichen,

b) Die "Küstenkanuwanderwege" sollen insbesondere dort eingerichtet werden, wo allgemeine Schutzzonen (hier: Zone 1) bzw. besondere Schutzzonen (hier: Robben- bzw. Vogelschutzgebiete (RSG/VSG) eine Befahrung nicht zulassen und wo ein Ausweichen auf die offiziellen Fahrwassern aus der Sicht des Küstenkanuwanderns (hier: Gewährleistung der nautischen Sicherheit) nicht vertretbar, aber eine räumliche begrenzte Befahrung der Schutzzone (sog. "Korridor"-Lösung) aus Sicht des Naturschutzes akzeptabel erscheint.

c) Die Einrichtung von "Küstenkanuwanderwegen" wird insbesondere dann erforderlich, wenn bei der Novellierung der Befahrensverordnung die "3-Std.-Regelung" nicht gestrichen wird, da dann die Querung des Wattenmeeres z.B. im Bereich von Borkum (Nord), Langeoog (Nord/Ost), Knechtsände (West), Scharhörn (West), Trischen (West), Blauortsand (West), Außensände (Jappsand - Süderoogsand) (West) so erschwert wird, dass nur noch die Experten unter den Küstenkanuwanderern diese Streckenabschnitte befahren können.

d) Wird bei der Novellierung auf die "3-Std.-Regelung" verzichtet, so sind lediglich dort noch "Küstenkanuwanderwege" einzurichten, wo einzelne "Robben-/Vogelschutzgebiete" das durchgängige Küstenkanuwandern behindern. Unter Abwägung des Schutzzieles der Nationalparke von Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein betrifft dass dann im Wesentlichen die folgenden Bereiche: z.B. Borkum (Nord), Langeoog (Nord/Ost), Scharhörn (Trittstein), Außensände (West).

Die Forderung nach Einrichtung solcher "Küstenkanuwanderwege" wird in Anbetracht der geringen Befahrensdichte der Sportbootschifffahrt nicht nur von den Nationalparkämtern von Hamburg und Schleswig-Holstein wohlwollend zur Kenntnis genommen. Sowohl für den Bereich um Scharhörnriff als auch westlich der Außensände (Jappsand - Süderoogsand) sind solche Wege nicht mehr strittig, wenn auch der Name voraussichtlich etwas neutraler lauten wird, nämlich "Küstenwanderrouten".

Der DKV hält die Ausweisung solcher "Wanderrouten" für einen großen Gewinn für das Küstenkanuwandern. Ist es doch ihr Anliegen, ohne Gefährdung der eigenen Sicherheit durchgehend entlang der deutschen Nordseeküste zwischen Emden und List mit dem Kanu zu wandern, und zwar je nach Wetterlage auf wenigstens einer Route außerhalb der Inseln, Halligen bzw. Sänden (sog. "Brandungsroute") bzw. einer anderen Route im Wind- und Wellenschutz der Inseln, Halligen bzw. Sände (sog. "Wattroute").

Leider dauert es noch etwas, bis solche "Wanderrouten" offiziell in Kraft treten werden und leider - auch wenn schon lange darüber gemurrt wird - ist es auch noch nicht beschlossene Sache, dass die auf Initiative des DKV eingebrachte Forderung, die "3-Std.-Regelung" zu streichen, akzeptiert wird. Politik besteht nämlich darin, eine für alle Betroffenen akzeptable Kompromisslösung zu finden. Wer das aber nicht begreifen will, braucht sich dann nicht zu wundern, wenn wir alle später "weniger als Nichts" bekommen.

Text: Udo Beier