24.07.2005 Tourentipp: Richtung Neuwerk (3 Tage mit max. 135 km) (Revier/Inland)

 

Die Insel Neuwerk gehört zusammen mit den beiden benachbarten Düneninseln, den Vogelschutzinseln Scharhörn und Nigehörn, zum im Jahr 1990 gegründeten „Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer“.

 

Schutzzweck des Nationalparks

 

„Schutzzweck dieses Nationalparks ist es, das Wattenmeer einschließlich der Inseln in seiner Ganzheit und seiner natürlichen Dynamik um seiner selbst willen und als Lebensstätte der auf diesen einmaligen Lebensraum Watt angewiesenen Arten und der zwischen diesen Arten bestehenden Lebensgemeinschaften zu erhalten und vor Beeinträchtigungen zu schützen. … Insbesondere sind Sand- und Schlickwatten, Priele, Sande, Platen sowie Dünen und die diese Landschaftsteile untereinander verbindende, ungestörte und natürliche Entwicklungsdynamik zu erhalten. Weiter ist die ursprüngliche Dünen- und Salzvegetation zu schützen … Schließlich sind für die auf den Lebensraum Watt angewiesenen Arten als Lebensstätten insbesondere die geeigneten Fischlaich- und Fischaufzuchtgebiete, die Liege- und Aufzuchtplätze der Seehunde auf der Robbenplate, dem Wittsand und dem Bakenloch, die Brut- und Rastplätze der Seeschwalben auf Neuwerk, Nigehörn und Scharhörn, die Brut- und Rastplätze sowie Nahrungsgebiete der verschiedenen Wattvogelarten und die Mauserplätze der Brandenten zu erhalten.“             (§ 2 Gesetz Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer)

 

… etwas über die Insel

 

Neuwerk ist eine ungefähr 2x2 km große Insel, die - von Naturschutzflächen einmal abgesehen - im Wesentlichen land- und gastwirtschaftlich genutzt wird. Sie liegt nordwestlich von Cuxhaven ca. 12 km Luftlinie entfernt bzw. im nördlich von Spieka-Neufeld (ca. 15 km) bzw. im südöstlich von Helgoland (ca. 45 km). Aus der Sicht des Küstenkanuwanderns besteht der Reiz einer Neuwerk-Tour nicht in der Besichtigung dieser Insel, sondern in der Fahrt dorthin:

 

„Das Meer ist das Ziel.“

 

Es ist schon beeindruckend, fast ohne Landsicht durch eine unendlich weit erscheinende Wattlandschaft zu paddeln, die bei diesigem Wetter kaum Orientierungspunkte liefert … und in der Ferne ziehen – manchmal vom Horizont halb verdeckt – die großen Containerschiffe vorbei, so schemenhaft, dass manche meiner Mitkanuten schon die Meinung vertraten, kein Schiff sondern Helgoland vor sich zu haben.

 

Dennoch sollte bei einer Neuwerktour nicht nur der „Weg“ das „Ziel“ bleiben. Z.B. ist der aus dem 14. Jahrhundert stammende, 38 Meter hohe und mit 3 m dicken Backsteinwänden sowie einem quadratischen Grundriss versehene Leuchtturm, der einst sogar Klaus Störtebeker Zuflucht bot und nun auch für Touristen ein paar Betten reserviert hält, eine Besteigung wert. Bei guter Sicht ist das ganze Fahrtenrevier zu überblicken, welches wir bei einer verlängerten Wochenendtour befahren können.

 

Mit kurzen Unterbrechungen gehört Neuwerk schon seit 700 Jahren zu Hamburg. Damals hieß die Insel noch „Nova O“ (neue Insel), später „Nige O“ (nicht zu verwechseln mit „Nigehörn“, der im Westen im Scharhörner Watt künstlich geschaffenen Vogelschutzinsel). Vor noch nicht langer Zeit plante Hamburg auf Neuwerk einen Tiefseehafen anzulegen. Nachdem sich diese Pläne zerschlagen haben, griffen die „Naturschützer“ zu und erreichten es, dass das ganze Gebiet schließlich 1990 zum „Nationalpark“ erklärt wurde. Spätestens die uns nachfolgenden Generationen werden den Naturschützern dafür danken.

 

Wer Neuwerk besucht, darf nicht denken, allein dort zu sein. Es gibt wohl dort keinen Badetourismus, dafür aber einen Watttourismus. Vom nahen Duhnen (Vorort von Cuxhaven) und Sahlenburg kommen nämlich an den Wochenenden die Urlauber zu Fuß bzw. per Pferdekutsche übers Watt nach Neuwerk. In der Seekarte ist der offizielle 9 bis 11 km lange Wattwanderweg eingezeichnet. Meist geht es jedoch erst am nächsten Tag wieder zurück ans Festland. Während dieser Zeit herrscht in der Nähe der Gasthöfe „Partystimmung“. Übernachtet wird – sofern sich überhaupt schlafen gelegt wird -, entweder im Gasthof, im „Heuhotel“ (d.h. im Stroh) oder auf der Wiese (im Zelt).

 

Auf solch einer Wiese können auch die Küstenkanuwanderinnen und –wanderer ihre Zelte aufschlagen. Am nahesten zu den beiden Ausstiegsstellen:

 

 

liegt die Wiese des Gasthofes „Das alte Fischerhaus“. Die ca. 500 m zwischen Wasser und Wiese können per Bootswagen überbrückt werden.

 

Auch wenn die Küstenkanuwanderung im Mittelpunkt einer solchen Tour steht, sollten wir es nicht versäumen, eine Inselwanderung (ca. 4 km langer Rundgang immer auf dem Deich entlang inkl. Abstecher zum Leuchtturm) zu unternehmen. Wenn ein ganzer Ruhetag drin ist, könnten wir auch die 8 km über den Wattwanderweg hinüber zur Vogelschutzinsel Scharhörn wandern. Zuvor müssen wir uns jedoch beim Vogelwart anmelden und sein Okay abwarten (Tel. 04721-28584).

 

1. Vorsicht

 

Das Revier um Neuwerk herum ist windanfällig. Insbesondere an seiner Westseite (hier: Westseite des Großen Knechtsandes, der Hohenhörnsände und von Scharhörnriff) ist es mit Untiefen durchsetzt, bei denen bei einlaufender Düngung bzw. bei Winden ab 3 Bft. mit Brandung und Grundseen zu rechnen ist, die nicht jede Küstenkanuwanderin bzw. jeder Küstenkanuwanderer beherrschen wird.

 

Spätestens ab 4 Bft. Wind ist aber auch innerhalb des Reviers mit Schwierigkeiten zu rechnen, und zwar insbesondere bei Wind-gegen-Strom-Verhältnissen werden wir unterwegs auf steileren und kabbligeren Seegang (sog. „Stromkabblung“) treffen.

 

Schließlich ist die etwaige Querung des mind. 2 km breiten Fahrwassers der Unterelbe (hier: Norder- und Mittelrinne) nicht ganz unproblematisch und sollte nur bei wenig Seegang & Wind gewagt werden, und zwar auch dann nur, wenn sich kein großes Schiff am Horizont zeigt. Allein die Bedenken, das stark befahrene Fahrwasser nicht vor Durchfahrt des nächsten Schiffes queren zu können, sollte uns dazu veranlassen, die Passage des Schiffs erst einmal abzuwarten, statt mit „Tempo machen“ zu versuchen, doch noch rechtzeitig vor Annäherung des Schiffs das Fahrwasser hinter uns zu lassen!!!

 

Last but not least sollten wir uns nur dann mit Kajaks in dieses Revier wagen, wenn die ganz Mannschaft „seetüchtig“ ist:

 

 

2. Nationalparkregelungen zum Befahren & Betreten

 

Wer nach einer aktuellen Seekarte navigiert und immer den Fahrwassern entlang paddelt (hier: Weser-Elbe-Wattfahrwasser, Robinsbalje, Elbe-Neuwerk-Wattfahrwasser und Wattenweg „Neuwerkloch, sowie südlich der Mittelrinne) oder sich am Rand der Grenzen zur „Zone I“ aufhält (hier: Robbenloch, Nordertill, Westseite Scharhörnriff), dürfte keine Probleme mit dem Naturschutz bekommen (siehe hierzu auch die weiteren Ausführung über Befahrung, Betreten und Trittsteine unter „Kurz-Infos“).

 

3. Tourenverlauf

 

Als Startort für in Touren Richtung Neuwerk kommt in erster Linie Spieka-Neufeld in Frage. Je nachdem, welchen Kurs wir einschlagen, sind es 21 km (Direktfahrt) bzw. 48 km (westlich entlang des Großen Knechtsandes). Aber es ist natürlich auch möglich, von woanders her Neuwerk anzusteuern. Zur Auswahl stehen dabei:

 

 

und für „Experten“ auch:

 

 

Welche Route gewählt wird, hängt von den Gewässerbedingungen (hier: Wind-, Seegangs- und Strömungsverhältnisse) und der Leistungsfähigkeit der an der Tour teilnehmenden Küstenkanuwanderinnen und –wanderer ab.

 

Im Folgenden wird eine 3-tägige Tour vorgestellt, die von Spieka-Neufeld aus startet, auf Neuwerk für 2 Nächte ein Standquartier einplant und nach Spieka-Neufeld wieder zurückführt:

 

  1. Tag: Anfahrt Spieka-Neufeld - Neuwerk

Variante A1: Schlechtwetterroute (Direktfahrt): Östlich am Großen Knechtsand vorbei, dann übers Neuwerkloch nach Neuwerk (mind. 21 km);

Variante A2: Schönwetterroute (östlich am Großen Knechtsand vorbei, dann Umweg über Scharhörnriff): Wie A1, dann aber westliche Umfahrung des Scharhörnriffs und weiter über Elbe-Neuwerk-Fahrwasser nach Neuwerk (ca. 44 km)

Variante A3: Schönwetterroute (Umweg über Knechtsand): Westliche Umfahrung des Großen Knechtsands, dann übers Robbenloch und Neuwerkloch nach Neuwerk (ca. 48 km);

 

  1. Tag: Tagestouren Rund Neuwerk bzw. Scharhörn

Variante T1: Schlechtwetterroute (Rund Neuwerk): Entlang Elbe-Neuwerk-Fahrwassser, dann Umfahrung im Uhrzeigersinn immer an der Wattkante des Eitzensand entlang über das Wattenhoch des Elbe-Weser-Fahrwassers zum Neuwerkloch und zurück nach Neuwerk (ca. 30 km)

Variante T2: Schönwetterroute (Rund Scharhörn): Entlang Elbe-Neuwerk-Fahrwassser, dann Umfahrung entgegen dem Uhrzeigersinn immer an der Wattkante des Scharhörner Watt entlang westlich vorbei an Scharhörnriff, schließlich über Robbenloch und Neuwerkloch zurück nach Neuwerk (ca. 33 km)

Variante T3: Schönwetterroute (Umweg Wrackbesichtigung): (inkl. Unterelbe-Querung hinüber u.a. zum Wrack der „Ondo“): Querung des Fahrwassers der Unterelbe von Tonne EN 1 zum Leuchtturm Großer Vogelsand, dann weiter zu den Wracks, und wieder zurück mit Querung der Unterelbe von Tonne 12 nach Tonne 11 (ca. 10 km), dann weiter auf der Route von T2 bzw. zurück zur Tonne EN 1 (ca. 13 km) und von dort aus weiter auf der Route von T1.

 

  1. Tag: Rückfahrt Neuwerk - Spieka-Neufeld

Variante R1: Schlechtwetterroute (Direktfahrt): (wie A1, jedoch retour) (mind. 21 km).

Variante R2: Schönwetterroute (Umweg über Scharhörnriff): (wie A2, jedoch retour) (ca. 44 km);

Variante R3: Schönwetterroute (Umweg über Knechtsand): (wie A3, jedoch retour) (ca. 48 km).

 

4. Fahrtenzeitpunkt/-raum & Tempo

 

Wann es in die Kajaks geht und wie lange wir drinnen bleiben, wird im Wesentlichen von der Tidenströmung bestimmt. Alle vorgestellten Touren werden so geplant, dass – mit wenigen Ausnahmen - immer mit der Tide bzw. bei Stauwasser gepaddelt wird. (Siehe hierzu auch die weiteren Ausführungen unter "Kurz-Infos"). Außerdem wird dabei angenommen, dass wir im Schnitt ca. 5 km/h schnell paddeln. I.d.R. sind wir wohl schneller, insbesondere wenn wir achterlichen Wind haben und mit der Strömung paddeln, aber irgendwie macht sich dieses Plus an Tempo nicht immer bemerkbar, zumindest was die "Ankunftszeit" betrifft; denn entweder strengen wir uns nicht so an, wenn Wind & Strom einen unterstützen oder wir machen unterwegs länger Pause, da wir ja wissen, dass wir noch genügend Zeitreserven haben. Und wenn wir trotzdem schneller am Ziel sind, ist das doch immerhin besser, als wenn wir zu spät kommen und u.U. dann gegen Strom & Wind anpaddeln müssen. Außerdem haben wir auf diese Weise Zeitreserven einplant, die wir dringend benötigen, wenn der Wind plötzlich aufbrist und von vorne kommt bzw. wenn ein Mitpaddler plötzlich „schlappt“ macht (hier: Seekrankheit/Sehnenscheidenentzündung/Konditionsschwäche; Steuer-/Skeg-Schaden u.ä.).

 

Übrigens, es empfiehlt sich, vor Beginn der Tour die nötigen Daten (z.B. über Hoch-/Niedrigwasserzeit, Streckenkilometer, Stromgeschwindigkeit, Start-/Ankunftszeit, Sonnenaufgang/-untergang) aufzuschreiben, um während, aber auch vor der Tour stets Zugriff zu den wichtigsten Planungsdaten zu haben bzw. den anderen Kanutinnen und Kanuten einen Überblick über den Tourenablauf zu verschaffen (s. hierzu die Anlage „Beispiel Tourenplanung“). Auf der DKV-Homepage kann als Formular eine entsprechende "Tourenplanungs-Tabelle" abgerufen werden, in die wir die nötigen Touren-Daten eintragen können:

è www.kanu.de/nuke/downloads/Tourenplanungstabelle.pdf

 

5. Anreise nach Spieka-Neufeld

 

Die Anreise dürfte kein Problem sein; denn Spieka-Neufeld ist auf Straßenkarten (bis 1:200.000) vermerkt und liegt etwa 14 km südwestlich von Cuxhaven direkt am Watt westlich von Nordholz. Wenn wir Spieka-Neufeld erreicht haben, geht es über den Deich am Krabbenfischer- und Seglerhafen vorbei über einen großen Parkplatz bis zur Rampe nahe einer kleinen Gaststätte. Am Parkplatz sollten wir möglichst auf dem höchsten Punkt (wegen Überflutungsgefahr bei Sturmflut) unsere Autos abstellen. Dem Gastwirt sollten wir auch mitteilen, wann wir wieder von unserer Tour zurückkehren. Ist die Gaststätte schon geschlossen, empfiehlt es sich, wenigstens an einem Auto ein Zettel zu hinterlassen, auf dem vermerkt ist, wann wir planen, voraussichtlich von unserer Tour hinaus ins Wattenmeer zurückzukommen. Er hatte uns nämlich von einer Gruppe Kanuten erzählt, die, ohne eine Nachricht zu hinterlassen, ihre Autos abstellten. Als sie nach 8 Tagen immer noch nicht zurück waren, hatte ein besorgter Mitbürger die Seenotrettung alarmiert!

 

Zelten ist leider am Parkplatz nicht erlaubt. Der in unmittelbarer Nähe befindliche Zeltplatz ist ein reiner Wohnwagenplatz und nicht für uns verfügbar. Deshalb sollten wir weitab von Gaststätte und Zeltplatz auf der Wiese in der Nähe des Segelboothafens erst nach Sonnenuntergang unser Biwak aufschlagen und darauf achten, dass wir nicht auffallen.

 

6. Mögliche Tourenalternativen

 

Erläuterungen:

HW = Hochwasser-Zeit; NW = Niedrigwasser-Zeit (lt. Gezeitenkalender)

(AB) = Fahrwasserbezeichnung (lt. Seekarte)

SA = Sonnenaufgang; SU = Sonnenuntergang (lt. Gezeitenkalender)

Anreisefahrten: A; Tagesfahrten: T; Retourfahrten: R.

 

Welche der im Folgenden beschriebenen Tourenvorschläge wir auswählen, um nach Neuwerk bzw. wieder zurück zum Festland zu kommen, hängt von unserem Können und unserer Ausrüstung, aber auch von den zu erwartenden Gewässerschwierigkeiten ab. Wenn wir nur mit dem Wind zu kämpfen haben, nicht aber mit weiteren Schwierigkeiten (z.B. Stromkabblung, Wind-gegen-Strom, Brandung, Grundseen), so dürften wir bis 4 Bft. Wind mit "mäßig schwierigen" Gewässerbedingungen rechnen. (Siehe hierzu auch die weiteren Ausführungen unter "Kurz-Infos".)

 

6.1. Anfahrt nach Neuwerk (3 Varianten):

 

Es bieten sich 3 Touren an. Eine führt über das Watt direkt nach Neuwerk und ist für jene geeignet, die nur über weniger Brandungserfahrungen & Kondition verfügen. Die anderen führen hinaus auf die Nordergründe (Seeseite westlich des Großen Knechtsands) bzw. das Scharhörnriff (Westseite des Scharhörner Watt) vorbei. Sie erfordert Ausdauer - und sofern bei westlichen Winden ab 3 Bft. gepaddelt wird - genügend Brandungserfahrungen.

 

Variante A1: Direttissima Spieka-Neufeld – Neuwerk (mind. 21 km)

 

Es handelt sich hier um die “Schlechtwetterroute“ oder jene Route, die wir wählen sollten, wenn etwas weniger ausdauernde und weniger „brandungstüchtige Küstenkanuwanderinnen bzw. –wanderer mit der Gruppe paddeln.

 

Route: Spieka-Neufeld (Einsetzen: Rampe nahe Gaststätte) – Prickenweg Richtung NW – Spiekaer Tief – ab Tonne WE 12a: Weser-Elbe-Wattfahrwasser (WE) Richtung NNW – ab rotweißer Kugel-Tonne „Ostertill – Weser-Elbe“ hinüber in die Einfahrt zum Neuwerkloch – weiter entlang des Prickenwegs Richtung Seglerhafen im Süden von Neuwerk (Ausstieg: Badetreppe).

Achtung: Ab 4 Bft. Wind wird der Seegang schwieriger, und zwar nicht nur bei Wind-gegen-Strom-Verhältnissen.

Entfernungen:

Spieka-Neufeld – WE 12a = 7 km;

WE 12a – Einfahrt Neuwerkloch = 9 km;

(Fahrt entlang Nordertills, um Tidenwechsel abzuwarten: ? km)

Einfahrt Neuwerkloch – Seglerhafen (Neuwerk) = 5 km;

Start in Spieka-Neufeld: HW Spieka-Neufeld, spätestens 2.30 Std. nach HW; denn danach fällt u.U. der Prickenweg trocken;

Stromkipp Neuwerkloch: 5:30 Std. vor HW Helgoland (lt. Stromatlas) ≈ NW Scharhörn;

Ankunft Neuwerk (Süd/Seglerhafen): möglichst zwischen 2 Std. vor bis 2 Std. nach HW Neuwerk; denn außerhalb dieser Zeitspanne könnte das Watt kurz vor Neuwerk noch trocken gefallen sein.

 

Damit wir nicht so früh die Einfahrt zum Neuwerkloch erreichen und dort nicht zu lange auf den Tidenwechsel warten müssen, starten wir möglichst spät, und zwar 2 Std. nach HW Spieka-Neufeld von der Rampe (nahe der Gaststätte) aus. Anschließend geht es über den Prickenweg hinüber zum Spiekaer Tief und von dort, wenn die Leucht-Tonne WE 12a/Spieka genau im Norden steht, hinauf zu dieser Tonne WE 12a und weiter entlang des (WE)-Wattfahrwassers, durch das Neucappeler Tief bis zur Kugel-Tonne „Ostertill / Weser-Elbe“ (hier biegt das (WE)-Wattfahrwasser nach Osten ab und diese Kugel-Tonne kennzeichnet die Mitte des Fahrwassers).

 

Nun müssen wir uns etwas die Zeit vertreiben; denn es lohnt sich erst ca. 3 Std. vor HW Neuwerk das Neuwerkloch hinauf zu paddeln. Wem es jedoch interessiert, wie das trocken gefallene Watt aussieht, kann natürlich früher starten und sich langsam mit der Tide in Richtung Neuwerk treiben zu lassen. Wer will, kann natürlich auch versuchen zu treideln. Die Insel betreten sollten wir 100 m östlich des Seglerhafens (liegt im Süden von Neuwerk) an der Badetreppe. Über die Holzstufen lassen sich die Seekajaks leichter an Land holen als über die Steinpackungen am Rande des Seglerhafens.

 

Insgesamt wird die Tour bei einer reinen Fahrzeit von ca. 4:15 Std. (ohne Verlängerung) frühestens nach ca. 7 Std. beendet seit.

 

Übrigens, das Neuwerkloch zählt zur „Zone I“ des „Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer“. Lt. § 5, Absatz (3), Punkt 10. NP-HH-Gesetz ist es erlaubt, links und rechts des Prickenweges auszusteigen und Pause zu machen. Die Passage bis zum Neuwerkloch ist jedoch noch dem „Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer“ zuzurechnen. Lt. § 11 Punkt 4. NP-NS-Gesetz ist es dort erlaubt, die Wattflächen der „Zone I“ (Ruhezone), sofern sie am Rand eines Fahrwassers liegen, vorübergehend vom Schiff im Umkreis von 50 m vom trocken gefallenen Boot aus zu betreten. D.h. es wäre erlaubt, den Tidenwechsel auch an der Wattkante westlich des (WE)-Fahrwassers (hier: Neucappeler Tief bzw. Hohenhörnsände) abzuwarten.

 

Variante A2: Direttissima Spieka-Neufeld – Neuwerkloch (Einfahrt) – Umweg Seeseite (Scharhörnriff) – Neuwerk (ca. 44 km)

 

Bis zur Einfahrt ins Neuwerkloch gilt das zu Variante A1 geschrieben. Ab Neuwerkloch in Richtung Seeseite handelt es sich um eine „Schönwetterroute“. Sollte sich die Wetterlage plötzlich verbessern bzw. können wir die Leistungsfähigkeit der Mitpaddler besser einschätzen und verfügen wir noch über genügend Zeitreserven, bietet es sich an, statt in Höhe von Neuwerkloch (Einfahrt) den Tidenwechsel abzuwarten bzw. sich bis zum Tidenwechsel auf dem Nordertill „die Zeit zu vertreiben“, einfach weiter zu paddeln und Scharhörnriff westlich zu umfahren (ca. 24 km von Neuwerkloch bis (EN)-Fahrwasser).

 

Um Kraft zu schonen, sollte stets im tieferen Wasser von Scharhörnriff gepaddelt werden, d.h. genügend Abstand zur Wattkante von Scharhörnriff gehalten werden. Im Norden von Scharhörnriff warten wir dann den Tidenwechsel ab. Von Spieka-Neufeld bis dorthin sind das ca. 29 km. Bei günstiger Wetterlage müsste diese Strecke dank der Tidenströmung in max. 5 Std. zu schaffen sein. Wenn nicht, dann können wir immer noch den Nordertill zurück zum Neuwerkloch und weiter nach Neuwerk paddeln.

 

Nach der Pause am Rand von Scharhörnriff paddeln wir am Rande des Fahrwassers der Unterelbe wieder in Richtung Neuwerk, und zwar zunächst bis zum Eingang des Elbe-Neuwerk-(EN)-Fahrwassers und dann dieses hinauf bis nach Neuwerk. An der West-Rampe kurz hinter dem Radarturm bietet es sich an auszusteigen. 3 Std. vor HW Neuwerk werden wir wohl auf Neuwerk eintreffen.

 

Für die ca. 44 km werden wir wohl mindestens 7 Std. benötigen.

 

Fortsetzung der Route A1: … ab rotweißer Kugel-Tonne „Ostertill – Weser-Elbe“ geht es nicht hinüber in die Einfahrt zum Neuwerkloch sondern weiter in Richtung Nordertill – Robbenloch – Umrundung Scharhörnriff – Fahrt am Rande des Unterelbe-Fahrwassers – Einfahrt Elbe-Neuwerk-(EN)-Fahrwassser - Neuwerk (Ausstieg: West-Rampe).

Achtung: Bei westlichen Winden ab 3 Bft. bzw. bei einlaufender Dünung könnten auf der Seeseite vor Scharhörnriff  Brandungsbedingungen herrschen! Ab 4 Bft. Wind wird der Seegang schwieriger, und zwar nicht nur bei Wind-gegen-Strom-Verhältnissen.

Entfernungen:

Spieka-Neufeld – Kugel-Tonne „Ostertill / Weser-Elbe“ = 15 km;

Kugel-Tonne – Umfahrung Scharhörnriff (Nordseite) (Tidenwechsel): 13-14 km (je nach Wasserstand);

Scharhörnriff (Nord) - Einfahrt (EN)-Fahrwasser = 10 km;

Einfahrt (EN)-Fahrwasser – Neuwerk (West-Rampe) = 5 km;

Start in Spieka-Neufeld: HW Spieka-Neufeld, spätestens 2.30 Std. nach HW; denn danach fällt u.U. der Prickenweg trocken; wenn wir jedoch die Option offen halten wollen, Scharhörnriff zu umfahren, sollten wir spätestens 1:30 Std. nach HW Spieka-Neufeld verlassen!

Stromkipp Scharhörnriff: 5:30 Std. vor HW Helgoland (lt. Stromatlas) ≈ NW Scharhörn);

Ankunft Neuwerk (West-Rampe): frühestens 4 Std. vor HW Neuwerk; denn davor könnte das Watt kurz vor Neuwerk noch trocken gefallen sein, was aber nicht weiter schlimm ist; denn dann treideln wir das letzte Stück durchs Watt bis zur West-Rampe.

 

Variante A3: Spieka-Neufeld – Umweg Seeseite (Nordergründe / Gr. Knechtsand) – Neuwerkloch - Neuwerk (ca. 48 km)

 

Es handelt sich hier um eine „Schönwetterroute“:

 

Route: Spieka-Neufeld (Einsetzen: Rampe nahe Gaststätte) – Prickenweg Richtung NNW – Kurs Tonne WE 10 Dorum (Weser-Elbe (WE)-Wattfahrwasser) – Robinsbalje-(R)-Fahrwasser – ca. 2 km westlich von Tonne R2 Kurswechsel Richtung Robbenloch – Nordertill – Einfahrt Neuwerkloch – Neuwerk (Seglerhafen)

Achtung: Bei westlichen Winden ab 3 Bft. bzw. bei einlaufender Dünung können auf der Seeseite westlich des Großen Knechtsand Brandungsbedingungen herrschen! Ab 4 Bft. Wind wird der Seegang schwieriger, und zwar nicht nur bei Wind-gegen-Strom-Verhältnissen.

Entfernungen:

Spieka-Neufeld – Sandbank nahe Robinsbalje (West) = 22 km

Robinsbalje (West) – Robbenloch (West) – Neuwerkloch (Süd) = 21 km

Neuwerkloch (Süd) – Neuwerk = 5 km

Start in Spieka-Neufeld: HW Spieka-Neufeld, spätestens 2:30 Std. nach HW; denn danach fällt u.U. der Prickenweg trocken.

Stromkipp Robinsbalje (West): 5 Std. vor HW Helgoland (lt. Stromatlas);

Stromkipp Robbenloch: 5:30 Std. vor HW Helgoland (lt. Stromatlas) ≈ NW Scharhörn

Ankunft Neuwerk (Süd/Seglerhafen): möglichst zwischen 2 Std. vor bis 2 Std. nach HW Neuwerk; denn außerhalb dieser Zeitspanne könnte das Watt kurz vor Neuwerk noch trocken gefallen sein.

 

Da wir eine lange Strecke vor uns haben, bietet es sich an, schon bei HW Spieka-Neufeld zu starten. Ob wir wirklich zu diesem Zeitpunkt starten können, hängt davon ab, wann Sonnenaufgang bzw. wann Sonnenuntergang ist. Müssen wir doch die ca. 48 km lange Strecke innerhalb der Zeit zwischen Sonnenaufgang & –untergang hinter uns bringen.

 

Weiterhin ist der Startzeitpunkt davon abhängig zu machen, ob wir nach ca. 22 km am westlichen Ende der Robinsbalje auf einem Wattrücken Pause machen möchten. Die Wattflächen sind dort sehr flach, sodass wir dort frühestens 1 Std. vor NW dort eintreffen sollten. Da wir für die 22 km theoretisch ca. 4:20 Std. benötigen, sollten wir spätestens 2 Std. nach HW Spieka-Neufeld von Spieka-Neufeld aus los paddeln.

 

Übrigens, wir befinden uns bis zur Einfahrt ins Neuwerkloch im „Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer“, d.h. es ist uns erlaubt, am Rande des Fahrwassers der Robinsbalje trocken zu fallen und das Watt im Umkreis von 50 m zu betreten (s. Variante A1).

 

Nach der Pause auf einer Sandbank am Rande der Robinsbalje geht es dann hoch in Richtung Robbenloch. Es ist auflaufendes Wasser, d.h. lt. Stromatlas werden wir nun etwas gegen den Strom paddeln. Das hätten wir wohl vermeiden können; denn bis 6 Std. nach HW bzw. 5,5 Std. vor HW Helgoland strömt es westlich des Großen Knechtsand in nördliche Richtung, aber dann hätten wir in der Nähe der Robinsbalje keine Pause auf einem Wattrücken machen können! Erst wenn wir in den Nordertill hinein paddeln, wird es wieder mit uns strömen. Ab der Einfahrt in das Neuwerkloch gilt das zu Variante A1 Geschriebene: Es lohnt sich erst, ca. 3 Std.vor HW Neuwerk das Neuwerkloch hinauf zu paddeln ….

 

Für die ca. 48 km werden wir wohl mindestens ca. 8 Std. unterwegs sein.

 

6.2. Tagesfahrten von Neuwerk aus (3 Varianten):

 

Wenn wir uns auf Neuwerk befinden, sollten wir nicht nur ans Kanuwandern, sondern auch an das Fußwandern (z.B. einmal rund Neuwerk ca. 4 km immer auf der Deichkrone entlang) denken oder an das Wattwandern (z.B. einmal über den ca. 8 km langen Wattweg hinüber zur Vogelschutzinsel Scharhörn, was jedoch nur nach vorheriger telefonischer Anmeldung beim Vogelwart zulässig ist (Tel. 04721-28584).

 

Zum Paddeln selber bieten sich zunächst 2 Varianten an, und zwar zum einen die Umrundung von Neuwerk (östlich an Neuwerk vorbei) und zum anderen die Umrundung von Scharhörn (richtiger rund Scharhörner Watt und Neuwerker Watt). Bei beiden Varianten ist es möglich, einen Umweg zu paddeln, und zwar hinüber zu den Wracks, die nördlich des Fahrwassers der Unterelbe liegen. Welche Variante wir wählen, hängt letztlich vom Wind und der Leistungsfähigkeit der Kanuten ab. Schon ab 3 Bft. Wind aus westlicher Richtung kann es Probleme bei der Umfahrung von Scharhörnriff (hier: Brandung) bzw. bei der Querung des Fahrwassers der Unterelbe (hier: steiler Seegang) geben. Wenn dann bei der Querung des Fahrwassers noch die Wellen dazu kommen, die von der Berufschifffahrt hervorgerufen werden, paddelt sicherlich der eine oder andere Kanute an seinen Grenzen.

Variante T1 (Rund Neuwerk): Neuwerk – Umfahrung im Uhrzeigersinn östlich um Neuwerk herum – über Elbe-Weser-Wattfahrwasser und Neuwerkloch zurück nach Neuwerk (ca. 30 km)

 

Es handelt sich hier um eine „Schlechtwetterroute“:

 

Route: Neuwerk (Einsetzen: West-Rampe) – Elbe-Neuwerk-(EN)-Fahrwasser – rechts herum entlang der Wattkante des Kleinen Vogelsand und des Eitzensand – Weser-Elbe-(WE)-Wattfahrwasser - Einfahrt Neuwerkloch – Neuwerk (Seglerhafen)

Achtung: Ab 4 Bft. Wind wird der Seegang schwieriger, und zwar nicht nur bei Wind-gegen-Strom-Verhältnissen.

Entfernungen:

Neuwerk – Tonne EN 2 = 5 km

EN 2 – Wattenhoch (WE)-Fahrwasser = 11 km

Wattenhoch – Neuwerkloch (Süd) = 9 km

Neuwerkloch (Süd) – Neuwerk (Seglerhafen) = 5 km

Start Neuwerk (West-Rampe): spätestens 4 Std. nach HW Neuwerk, wenn später gestartet wird, ist es auch nicht schlimm, wir müssen dann u.U. nur einige 100 m entlang des trocken gefallenen Priels des EN-Fahrwassers treideln.

Stromkipp Wattenhoch WE-Fahrwasser: 0:30 Std. nach HW Helgoland (lt. Stromatlas) ≈ HW Neuwerk;

Problem: Wenn dass Wattenhoch vor HW Neuwerk gequert wird, herrscht auf dem (WE)-Wattfahrwasser ein Gegenstrom, da das Wasser noch aufläuft; spätestens im Neuwerkloch werden wir jedoch ablaufendes Wasser haben.

Ankunft Neuwerk (Seglerhafen): möglichst zwischen 2 Std. vor bis 2 Std. nach HW Neuwerk; denn außerhalb dieser Zeitspanne könnte das Watt kurz vor Neuwerk noch trocken gefallen sein.

 

Wenn wir auf die Besichtigung der Wracks jenseits des Fahrwassers der Unterelbe verzichten wollen, sollten wir möglichst spät an der West-Rampe von Neuwerk einsetzen, am besten 5:30 Std. nach HW Neuwerk, auch wenn wir ein paar 100 m im trocken gefallenen Priel treideln müssen. Anschließend paddeln wir dann im Stauwasser zur ca. 5 km entfernt liegenden Tonne EN 2.

 

Für die 11 km lange Strecke bis zum Wattenhoch haben wir ca. 6 Std. Zeit und können folglich ganz gemütlich mit dem Tidenstrom bis dorthin paddeln, wenn wir nach dem Wattenhoch des (WE)-Wattfahrwassers keinen Gegenstrom haben wollen. In Anbetracht dessen, dass wir sowieso irgendwann bei dieser Tourenvariante auf Gegenstrom stoßen werden (entweder auf dem (WE)-Wattfahrwasser oder im Neuwerkloch), könnten wir diese Tour auch so planen, dass wir bei HW Neuwerk wieder Neuwerk erreicht haben. Von Tonne EN 2 bis Neuwerk sind das ca. 25 km, was wir in ca. 6 Stunden schaffen könnten, wobei wir immer noch eine Reserve von ca. 2 Std. hätten.

 

Wir sollten also nach Tonne EN 2 in Richtung Wattenhoch (WE)-Wattfahrwasser paddeln. Das Wattenhoch ist an einer Rettungsbake zu erkennen, auf dem die Wattwanderer, die unterwegs nach Neuwerk bzw. Sahlenburg sind, flüchten können, sofern sie sich bei ihrer Wanderung verschätzt haben und von der Flut bzw. vom Gewitter überrascht werden; denn der Rettungsturm ist wie ein „Faraday-Käfig“ konstruiert worden, der ca. 6 Wanderern Schutz bieten kann.

 

Anschließend paddeln wird gegen die auflaufende Strömung  des (WE)-Wattfahrwassers an, wobei wir uns am Rande des Fahrwassers aufhalten sollten, da es dort nicht so stark gegen an strömt. Wenn wir die Einfahrt zum Neuwerkloch erreicht haben, geht es dann mit dem restlichen auflaufendem Wasser nach Neuwerk (Seglerhafen) zurück (s. Anmerkungen zur Variante A1.

 

Sicherlich werden bei der Passage gegen den Strom manche Kanuten zu murren anfangen; denn nur 3,5 km rechts von uns liegt Neuwerk. Da sieht es mancher nicht ein, einen ca. 14 km langen Umweg zu paddeln, und dass teilweise noch gegen die Strömung. Ja, so denken halt manche Kanuten! Aber warum sind sie dann mitgekommen, wenn nicht zum Paddeln? Abgesehen davon darf lt. Befahrensverordnung nicht abgekürzt werden, da wir dann durch VSG/RSG-Gebiet paddeln würden, was nicht erlaubt ist. Dass wir von unseren Seekajaks aus bei überflutetem Watt kaum einen Vogel auf der Wasserfläche schwimmen bzw. über der Wasserfläche fliegen sehen - einzig ab und an eine Seeschwalbe, die in der Nähe unserer Seekajaks stoßtauchend nach Fischen sucht - spielt dabei keine Rolle. Einzig entschuldbar wäre jedoch gegebenenfalls, wenn wir mit unseren Seekajaks, nachdem wir die Rettungsbake erreicht haben, dem Buschwerk folgten, welches den Wattwanderern den Weg nach dem noch 3,5 km entfernt liegenden Neuwerk weist, aber rechtens ist das nicht!?

 

Für die ca. 30 km werden wir je nach Fahrtentaktik zwischen 6 und 8 Std. benötigen. Die nicht ganz erlaubte Abkürzung über den Wattwanderweg verkürzte die Strecke auf knapp 20 km und die Paddelzeit auf etwas über 4 Std.

 

Variante T2 (Rund Scharhörn): Neuwerk – Umfahrung entgegen Uhrzeigersinn westlich um Scharhörn herum – über Nordertill und Neuwerkloch zurück nach Neuwerk (ca. 34 km)

 

Es handelt sich hier um eine „Schönwetteroute“:

 

Route: Neuwerk (Einsetzen: West-Rampe) – Elbe-Neuwerk-(EN)-Fahrwasser – links herum entlang der Wattkante des Scharhörner Watt – Scharhörnriff – Robbenloch – Nordertill - Einfahrt Neuwerkloch – Neuwerk (Seglerhafen)

Achtung: Bei westlichen Winden ab 3 Bft. bzw. bei einlaufender Dünung können auf der Seeseite vor Scharhörnriff  Brandungsbedingungen herrschen! Ab 4 Bft. Wind wird der Seegang schwieriger, und zwar nicht nur bei Wind-gegen-Strom-Verhältnissen.

Entfernungen:

Neuwerk – Tonne EN 1 = 5 km

EN 2 – Scharhörnriff (West) = 12 km

Scharhörnriff (West) – Neuwerkloch (Süd) = 12 km

Neuwerkloch (Süd) – Neuwerk (Seglerhafen) = 5 km

Start Neuwerk (West-Rampe): spätestens 3 Std. nach HW Neuwerk;

Stromkipp Scharhörnriff (West): 5:30 Std. vor HW Helgoland (lt. Stromatlas) ≈ NW Scharhörn;

Problem: Wenn das Watt vor Scharhörnriff (Watt westlich von Scharhörn) gequert wird, ist der Wasserstand sehr niedrig, die Seekajaks fangen an zu saugen und wir kommen nur langsam voran. Deswegen sollten wir uns möglichst weit weg von der Wattkante halten.

Ankunft Neuwerk (Seglerhafen): möglichst zwischen 2 Std. vor bis 2 Std. nach HW Neuwerk; denn außerhalb dieser Zeitspanne könnte das Watt kurz vor Neuwerk noch trocken gefallen sein.

 

Wenn wir auf die Besichtigung der Wracks jenseits des Fahrwassers der Unterelbe verzichten wollen, sollten wir möglichst 3 Std. nach HW Neuwerk bei der West-Rampe aufs Wasser gehen, entlang des (EN)-Fahrwassers bis zur Tonne EN 1 paddeln, dann in westliche Richtung abbiegen und immer entlang der Wattkante des Scharhörner Watt fahren. Nachdem wir am Scharhörnriff weit ausgeholt haben, um nicht in allzu flachem Wasser paddeln zu müssen, geht es dann mit dem auflaufendem Strom über das Robbenloch, den Nordertill zurück zum Neuwerkloch und hoch zum Seglerhafen von Neuwerk (s. Anmerkungen Variante A1).

 

Übrigens, ausgestiegen werden darf am „Trittstein“ von Scharhörnriff und am Rand des Neuwerkloch.

 

Für die 34 km lange Strecke werden wir ungefähr 7 Std. benötigen.

 

Übrigens, diese Route kann auch anders herum gefahren werden. Wir müssten dann spätestens 2 Std. nach HW Neuwerk vom Seglerhafen aus starten, das Neuwerkloch herunter paddeln, dann dem Nordertill und dem Robbenloch folgen. Am Scharhörnriff warten wir den Tidenwechsel ab, bevor es mit der Strömung am Rande des Fahrwassers der Unterelbe entlang zum Elbe-Neuwerk-Fahrwasser und weiter nach Neuwerk (West-Rampe) geht.

 

Variante T3 („Wrackbesichtigung“): Neuwerk – Tonne EN 1 – Unterelbefahrwasserquerung (Tonne 13 - Tonne 14) – Leuchtturm Großer Vogelsand – Wrackbesichtigung – Unterelbefahrwasserquerung (Tonne 12 – Tonne 11) – weiter auf Variante T 2 bzw. zurück zu Tonne EN 2 und weiter auf Variante T 1 (zusätzlich ca. 10 bzw. 13 km)

 

Es handelt sich hier um eine „Schönwetteroute“. Spätestens ab 4 Bft. Wind wird der Seegang schwieriger, und zwar nicht nur bei Wind-gegen-Strom-Verhältnissen. Treten zusätzlich noch Wellen auf, die von der vorbeifahrenden Berufsschifffahrt stammen, ist mit weiteren Problemen zu rechnen.

 

Wird der Umweg anlässlich der Variante T1 geplant, kann zur selben Zeit wie bei T1 von Neuwerk (West-Rampe)  aus gestartet werden, nämlich 5:30 Std. nach HW Neuwerk, denn nach der Wrackbesichtigung verfügen wir über genügend Zeit, um beim Tidenkipp noch das Wattenhoch des (WE)-Fahrwasser zu erreichen.

 

Wird der Umweg im Rahmen der Variante T2 geplant, sollte nicht 3 Std. nach HW Neuwerk, sondern schon 2 Std. früher, d.h. 1 Std. nach HW Neuwerk von der West-Rampe aus gestartet werden, damit wir nach der Wrackbesichtigung noch rechtzeitig zum Tidenkipp die Westseite von Scharhörnriff erreichen können.

 

Übrigens, bei der Querung des Fahrwassers der Unterelbe ist zu beachten, dass es sich hier um ein Fahrwasser handelt, dass besonders stark frequentiert ist von besonders großen und schnellen Schiffen der Berufsschifffahrt befahren wird. Daraus leiten sich folgende Fahrregeln ab, die eigentlich generell bei der Querung eines jeden Fahrwassers beachtet werden sollten:

 

  • Das Queren von befahrenen Fahrwassern sollten wir Kanuten soweit wie möglich vermeiden. (BSH-Sicherheitsregel Nr. 9; KVR 10 (c) (eigentlich nur für Verkehrstrennungsgebiete vorgeschrieben))
  • Müssen wir jedoch unbedingt ein Fahrwasser queren, so dürfen wir die im Fahrwasser fahrenden Schiffe nicht behindern. (SeeSchStrO §25 (2))
  • Geringste Zweifel, ob nun Kollisionsgefahr besteht oder nicht, sollte einen dazu veranlassen, die Querung noch nicht vorzunehmen. (SeeSchStrO §3 (1))
  • Zudem haben wir durch unser Verhalten der im Fahrwasser fahrenden Schifffahrt deutlich zu machen, dass wir warten werden. (SeeSchStrO §25 (6))
  • Queren wir Kanuten ein Fahrwasser, sollten wir das nur gemeinschaftlich in einer Gruppe von Kanuten (Pulk) tun. (SeeSchStrO §3 (1))
  • Die Querung selber sollte möglichst mit der Kielrichtung im rechten Winkel zur Verkehrsrichtung des Fahrwassers ("Volle Beitseite") erfolgen.

Auf diese Weise erreichten wir nicht nur, dass wir als Kanuten von der Schifffahrt eher gesehen werden können, sondern auch, dass wir das Fahrwasser schneller queren und folglich auf der anderen Fahrwasserseite früher ankommen können. (KVR 10 (c) (eigentlich nur für Verkehrstrennungsgebiete vorgeschrieben, aber überall dort zu empfehlen, wo Fahrwasser gerade auch von anderen Schiffen befahren werden))

  • Jeder muss prüfen, ob die Möglichkeit der Gefahr eines Zusammenstoßes besteht. Im Zweifelsfall ist diese Möglichkeit anzunehmen. (KVR 7 (a))
  • Kreuzt sich unser Kurs mit einem andern Schiff, so sollten wir Kanuten davon ausgehen, dass wir u.U. nicht gesehen werden und entsprechend danach handeln. ("David-gegen-Goliath-Prinzip") (BSH-Sicherheitsregel Nr. 9)
  • Bei Kollisionsgefahr muss jede Kurs- bzw. Geschwindigkeitsänderung rechtzeitig ausgeführt werden und so groß sein, dass ein anderes Fahrzeug sie auch optisch erkennen kann; notfalls ist durch Stoppen oder Rückwärtsgehen jegliche Fahrt wegzunehmen; aufeinander folgende kleine Änderungen des Kurses bzw. der Geschwindigkeit sollen vermieden werden. (KVR 8 (a), (b) + (e))

 

6.3. Rückfahrt nach Spieka-Neufeld (3 Varianten):

 

Es bieten sich zur Rückfahrt nach Spieka-Neufeld dieselben 3 Tourenvarianten an, die schon bei der Anfahrt nach Neuwerk ausgewählt wurden. Sie werden dieses Mal jedoch genau anders herum gefahren.

 

Variante R1: Direttissima Neuwerk - Spieka-Neufeld (mind. 21 km)

 

Es handelt sich hier um die “Schlechtwetterroute“:

 

Route: Neuwerk (Einsetzen: Badetreppe nahe Seglerhafen) – Neuwerkloch – (Warten auf Tidenwechsel) – Kugel-Tonne „Ostertill“ – Weser-Elbe-(WE) Wattfahrwasser bis Leucht-Tonne WE 12a – Spiekaer Tief - Prickenweg - Spieka-Neufeld (Aussetzen: Rampe nahe Gaststätte);

Achtung: Ab 4 Bft. Wind wird der Seegang schwieriger, und zwar nicht nur bei Wind-gegen-Strom-Verhältnissen.

Entfernungen:

Neuwerk (Seglerhafen) – Neuwerkloch (Süd) = 5 km;

Fahrt entlang Nordertills um Tidenwechsel abzuwarten: ? km;

Neuwerkloch (Süd) – Tonne WE 12a = 9 km;

WE 12 a - Spieka-Neufeld = 7 km;

Start in Neuwerk: spätestens 2 Std. nach HW Neuwerk; denn danach könnte das Watt kurz vor Neuwerk noch trocken gefallen sein;

Stromkipp Neuwerkloch: 5:3 Std. vor HW Helgoland (lt. Stromatlas) ≈ NW Scharhörn;

Ankunft in Spieka-Neufeld: frühestens 2:30 Std. vor HW Spieka-Neufeld; denn davor ist u.U. der Prickenweg noch trocken gefallen;

 

Wir sollten spätestens 2 Std. nach HW Neuwerk am Seglerhafen in die Seekajaks steigen. Nach Erreichen der Mündung des Neuwerkloch in den Nordertill/Ostertill müssen wir zunächst die Zeit bis zum Tidenwechsel überbrücken. Anschließend geht es mit dem Tidenstrom über das (WE)-Wattfahrwasser bis zur Leucht-Tonne WE 12a und dann weiter, jedoch nicht mehr entlang des (WE)-Wattfahrwassers, sondern knapp 2 km Kurs S bis wir links in der Ferne die Pricken des Spiekaer Tief entdecken. Schließlich geht es über den Prickenweg bis nach Spieka-Neufeld.

 

Variante R2: Neuwerk – Umweg Seeseite (Scharhörnriff) – Robbenloch - direttissima Spieka-Neufeld (ca. 44 km)

 

Es handelt sich hier um eine “Schönwetterroute“:

 

Route: Neuwerk (Einsetzen: West-Rampe) – Elbe-Neuwerk-(EN)-Fahrwasser – links herum entlang der Wattkante des Scharhörner Watt – Scharhörnriff – Robbenloch – Nodertill - Einfahrt Neuwerkloch (siehe hierzu Variante T2) – und weiter wie bei Variante R1

Achtung: Bei westlichen Winden ab 3 Bft. bzw. bei einlaufender Dünung können auf der Seeseite vor Scharhörnriff  Brandungsbedingungen herrschen! Ab 4 Bft. Wind wird der Seegang schwieriger, und zwar nicht nur bei Wind-gegen-Strom-Verhältnissen.

Entfernungen:

Neuwerk – Tonne EN 1 = 5 km

EN 1– Scharhörnriff (West) = 12 km

Scharhörnriff (West) – Tonne „Ostertill“ = 12 km

Tonne „Ostertill“ – Spieka-Neufeld = 15

Start Neuwerk (West-Rampe): spätestens 3 Std. nach HW Neuwerk;

Stromkipp Scharhörnriff (West): 5:30 Std. vor HW Helgoland (lt. Stromatlas) ≈ NW Scharhörn;

Problem: Wenn das Watt vor Scharhörnriff gequert wird, ist der Wasserstand sehr niedrig, die Seekajaks fangen an zu saugen und wir kommen nur langsam voran. Deswegen sollten wir uns möglichst weit weg von der Wattkante halten.

Ankunft Spieka-Neufeld (Rampe): frühestens ab 2:30 Std. vor HW Spieka-Neufeld; denn vorher ist das Watt kurz vor Spieka-Neufeld noch trocken gefallen.

 

Gestartet wird wie bei Variante T2 an der West-Rampe Neuwerks spätestens 3 Std. nach HW Neuwerk in Richtung Unterelbe. Das Watt von Scharhörnriff wird bei NW Scharhörn passiert. Anschließend geht es mit auflaufendem Wasser über Robbenloch, Nordertill, Kugel-Tonne „Ostertill“, (WE)-Wattfahrwasser, Spiekaer Tief bis nach Spieka-Neufeld (Rampe) (s. ab Kugel-Tonne Ostertill auch Variante R1). Frühestens 2:30 vor HW Spieka-Neufeld müsste genügend Wasser vor der Hafeneinfahrt stehen.

 

Variante R3: Neuwerk – Neuwerkloch - Umweg Seeseite (Gr. Knechtsand) – Spieka-Neufeld (ca. 48 km)

 

Es handelt sich hier um eine „Schönwetterroute“:

 

Route: Neuwerk (Einsetzen: Badetreppe nahe Seglerhafen) – Neuwerkloch – Nordertill – Robbenloch – Robinsbalje (westl von Tonne R 2) – Weser-Elbe-(WE)-Wattfahrwasser (WE 10) – Spiekaer Tief - Prickenweg - Spieka-Neufeld (Aussetzen: Rampe);

Achtung: Bei westlichen Winden ab 3 Bft. bzw. bei einlaufender Dünung können auf der Seeseite westlich des Großen Knechtsand Brandungsbedingungen herrschen! Ab 4 Bft. Wind wird der Seegang schwieriger, und zwar nicht nur bei Wind-gegen-Strom-Verhältnissen.

Entfernungen:

Neuwerk (Seglerhafen) – Neuwerkloch (Süd) = 5 km;

Neuwerkloch (Süd) – Nodertill – Robbenloch (West) – Robinsbalje (West) (R 2) = 21 km

Tonne R 2 – Leucht-Tonne WE 10 – Spiekaer Tief - Spieka-Neufeld = 22 km;

Start in Neuwerk (Seglerhafen): spätestens 2 Std. nach HW Neuwerk; denn danach könnte das Watt kurz vor Neuwerk schon trocken gefallen sein;

Stromkipp Robinsbalje (West): 5 Std. vor HW Helgoland (lt. Stromatlas) ≈ NW Scharhörn;

Ankunft in Spieka-Neufeld (Rampe): frühestens 2:30 Std. vor HW Spieka-Neufeld; denn davor ist u.U. der Prickenweg noch trocken gefallen.

 

Starten sollten wir an der Badetreppe nahe des Seglerhafens von Neuwerk spätestens 2 Std. nach HW Neuwerk. Mit ablaufendem Wasser geht es dann 21 km lang übers Neuwerkloch auf den Nordertill bis zum Ende des Robbenloch, dann links ab in Richtung Robensbalje, die wir westlich von Tonne R 2 erreichen. Spätestens ab hier paddeln wir mit auflaufendem Wasser die letzten 22 km über die Robinsbalje, Leucht-Tonne WE 10 zum Eingang des Prickenweges von Spieka-Neufeld zur Rampe von Spieka-Neufeld. Frühestens 2:30 vor HW Spieka-Neufeld müsste genügend Wasser vor der Hafeneinfahrt stehen.

 

7. Kurz-Infos

 

(a) Gewässercharakteristik:

 

Das Revier ist windanfällig und mit Untiefen durchsetzt (Grundseen). Entlang der Seeseite westlich der Sände Großer Knechtsand, Hohenhörnsänd und Scharhörner Watt kann bei auflandigem Wind (hier: westliche Winde) Brandung entstehen. Ab 3 Bft. Wind können daher die meisten Kanuten bei einer seeseitigen Umfahrung dieser Sände bzw. Wattflächen in Schwierigkeiten geraten.

Dasselbe trifft zu, wenn aus westlicher Richtung Dünung einläuft. D.h. auch wenn es nicht windet, herrscht dann Brandungsgefahr, sei es, dass die Windsee vom Tag zuvor als Dünung einrollt bzw. dass ein Sturm im Osten von Schottland einen Seegang entstehen ließ, der als Dünung bis in diesen Bereich des Wattenmeeres vordringen kann.

Außerdem ist in den großen Prielen Robinsbalje und Nordertill sowie im Bereich der Unterelbe mit Tiden-Strömung zu rechnen (normalerweise bis zu max. 4 - 4,7 km/h einlaufend bzw. 3,2 – 4,0 km/h auslaufend). Bläst dann der Wind gegen die Strömung, ist mit besonders steiler, brechender See zu rechnen.

Ebenfalls ist zu beachten, dass die Gewässerbedingungen nicht über Tage konstant bleiben. D.h. es kann durchaus passieren, dass wir bei "Ententeichbedingungen" den Sprung hinüber nach Neuwerk schaffen, aber bei der Rückfahrt gegen einen 5-6er Wind anpaddeln müssen. Wer solch einem Wetterwechsel nicht gewachsen ist, sollte daher rechtzeitig, bevor die Gewässerbedingungen sich verschlechtern, zurück zum Festland paddeln oder - sofern er das verpasst hat - lieber mit dem Fahrgastschiff nach Cuxhaven zurückfahren, als sich und andere in Gefahr zu bringen. Leider sind wir als Kanuten nicht immer willkommen bei der Schiffsmannschaft.

Weiterhin ist auf der Unterelbe auf die Berufsschifffahrt zu achten. Diese Schiffe sorgen nicht nur für höheren, teilweise brechenden Seegang, sondern auch für Stress, und zwar insbesondere dann, wenn wir wider „Guter Seemannschaft“ eine Querung wagen, obwohl sich ein Schiff auf Kollisionskurs mit uns befindet. Deshalb sollten wir nur dann eine das Fahrwasser der Unterelbe queren, wenn keine Kollisionsgefahr besteht. Außerdem sollte die Querung im Pulk und im rechten Winkel zur Fahrwasserrichtung erfolgen. Siehe hierzu auch den folgenden Beitrag, der als Download auf der DKV-Homepage abrufbar ist:

„Fahrregeln & Signale aus der Sicht des Küstenkanuwanderns“

è www.kanu.de/nuke/downloads/Fahrregeln.pdf

 

Außerdem sollte uns bewusst sein, dass bei allen hier beschriebenen Touren, erst viele Stunden nach dem Start die Möglichkeit zum Landgang besteht. I.d.R. werden wir bei jeder Tour mindestens 7-8 Std. auf dem Wasser sein. Das setzt nicht nur genügend „Sitzfleisch“, sondern auch Ausdauer voraus. Insgesamt wird während der 3 Tage über 130 km gepaddelt. Wer im Monat zuvor, weniger gepaddelt ist, sollte sich nicht wundern, wenn er an einem solchen Neuwerk-Wochenende an die Grenzen seiner Kondition stößt und folglich die anderen Mitpaddlern daran hindert, so wie geplant voranzukommen.

Schließlich sollten wir uns nur dann in dieses Revier wagen, wenn Mannschaft & Boot seetüchtig sind. Siehe hierzu auch die folgenden Beiträge, die als Download auf der DKV-Homepage abrufbar sind:

(a) "Safety first - Was man vor Antritt einer Küstenkanuwandertour bedenken sollte!"

è www.kanu.de/nuke/downloads/Safety-first.pdf

(b) „Seekajak-Kauf: 10 praktische Hinweise“

è www.kanu.de/nuke/downloads/Seekajakkauf-Hinweise.pdf

(c) „Seetüchtige Ausrüstungsgegenstände – 10 praktische Tipps“

è www.kanu.de/nuke/downloads/Ausruestungsgegenstaende.pdf

 

(b) Gewässerbedingungen (Salzwasserschwierigkeitsgrad (SSG)):

 

Welche der vorgeschlagenen Routen wir auswählen, um nach Neuwerk, um Neuwerk herum und retour zum Festland zu kommen, hängt vom Können und der Ausrüstung der Kanutinnen und Kanuten ab, aber auch von den zu erwartenden Gewässerschwierigkeiten. Wenn wir nur mit dem Wind zu kämpfen haben, nicht aber mit weiteren Schwierigkeiten (z.B. Stromkabblung, Wind-gegen-Strom-Verhältnisse Brandung, Grundseen), so dürften wir gemäß der Faustformel (SSG = Windstärke Bft. ./. 2) bis:

·         3 Bft. Wind mit "unschwierigen" Gewässerbedingungen (Salzwasserschwierigkeitsgrad I),

·         4 Bft. Wind mit "mäßig schwierigen" Gewässerbedingungen (SSG II),

·         5 Bft. Wind mit "schwierigen" Gewässerbedingungen (SSG III),

·         6 Bft. Wind mit "sehr schwierigen" Gewässerbedingungen (SSG IV),

·         7 Bft. Wind mit "äußerst schwierigen" Gewässerbedingungen (SSG V) rechnen

·         und ab 8 Bft. Wind an die allgemeine Befahrbarkeitsgrenze (SSG VI) stoßen.

 

Werden wir unterwegs mit weiteren Schwierigkeiten konfrontiert, so ist der Schwierigkeitsgrad entsprechend zu erhöhen, z.B. bei

·         Brandung bzw. Grundseen um +1 bis +5 Grad (seeseitig zu erwarten);

·         Wind gegen Strom: + 1 Grad (in den großen Prielen zu erwarten);

·         Strom über Untiefen: + 1 Grad (in den großen Prielen zu erwarten);;

·         langer Windweg (Fetch), lange Wirkdauer: + 1 Grad (seeseitig zu erwarten);

·         Nebel: + 1 Grad (überall zu erwarten);

·         Luft-/Wassertemperaturen unter +5°C: + 1 Grad (nicht im Sommer zu erwarten);

·         dichter Schiffsverkehr: + 1 Grad (bei Querung der Unterelbe zu erwarten);

·         Gewitter: + 5 Grad (je nach Wetterlage überall zu erwarten);

·         Seeuntüchtiges Kajak, fehlende Kameradenhilfe, unsichere Rolle und Land ist schwimmende nicht zu erreichen: + 5 Grad (bei „Flusspaddlern“ zu erwarten).

 

Siehe hierzu auch den folgenden Beitrag, der als Download auf der DKV-Homepage abrufbar ist:

„Gewässerschwierigkeiten (Küste) – 3 Berechnungs-Varianten“

è www.kanu.de/nuke/downloads/SSG.pdf

 

Übrigens, jene Küstenkanuwanderinnen und -wanderer, die über keine Brandungserfahrungen verfügen, sollten sich nur Touren bis zu einem Schwierigkeitsgrad von SSG=II zutrauen, d.h. nur bis 4 Bft. Wind aufs Meer hinaus paddeln und alles dran setzen, nicht in Bereiche hinein zu paddeln, wo sie auf weitere Schwierigkeiten stoßen könnten, z.B. auf der Seeseite des Neuwerker Reviers.

 

(c) Navigationstüchtigkeit:

 

Sie setzt voraus, dass:

 

·         wir über ein Kartendeck verfügen, auf dem die Seekarte brandungs- und windsicher gelagert werden kann.

Wer hier mit nur einem Kartenhaltegummi arbeitet, statt möglichst mit 3 Gummis, bzw. wer das Kartendeck zu einem Gepäckdeck missbraucht, bzw. wer hier über eine zu große Sitzluke verfügt, sodass die Seekarte viel zu weit vor einem vorne auf dem Oberdeck lagert, der wird wohl Probleme beim Ablesen der Seekarte bekommen, außer es ist ihm gelungen, seine Seekarte vor sich auf der Spritzdecke so zu platzieren, dass die Befestigung der Seekarte einem nach einer Kenterung nicht beim Unter-Wasser-Ausstieg behindert!

·         wir auf dem Kartendeck eine aktuelle Seekarte liegen haben.

Wer hier etwa mit einer älteren Seekarte bzw. gar mit einer Straßenkarte arbeitet, könnte Orientierungsprobleme bekommen!

·         wir die Seekarte präpariert haben, indem die Breiten-/Längengrade, aber auch die Seezeichen, an denen wir vorbei fahren wollen, deutlich markieren (in dem wir z.B. mit Kugelschreiber die Bezeichnungen etwas größer eintragen, damit wir die Buchstaben bzw. Zahlen der Tonnen bei Seegang bzw. Wasserspritzer schneller erkennen können).

·         wir die Seekarte so wasserdicht verpackt haben, dass wir trotz Wassertropfen jeden Teil der Seekarte erkennen können, ohne dass uns z.B. Falten oder beschlagene Innenteile der Kartenhülle die Sicht auf die Seekarte nehmen können.

Wer - statt eine wasserdichte Kartentasche zu verwenden - die benötigten Seekarten einlaminiert, dürfte diesbezüglich keine Probleme beim Ablesen der Seekarte bekommen!

·         wir in der Lage sind, unterwegs im brechenden Seegang den Kompass zu abzulesen und die Seekarte auch zu lesen.

Wer das nur kann, wenn er das Paddeln einstellt bzw. das Paddel zur Seite legt, um die Seekarte bzw. den Kompass in die Hände zu nehmen, wird wohl bei Seegang auf die Navigationsarbeit verzichten müssen.

·         wir imstande sind, mit Hilfe der Seekarte und der Beobachtung des Seegangs abzuschätzen, wo auf Grund der Lage der Untiefen Bereiche und Durchlässe sich befinden (könnten), wo es weniger stark bzw. gar nicht brandet.

 

Siehe hierzu auch den folgenden Beitrag, der als Download auf der DKV-Homepage abrufbar ist:

"Navigationstüchtigkeit. Anforderungen aus der Sicht des Küstenkanuwanderns“

è www.kanu.de/nuke/downloads/Navigationstuechtigkeit.pdf

 

(d) Fahrtenzeitpunkt & -raum:

 

Wann es in die Kajaks geht und wie lange wir auf dem Wasser bleiben, wird im Wesentlichen von der Tidenströmung bestimmt. Alle Touren hier werden so geplant, dass immer mit der Tide bzw. bei Stauwasser gepaddelt wird; d.h:

·         vom Festland direkt zur gegenüberliegenden Inseln geht es frühestens bei Hochwasser (Stauwasser) bzw. etwas später mit ablaufendem Wasser,

·         von der Insel Neuwerk weg, geht es zunächst mit ablaufendem Wasser;

·         zum Wattenhoch hin geht es so mit auflaufendem Wasser, dass wir das Wattenhoch in etwa bei Stauwasser erreichen;

·         haben wir das Wattenhoch überpaddelt, geht es mit ablaufendem Wasser weiter übers Watt;

·         zum Festland zurück geht es frühestens bei Niedrigwasser (Stauwasser) bzw. etwas später mit auflaufendem Wasser.

 

Natürlich, wir können auch gegen den Tidenstrom paddeln, wie wir ja auch Flüsse und Bäche gegen den Strom hoch paddeln können. Wer das im Wattenbereich der deutschen Nordsee wirklich vor hat, sollte sich aber zuvor mal die Passage auf dem Stromatlas anschauen und überprüfen, mit welcher Stromgeschwindigkeit gegen an er unterwegs zu rechnen hat. Außerdem sollte er dann - wenn schon, denn schon - nicht mitten im Gatt bzw. im Fahrwasser/Priel oder draußen, weit ab vom Strand gegen an paddeln, sondern die Nähe zur Wattkante bzw. zum Strand suchen. Wird er dann dabei noch von einem kräftigen achterlichen Wind unterstützt, hat er wohl gegen eine steile, brechende See anzukämpfen, ansonsten aber hat er durchaus eine Chance, voran zu kommen.

 

(e) Anreise Spieka-Neufeld:

 

Spieka-Neufeld liegt etwa 14 km südwestlich von Cuxhaven direkt am Watt westlich von Nordholz. Um die Einsatzstelle zu erreichen, müssen wir über den Deich am Krabbenfischer- und Seglerhafen vorbei über einen großen Parkplatz bis zur Rampe nahe einer kleinen Gaststätte fahren.

 

(f) Zelten:

 

In Spieka-Neufeld ist das Zelten am Parkplatz nicht erlaubt. Der in unmittelbarer Nähe befindliche Zeltplatz ist ein reiner Wohnwagenplatz und nicht für uns verfügbar. Deshalb sollten wir weitab von Gaststätte und Zeltplatz auf der Wiese nahe des Seglerhafens erst nach Sonnenuntergang unser Biwak aufschlagen und darauf achten, dass wir nicht auffallen.

Auf Neuwerk empfiehlt es sich, gegen Gebühr auf der Wiese beim Gasthofes „Das alte Fischerhaus“ zu zelten. Die Wiese liegt im Süden der Insel zwischen West-Rampe (westlich des Radarturms) und Seglerhafen (südlich der Insel). Die ca. 500 m zwischen Wasser und Wiese können per Bootswagen überbrückt werden. – Ansonsten ist das wilde Zelten auf Neuwerk verboten und sollte wirklich beachtet werden, auch wenn die Wiese neben dem Segelschiffhafen geradezu zum Biwakieren einlädt.

 

(g) Nationalpark-Befahrens-/-Betretungsregelungen:

 

Wer nach einer aktuellen Seekarte navigiert und immer dem Fahrwasser entlang paddelt, dürfte keine Probleme mit dem Naturschutz bekommen. Auf der Seekarte sind besondere Schutzgebiete, die - teilweise nur für einen vorgegebenen Zeitraum - nicht befahren werden dürfen, aufgeführt, und zwar "Robbenschutzgebiete" (RSG) und "Vogelschutzgebiete" (VSG). Außerdem können wir der Seekarte die Grenzen der "Ruhezone" (Zone I) entnehmen, die gemäß §4 Abs.1 der "Verordnung über das Befahren der Bundeswasserstraßen in Nationalparken im Bereich der Nordsee" (NPNordSBefV) nur in der Zeit von 3 Std. vor HW (= Hochwasser) bis 3 Std. nach HW befahren werden dürfen (sog. "3-Std.-Regelung"), d.h. während der Zeit 3 Std. vor NW (= Niedrigwasser) bis 3 Std. nach NW darf in der "Zone I" genauso wenig gepaddelt werden, wie in "RSG/VSG"-Bereichen. Es gibt jedoch eine Ausnahme: Führen Fahrwasser durch diese Gebiete, so darf auf diesen gepaddelt werden, und zwar auch dann, wenn diese durch die "Zone I" bzw. durch RSG/VSG-Bereiche führen.

Weiterhin dürfen wir uns lt. "Nationalparkgesetz Niedersächsisches Wattenmeer" (2001) am Rande der Fahrwasser, und zwar auch innerhalb der "Zone 1", zum "vorübergehenden Aufenthalt im Umkreis von 50 Metern um das Boot trocken fallen" lassen (§ 11 Punkt 4.). Für das Revier Neuwerk ist folglich das Trocken fallen und Aussteigen am Rand des Elbe-Weser-Wattfahrwassers und der Robinsbalje möglich.

Im Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer dürfen wir lt. „Nationalparkgesetz Hamburgisches Wattenmeer“ (2001) nur auf der Westseite vom Scharhörner Watt (Scharhörnriff), an beiden Rändern von Neuwerkloch und am östlichen Rand des Elbe-Neuwerk-Fahrwassers aussteigen (§5, Abs. 3, Punkt 10. NPG-HH). Ein Aussteigen am nördlichen und südlichen Rand des Scharhörner Watt ist jedoch nicht erlaubt.

Siehe hierzu auch den folgenden Beitrag, der als Download auf der DKV-Homepage abrufbar ist:

"Regelungen zum Befahren & Betreten – Nordsee / Wattenmeer (NL/D/DK)

è www.kanu.de/nuke/downloads/Befahren&Betreten-Nordsee.pdf

 

Weitere Links:

(a) Nationalparkamt Hamburg:

è www.nationalpark-hamburgisches-wattenmeer.de

(b) Nationalparkgesetz Hamburgisches Wattenmeer (2001):

è www.nationalpark-hamburgisches-wattenmeer.de/8archiv/images/docs/Gesetz

(c) Nationalparkgesetz Niedersächsisches Wattenmeer (2001)

è www.nationalpark-wattenmeer.niedersachsen.de

>“Der Nationalpark“ >“Rechtsgrundlagen“ >“Nationalparkgesetz online“

(d) Befahrensverordnung Nordsee (1995):

è www.nationalpark-hamburgisches-wattenmeer.de/8archiv/images/docs/Bef.reg.Watt 

 

(h) „Trittsteine“:

 

Trittsteine sind Pausen-/Rastplätze, die beim Küstenkanuwandern – häufig schon seit Jahrzehnten – genutzt werden, um sich zu regenerieren bzw. um den Tidenwechsel abzuwarten. Vor Neuwerk gibt es insgesamt 3 solcher „Trittsteine“, einen „amtlicher“ und zwei „traditionelle“:

 

·         Trittstein "Scharhörnriff": Es ist ein "amtlicher" Trittstein, der ein idealer Platz für jene ist, die das Scharhörner Watt und Neuwerker Watt umrunden möchten. Das Betreten ist nur möglich während der Niedrigwasserphase. Da er sich in der "Ruhezone" befindet, sollten Störung der Natur unbedingt vermieden werden. Deshalb ist es auch nicht immer empfehlenswert, mit aller Gewalt zu versuchen, von der Wattkante aus die Kajaks per Bootswagen zu verladen und exakt zu jenem, max. 2 – 2,5 km entfernt liegenden Ort zu transportieren, den sich der Gesetzgeber im Hamburger Rathaus als Trittstein ausgedacht hat (hier: 53°57,5 N und 8°21,7 E).

Übrigens, für die Vogelschutzinsel Scharhörn und Nigehörn gilt ein Anlandeverbot! Lediglich Wattwanderern ist es nach Anmeldung beim Vogelwart: (Tel. 04721-28584) ge-stattet, zu Fuß von Neuwerk aus über den Wattwanderweg zur Vogelschutzinsel Scharhörn zu laufen.

·         "Neuwerkloch" (Wattfläche am Eingang des Priels): Es ist ein möglicher Platz für jene, die von Spieka-Neufeld bzw. dem "Nordertill" bzw. dem Weser-Elbe-Wattfahrwasser" her kommend hier die Tide abwarten wollen, um nach Neuwerk weiter zu paddeln. Er liegt anfangs der Einfahrt des "Neuwerkloch" auf der nordwestlichen Seite inmitten der "Zone I" (VSG/RSG), die ganzjährig gesperrt ist.

Übrigens, obwohl der Ufersaum des "Neuwerkloch" zur "Zone I" zählt, dürfen Kanuten sich lt. NPG Küstenkanuwanderer auf beiden Seiten trocken fallen lassen und das Watt von ihren Kajaks aus betreten.

·         "Kleiner Vogelsand" (Wattfläche an der Einfahrt des Elbe-Neuwerk-Fahrwasssers): Ein möglicher Platz für jene, die von Cuxhaven bzw. Büsum oder Scharhörnriff bzw. Helgoland her kommend hier die Tide abwarten wollen, um nach Neuwerk weiter zu paddeln. Er liegt anfangs der Einfahrt des "Elbe-Neuwerk-Fahrwassers" auf der östlich Seite in der "Zone I".

Übrigens, obwohl der Ufersaum des Fahrwassers  zur "Zone I" zählt, dürfen sich lt. NPG Kanuten - jedoch nur - auf der östlichen Seite trocken fallen lassen und das Watt von ihren Kajaks aus betreten. Der westliche Ufersaum ist VSG/RSG und ganzjährig gesperrt.

 

(i) Gezeiten- & Stromangaben: (Bezug: z.B. è www.hansenautic.de )

 

·         BSH (Hrsg.), Gezeitenkalender. Hoch- und Niedrigwasserzeiten für die Deutsche Bucht und deren Flussgebiete (jährlich neu) (sog. „Tidenkalender“);

siehe auch als 3-Tage-Übersicht:

è www.bsh.de/de/Meeresdaten/Vorhersagen/Gezeiten/index.jsp

·         BSH (Hrsg.), Der Küstennahe Gezeitenstrom in der Deutschen Bucht, 2002 (sog. „Stromatlas);

siehe auch als 2-Tage-Übersicht:

è www.bsh.de/de/Meeresdaten/Vorhersagen/Stroemungen/index.jsp

 

(j) Kartenmaterial: (Bezug: z.B. è www.hansenautic.de )

 

·         Sportbootkartensatz Nr. 3014 (Helgoländer Bucht) (1:50.000);

oder:

·         Seekarte Nr. D4 und D2 1:50.000;

 

Hinweis: Am besten machen wir uns von den Originalkarten DIN A3-Farbfotokopien von den in Frage kommenden Routen, tragen dann per Kugelschreiber Datum & Maßstab sowie – etwas deutlicher - die Kennzeichnung der relevanten Tonnen ein und lassen jeweils zwei Blätter einlaminieren. Das hat den Vorteil, dass die Karten auf See leichter ablesbar sind als in einer Kartenhülle. Außerdem werden die Originalkarten geschont.

 

(k) Seewetterbericht:

 

·         NDR 4 (702 kHz): 00.05 + 08.30 + 22.05 Uhr;

·         Deutschland Funk/-Radio (1.269 bzw. 177 o. 6.005 o. 6.190 kHz): 01.05 + 06.40 +11.05 o 21.05 Uhr;

·         Deutsche Welle (6.075 o. 9.545 kHz): 13.55 Uhr;

·         Internet: www.seewetter.de

·         per SMS (z.B. 30 SMS Abrufe pro Jahr 20,- Euro): Anmeldung über www.wetterwelt.de  bzw. per Telefon (Mo.-Fr. 12.00-15.00 Uhr): 0431-560 66 68

 

Siehe auch die Übersicht über verschiedene Radio-/UKW-Sprechfunkfrequenzen, Telefon-Nummern und Internet-Adressen, die als Download auf der DKV-Homepage abrufbar ist:

„See-Wetterbericht (D)“

è www.kanu.de/nuke/downloads/Seewetterberichte-D.pdf

 

(l) Literatur: (Bezug: z.B. è www.hansenautic.de )

 

·         J.Werner, Törnführer Nordseeküste 1 (Cuxhaven bis Den Helder) (4.Aufl.);

·         J.Werner, Törnführer Nordseeküste 2 (Elbe bis Sylt) (3.Aufl.);

·         DSV, Revierführer Nordsee (1997);

·         R.Pott, Farbatlas Nordseeküste und Nordseeinseln. Ausgewählte Beispiele aus der südlichen Nordsee (Borkum - Sylt) aus geobotanischer Sicht, 1995;

·         R.Hanewald, Deutschlands Nordseeinseln, 1994.

 

(m) Links:

 

·         Text zum Küstenkanuwandern auf der DKV-Homepage:

è www.kanu.de/kueste/

·         Aktuelle Infos zum Küstenkanuwandern (hrsg. von U.Beier & U.Ewald):

è www.kuestenkanuwandern.de/aktuell.html

·         DKV-Online-Bibliothek 2005: Küstenkanuwandern (Touren)

è www.kanu.de/nuke/downloads/Online-Kuestenliteratur-Touren.pdf

 

(n) Ausbildungsangebote:

 

            Für jene, die sich nicht sicher fühlen, aufs Meer hinaus zu paddeln, bietet der DKV über seine Landes-Kanu-Verbände und lokalen Vereine Touren & Kurse an. Um was für Veranstaltungen es sich hierbei handelt, kann den jährlich neu herausgegebenen beiden DKV-Programm-Heften entnommen werden:

 

·         DKV-Sportprogramm (ca. 170 S.)

·         DKV-Bildungsprogramm (ca. 130 S.)

 

Die dort enthaltenen Daten können auch auf der DKV-Homepage abgerufen werden:

 

·         www.kanu.de > „Termin-Datenbank“

 

Übrigens, all jene DKV-Veranstaltungen, die nur das Küstenkanuwandern betreffen, sind auf der Homepage des Hamburger Kanu-Verband e.V. aufgeführt:

 

·         www.hamburger-kanu-verband.de/termineall.php?show=7

 

Anlage: Tourenplanungstabelle einer Neuwerk-Tour (8.-10.07.05)

 



Tourenplanungs-Tabelle:

 Richtung NEUWERK/SCHARHÖRNRIFF (8.-10.7.05)

Anreise: (Ort/Tag/Uhrzeit) 7.07.05, abends

Beginn: (Ort/Tag/Uhrzeit) 8.07.05, 5.00 Uhr startbereit          (HW Spieka-Neufeld: 2:52 Uhr)

Ende: (Ort/Tag/Uhrzeit) 10.07.05, spätestens 16.00 Uhr           (HW Spieka-Neufeld: 16.03 UhrI

Spring- bzw. Nippzeit: (Zeitraum) Nipptide vom 6.-8.07.05

Tidenhub in m: (für relevante Orte lt. Tidenkalender, Wasserstandsangaben  über NDR 2 (nach den 9- bzw. 22-Uhr-Nachrichten)

bzw. über BSH-Telefon: 040-31903190): lt Tidenkalender: Neuwerk/Scharhörn: ca. 3,0m (1/12=0,25); Spieka-Neufeld: ca. 3,1 m (1/12=0,26m)

Sonnenaufgang (SA) /-untergang (SU): z.B. für Starttag lt. Tidenkalender: SA: ca. 5.05 Uhr  /  SU: ca. 21.55

5-Tage-Windvorhersage: z.B. über Tel. 0190/116931 (neu ab 14.00 Uhr) bzw. www.seewetter.de  bzw. DWD-Telefon: 040-66901209

wichtige Hinweise: z.B. zum Zelten am Startort

Zelten am Startort ist nicht erlaubt, sein Biwak erst bei Dämmerung, d.h. gegen 22.00 Uhr aufschlagen!

Anforderungen: z.B.     x Seetüchtig     x Brandungserfahrung     x  6 Bft.-Winderfahrungen     x Eskimotiererfahrungen

wichtige Ausrüstung: z.B.     x seegangs-, kenter-, navigations-, verkehrs- & reisetüchtiges Kajak     x Bootswagen mit großen, breiten Rädern     x Verpflegung für gesamte Tour plus 2 Liter Trinkwasser  x Nicosignal am Körper     □ Schleppleine    

x wasserdichte Taschenlampe □  Knicklicht      x Tesa-Band     x Seekarte     x Kompass    x zumindest: Handlenzpumpe

insbesondere: x doppelte Abschottung     x Rettungshalteleinen     x  Trockenanzug bzw. Neo       Neoprenkopfhaube    

  zumindest: Paddelpfötchen     x Schwimmweste/Rettungsweste     □ Schutzhelm     □ ……………………………………………..

Anmerkungen: HW = Hochwasserzeit; NW = Niedrigwasserzeit; SA =Sonnenaufgang; SU = Sonnenuntergang;

SK = Stromkipp (d.h. Beginn des auflaufenden bzw. ablaufenden Wassers lt. Stromatlas); sm = Seemeile = 1,852 km

 

Datum

von  è  nach

km

Std.

Startzeit   è

   Ankunftszeit

HW

oder

SK

NW

o

SK

Bemerkungen

(z.B. Beginn ein- bzw. auslfd. Strömung / HW-Helgoland)

08.7.05

Anfahrt: Umweg über Nordergründe nach Neuwerk (A3) (bei gutem Wetter) (realisiert)

08.7.05

Spieka-Neufeld

è Sandbank westlich

     Gr. Knechsand

     ca. 1,5 km westl.

     Tonne R2 (Robinsbalje)

 

22

 

4

5.00

 

 

 

è 9.00

2.52

 

9.07

(SK)

Wasserstand Spieka-N.:

3,30/3,04/2,52/1,74m;

Watthöhe: 2,2m (???)

d.h. späteste Überfahrt:

theoretisch: 4.52;

real: ca. 5.22 Uhr, d.h.

2:30 h nach HW Sp-N.

SA = 5.05 Uhr

Stromkipp (SK) =

5 h vor HW Helgoland

 

Sandbank

è Neuwerker Loch (Süd)

 

21

 

4

9.30

è 13.30

 

9.07

(SK)

Stromkipp (SK)

 

Neuwerker Loch (Süd)

è Neuwerk

 

5

 

1

14.00

è 15.00

 

14.44

 

Wasserstand Neuwerk:

3,2/2,95/2,45/1,70m

Watthöhe: 2,2m (?)

d.h. früheste Ankunft:

ca. 12.44 Uhr, d.h.

2 h vor HW Neuwerk

A L T E R N A T I V – T O U R

8.7.05

Anfahrt: Direktfahrt nach Neuwerk) (A1) (bei schlechterem Wetter)

8.7.05

Spieka-Neufeld

è Neuwerker Loch (Süd)

 

16

 

4

5.00

è 9.00

2.52

 

8.45

(SK)

siehe oben;

Stromkipp (SK)

5:30 h vor HW Helgoland

≈ NW Scharhörn

 

Pause o. Spritztouren

im Watt

 

 

(3:30 Std.)

 

 

Wir nutzen die Zeit und paddeln Nordertill hinaus

und wieder zurück

 

Neuwerker Loch (Süd)

è Neuwerk

 

5

 

1

12.30

è 13.30

 

14.44

8.45

(SK)

Stromkipp (SK)

XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX

Datum

von  è  nach

km

Std.

Startzeit   è

   Ankunftszeit

HWZ

NWZ

Bemerkungen

(z.B. Beginn ein- bzw. auslfd. Strömung / HW-Helgoland)

9.7.05

Tagesfahrt: Rund Neuwerk (inkl. Elbquerung/Vogelsand/Wrack Ondo) (T1+T3) (realisiert)

9.7.05

Neuwerk

è Tonne EN 1

(Mündung Elbe-Neuwerk-Fahrwasser in Unterelbe)

 

5

 

1

6.10

è 7.10

3.10

 

Start: ca. 3 hnach HW

 

Tonne EN 1 – Tonne 13/14

è Wrack „Ondo“

 

7

 

1:30

7.10

è 8.40

 

 

10.12

(SK)

 

Stromkipp (SK):

4:30 h vor HW Helgoland

 

Wrack – Tonne 12/11

è Tonne EN 2

(Wattkante Kl. Vogelsand)

 

8

 

1:45

8.55

è 10.40

 

 

10.12

(SK)

 

Stromkipp (SK):

4:30 h vor HW Helgoland

 

Tonne EN 2

è Wattenhoch (Elbe-Weser-Wattfahrwasser)

 

11

 

2.15

11.10

è 13.25

 

15.18

 

 

 

HW Neuwerk ≈ SK ≈

0:30 nach HW Helgoland

 

Wattenhoch

è Neuwerkloch (Süd)

 

9

 

2.15

13.35

è 15.50

 

 

Paddeln gegen den Tidenstrom

 

Neuwerkloch (Süd)

è Neuwerk

 

5

 

1.15

15.50

è 17.05

 

15.18

 

 

Paddeln gegen den

Tidenstrom

XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX

10.7.05

Rückfahrt: Umweg über Scharhörnriff nach Spieka-Neufeld (R2) (bei gutem Wetter) (realisiert)

10.7.05

Neuwerk

è Tonne EN 1

(Elbe-Neuwerk-Fahrwasser)

 

5

 

1

6.45

è 7.45

3.44

 

10.15

(SK)

Start: ca. 2 h nach HW

Stromkipp (SK):

5:30 h vor HW Helgoland

≈ NW Scharhörn

 

Tonne EN 1

è Scharhörnriff (West)

 

12

 

2:25

7.45

è 10.10

 

 

10.15

(SK)

 

Stromkipp (SK):

5:30 h vor HW Helgoland

≈ NW Scharhörn

(Pause westlich im Scharhörner Watt)

 

Scharhörnriff (West)

è Kugel-Tonne „Ostertill“

 

12

 

2:25

10.40

è 13.05

 

 

 

(Pause auf der westlichen Wattfläche)

 

Tonne „Ostertill“

è Spieka-Neufeld

 

15

 

3

13.35

è 16.35

 

16.03

 

 

A L T E R N A T I V – T O U R

10.7.05

Rückfahrt: Direkt nach Spieka-Neufeld (bei schlechterem Wetter) (R1)

10.7.05

Neuwerk

è Neuwerkloch (Süd)

 

 

5

 

1

6.45

è 7.45

3.44

 

10.15

(SK)

 

Stromkipp (SK):

5:30 h vor HW Helgoland

≈ NW Scharhörn

 

Pause o. Spritztouren

im Watt

 

 

(3:30 Std.)

 

 

Wir nutzen die Zeit und paddeln Nordertill hinaus

und wieder zurück

 

Neuwerkloch (Süd)

è Spieka-Neufeld

 

16

 

2:15

11.15

è 13.30

 

16.03

10.15

Stromkipp (SK)

 

è www.kanu.de/nuke/downloads/Tourenplanungstabelle.pdf                                           © U.Beier/M.Panknin 03/00

 

Text: U.Beier – www.kanu.de/kueste/