17.06.2004 Befahrung im Bereich Usedom (Nord) & Rügen (Südost) (Revier/Inland)

 

Nachdem am 21.02.04 zwischen „Naturschützern“ und „Naturnützern“ freiwillige Regionalvereinbarungen (inkl. Befahrensregelung) für das Gebiet Greifswalder Bodden und Strelasund getroffen wurden (s. auch Kanu Sport, Nr. 7/04):

 

è www.kanu.de/nuke/downloads/Befahrung-Greifswalder-Bodden-und-Strelasund.pdf

è www.wasser-sport-im-bodden.de

 

ist eine vergleichbare Vereinbarung am:

 

 

unterzeichnet worden.

 

Für das Gebiet Having (inkl. großer Teile des Nordufers des Hagensche Wiek) ist vorgesehen, dass die Flachwasserbereiche bis zur 2-Meter-Tiefenlinie ganzjährig nicht befahren werden dürfen (bislang war pauschal der 100-Meter-Uferstreifen für alle Wasserfahrzeuge ganzjährig gesperrt). Siehe hierzu auch die Karte, die im Internet abrufbar ist:

 

è www.wassersport-im-bodden.de/ergebnis/having.htm

 

Die freie und direkte Zufahrt zu allen Häfen und amtlich genehmigten Anlegestellen und Liegeplätzen ist jedoch davon ausgenommen. Somit ist die Zufahrt nach Seedorf und in den Selliner See erlaubt. Der im Norden von Seedorf liegende Neuensiener See und der Flachwasserbereich des Westufers des Selliner Sees darf jedoch nicht befahren werden.

 

Übrigens, die Befahrung der Bucht Having und des Selliner Sees dürfte insbesondere dann von Bedeutung sein, wenn wegen schlechten Wetters die Südostspitze Rügens nicht umrundet werden kann. Statt die ca. 28 km lange Umrundung zu wagen, kürzt man ab und paddelt insgesamt nur ca. 9 km, und zwar zunächst durch den Having und dann weiter durch den Selliner See bis zum Selliner Hafen im Norden des Sees. Anschließend setzt man per Bootswagen 2 km um z.B. zur Seebrücke Sellin.

 

Das Gebiet Wolgast betrifft im Wesentlichen die folgenden Bereiche (der genaue Grenzverlauf der einzelnen Gebiete ist Seekartenausschnitten zu entnehmen, die im Internet abrufbar sind):

 

è www.wassersport-im-bodden.de/ergebnis/peenem_ruden_struck.pdf

è www.wassersport-im-bodden.de/ergebnis/grwotig.pdf

 

 

An dem Zustandekommen der Vereinbarungen, die eine Ausweitung schon bestehender Schutzgebiete zur Folge haben, war u.a. auch Volkmar Schmuggerow (LKV-Wandersportwart Bezirk Ostseeküste) vom regionalen Kanusportverein Wolgast beteiligt. Er hat dabei vor allen Dingen darauf geachtet, dass diese Vereinbarungen praktikabel sind und nicht zu einer Erhöhung des Sicherheitsrisikos jener Küstenkanuwanderinnen/–wanderer führen, die die Insel Usedom umrunden wollen bzw. vorhaben, entlang der Ostseeküste, z.B. von Stralsund aus kommend nach Wolgast bzw. seeseitig von Usedom zu paddeln.

 

Deshalb wurde auch akzeptiert, dass „in Ausnahmefällen Kanuten zur Vermeidung einer unzumutbaren Gefahr bei Starkwind den Flachwasserbereich (der Insel Struck) durchfahren können. Es ist jedoch ein möglichst großer Abstand vom Ufer sowie von Vogelansammlungen einzuhalten.“

 

Wer jedoch von dieser Ausnahmeregelung Gebrauch machen will, sollte sich bewusst sein, dass die Schutzgebiete hauptsächlich deshalb nicht befahren werden sollen, da es sich hierbei um schützenswerte Flachwasserbereiche handelt, die meist nur 20 bis 50 cm tief und teilweise mit Steinen durchsetzt sind. Möchte jemand im Wind- und Wellenschutz des nahen Ufers paddeln, dem könnte es passieren, dass er sich mit dem Kajak im seichten Wasser fest fährt bzw. bei unverhoffter Steinberührung das Unterwasserschiff seines Kajaks beschädigt.

 

Wer daher nicht sicher ist, ob er bei der vorherrschenden Wetterlage die Insel Struck (ca. 12 km) bzw. die Nordspitze Usedom (ca. 19 km) umpaddeln kann, der sollte in Erwägung ziehen, entweder einen Ruhetag einzulegen, um auf Wetterbesserung zu warten, oder per Bootswagen über Landstraßen abzukürzen (jeweils ca. 5 km).

 

Link: www.wassersport-im-bodden.de

Weitere Infos: WWF Projektbüro Ostsee, Knieperwall 1, 18439 Stralsund