10.09.2007 Gefahr für den „Wasserwanderplatz“ Schleimünde? (Revier/Inland)

 

Der Hafen von Schleimünde, liegt – wie wir es dem Namen entnehmen können – an der Mündung der - knapp 39 km ins Festland reichenden - Schlei in die Ostsee. Am nördlichen Ufer dieses Mündungsbereichs liegt ein Hafen, der einst vom Bund verwaltet, dann aus Kosten gründen aufgegeben und seit einiger Zeit vom „Förderverein Schleimünde e.V.“ weiter geführt wird. Mitglieder dieses Vereins sind allesamt schleswig-holsteinische Segelvereine und der Vogelschutz-Verein Jordsand. Der auch als „Naturnaher Wasserwanderplatz“ ausgezeichnete Hafen steht allen Wassersportlern offen und wird allwöchentlich von Kanutinnen und Kanuten, die von Kiel, Eckernförde, Schleswig oder Flensburg kommen, als Pausen- bzw. Übernachtungsplatz aufgesucht. Er ist für das Kanuwandern insofern unverzichtbar, da er auf Grund seiner Lage in geradezu idealer Weise einen „fließenden“ Übergang vom Süß- zum Salzwasserpaddeln bietet. Schleimünde ist für die Ostseeküste Schleswig-Holsteins einzigartig, Erst wieder die Wismarer Bucht in Mecklenburg-Vorpommern bietet ähnliche Verhältnisse, zumindest für das Küstenkanuwandern.

 

In der YACHT finden wir nun eine kurze Info darüber, dass der „Förderverein Schleimünde e.V.“, der bislang Pächter des Hafengeländes ist, beabsichtigt, das Gelände zu kaufen. Leider prüft jedoch derzeit das Bundesumweltministerium, „ob das Gebiet zum „nationalen Naturerbe“ erklärt werden soll.“ Nun, ca. 95 % des nördlichen Sandhakens, die Halbinsel Öhe-Schleimünde, die zwischen Ostsee und Schlei liegt, steht schon seit über 75 Jahren unter Naturschutz, und das ist gut so. Lediglich an der Spitze dieses Sandhakens befindet sich auf knapp 100 m Länge der Hafen inkl. Hafengebäude und Restaurant (die sog. „Giftbude“) sowie auch ein Gebäude des Vogelschutzvereins Jordsand e.V.

 

An diesen Zustand haben sich alle gewöhnt und so arrangiert, dass keiner den anderen stört. Zumindest die Seeschwalben und  „Säbelschnäbler“ sehen in uns Wasserwanderern keinen Feind. Oder würden sie sonst in unmittelbarer Nähe zu unseren Zelten im Watt und in den seichten Wasserflächen davor nach Futter suchen? Es wäre bedauerlich, wenn bei Erklärung dieses Gebietes zum „nationalen Naturerbe“ dieser Wasserwanderplatz nicht mehr fortgeführt werden dürfte. Wo denn sonst können wir und unsere Kinder noch so unmittelbar und unbekümmert die Natur erleben und unserer Jugend die Werte der Natur so anschaulich vermitteln als auf Schleimünde?

 

Text: U.Beier – www.kanu.de/kueste/

Quelle: YACHT, Nr. 17 v. 8.8.07, S.11 – www.yacht.de

Link:

www.schleimuende-hafen.de

www.jordsand.de/oehe/index.htm