22.09.2008 Schleimünde versteigert! (Revier/Inland)

 

Die Meldungen über den Verkauf des Hafengeländes von Schleimünde häuften sich in der letzten Zeit.

 

Am Mittwoch, 17.9.08, brachte die YACHT die Überschrift:

„Schleimünde unterm Hammer“

 

Am Donnerstag, 18.9.08, titelte das HAMBURGER ABENDBLATT (HHA):

„Versteigerung der Lotseninsel abgesagt“

 

Schon einen Tag später wurde diese Meldung im HHA korrigiert:

„Lotseninsel an der Schlei wird doch versteigert“

 

Am Montag, 22.9.08, setzte das HHA – vorerst - den Schlusspunkt mit der Meldung:

„Auktion: Schlei-Immobilie soll unverändert bleiben.

Umweltstiftung ersteigert Lotseninsel für 665.000 Euro“

 

Was ist bloß los mit der aus Kanuten-Sicht romantischsten Zeltmöglichkeit entlang der deutschen Ostseeküste?

 

Nun, mit Schleimünde bzw. der Lotseninsel meint man jenen Teil eines Sandhakens der im Mündungsbereich der Schlei liegt und heute überwiegend einen kleinen Hafen mit Haus und angrenzender Wiese beherbergt. Der Hafen ist Zufluchtsort der Segler, die die Nähe der Ostsee lieben, aber den Schutz der Schlei suchen, und Residenz der Vogelschützer vom Verein Jordsand e.V., die von einem vergleichbar großem Haus aus die Einhaltung des Naturschutzes des restlichen Teils (ca. 95 %) des Sandhakens überwachen. Und die Wiese, ja die dient auch dazu, den Kanuten, die von Schleswig aus die Schlei herunter paddeln bzw. von der Ostsee (z.B. Flensburg, Eckernförder bzw. Kiel) kommen, eine einfache und naturbelassene Zeltmöglichkeit zu bieten.

 

Einst gehörte dieses ca. 8.500 qm große Hafengelände der Bundesrepublik und dient als „Schutzhafen“. Vor Jahren schon gab der Bund aus finanziellen Gründen den Hafen auf und verpachtete ihn an den „Förderverein Schleimünde e.V.“ Mitglieder dieses Vereins sind allesamt schleswig-holsteinische Segelvereine und der Vogelschutz-Verein Jordsand, nicht jedoch der Landes-Kanu-Verband Schleswig-Holstein.

 

Anscheinend reichte dem Bund nicht mehr die „bescheidene“ Pachtgebühr, denn sonst hätte er nicht die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) damit beauftragt, dieses Hafengelände zu versteigern (Mindestgebot: 125.000 Euro).

 

Für 655.000 Euro hat nun die gemeinnützige „Umweltstiftung Lighthouse Foundation“ (Sitz: Kiel) den Zuschlag für Schleimünde erhalten. Lt. HHA-Pressemeldung will die Stiftung, die sich dem Schutz der Meere widmet, die Lotseninsel so erhalten wie sie jetzt ist. Wollen wir hoffen, dass Schleimünde auch weiterhin als „Naturnaher Wasserwanderplatz“ bestehen bleibt und wir mit unseren Seekajaks noch lange Schleimünde anlaufen und dort in unseren Zelten für ein paar Tage übernachten dürfen.

 

Text: Udo Beier

Quelle: HAMBURGER ABENDBLATT v. 22.9.08www.abendblatt.de

Link:

www.kuestenkanuwandern.de/revier_d/070910.html

www.lighthouse-foundation.org