10.06.2013 Rund Poel & Co. (Revier/Inland)

 

Im KAJAK-MAGAZIN berichtet Jörg Knorr in dem Beitrag:

 

„Poel. Perle in der Wismarer Bucht“

 

über eine Umrundung der Insel Poel zu Ostern 2013 mit dem Start/Ziel-Ort Fährdorf.

 

Für die knapp 30 km lange Umrundung (zzgl. 8 km für die Befahrung des fjordartigen Kirchsees) werden 2 Tage angesetzt. Wer das in einem Tag schaffen will und noch viel mehr, kann an der ca. 35 km langen „Rund um Poel“-Fahrt des TSG Wismar teilnehmen, die dieses Jahr am Wochenende 14.-16.06.13 angeboten wird (Infos: www.kanu-wismar.de ).

 

6 Seiten berichtet J.K. über seine „kleine“ Tour. Eine Menge Infos werden gebracht inkl. einer Kartenskizze aus Jübermanns „Touren-Atlas“: Nr. 6 Mecklenburg-Vorpommern.

 

Als Zeltplätze werden einer am Hafen Timmendorf und ein anderer auf Langenwerder empfohlen. „Leider“ ist die im NO von Poel liegende Insel Langenwerder Naturschutzgebiet und sollte nicht betreten werden. Gemeint ist sicherlich der knapp 2 km im Osten von Langenwerder am Festland liegende Zeltplatz auf der Halbinsel Boiensdorfer Werder.

 

Ja, seit 2006 gibt es freiwillige Befahrensregeln für die Wismarbucht. Getragen werden diese Regeln von der „Projektgruppe Wismarbucht“, der insgesamt 11 Wassersportvereinen sowie diverse Angel-, Fischer- und Vogelschutzvereine angehören. Die Projektgruppe hat dazu eine Broschüre:

 

„Natur- und Vogelschutz in der Wismarbucht (Wassersport und Angeln)“

 

herausgegeben, die im Internet abrufbar ist:

 

è www.naturschutz-wismarbucht.de (Stand: 2013).

 

Insgesamt für 10 Gebiete in der Wismarbucht werden freiwillige Befahrensregeln aufgestellt und per Seekartenauszug anschaulich aufbereitet, so auch z.B. für die NO-Spitze von Poel:

 

è www.naturschutz-wismarbucht.de/natur-und-vogelschutz/sued-und-aussenkueste-poel-mit-nsg-fauler-see/

 

Jeder Kanute, der plant, Poel zu umrunden, sollte daher sich diese Kartenausschnitte anschauen. Er wird feststellen, dass auch weiterhin Poel umrundet werden kann, auch wenn manchmal dafür ein Umweg einzuschlagen ist (aber die Strecken sind ja sowieso nicht so lang) und nicht überall angelandet werden kann. Natürlich handelt es sich hierbei „nur“ um freiwillige“ Vereinbarung … aber muss denn erst in Deutschland etwas verboten werden, damit wir uns daran halten?!

 

Leider versäumt es J.K., nicht nur auf diese freiwilligen Befahrensregeln hinzuweisen, sondern er beschreibt zusätzlich gerade eine Flachwasserpassage zwischen der NO-Spitze von Poel und der Insel Langenwerder, die eigentlich nicht befahren (bzw. „durchtreidelt“) werden sollte.

 

Übrigens, in einem 6-Seiten-Bericht hätte auch darauf hingewiesen werden können, dass etwas leistungsfähigere Küstenkanuwanderer z.B. auch vom Zeltplatz in Zierow (Festland; ca. 8 km nordwestlich von Wismar) starten und dabei gleich die Halbinsel Wustrow (nordöstlich von Poel) mit umrunden könnten (mit ca. 300 m Landpassage westlich von Rerik). Die Strecke würde wohl dann ca. 50 km lang werden (ohne den Abstecher Küchensee), aber immer noch an einem Wochenende zu schaffen sein. …. Oder ist das zu viel der Kritik? Dazu müsste geklärt werden, was der Leser lesen möchte:

 

  1. eine Nacherzählung über den Ablauf einer Tour („Schüler-Aufsatz“)
  2. einen unterhaltsamen, humorvollen Bericht über den Ablauf einer Tour („Prosabeitrag“)?
  3. einen informativen Bericht, der nicht nur etwas über den Tourenablauf enthält, sondern auch etwas über Land & Leute („Reiseführer“)?
  4. eine Skizzierung aller Paddelmöglichkeit eines bestimmten Reviers („Tourenführer“?

 

Nun, optimal wäre ein Mix aus 1.-4., wobei ich dem 4. Punkt die höchste und dem 1. Punkt die niedrigste Gewichtung geben würde. Ich will nicht wissen, wie beschwerlich die An-/Abreise ist, wie gut die Tasse Kaffee am Morgen mundet, wie laut der Regen aufs Zelt prasselt, wie melodisch der Sprosser singt, wie farbenprächtig die Sonne untergeht und wie - bei der letzten Flasche Bier - romantisch das Lagerfeuer flackert … und dass alle am liebsten nächstes Jahr wiederkommen möchten. Nein, mich interessiert zunächst einmal das Revier. Z.B. was kann ich paddeln, mit welchen Schwierigkeiten sind zu rechnen, wo kann Trinkwasser gebunkert werden, welche Karten sind zu empfehlen und wo kann ich übernachten. Unabdingbar dafür sind eine Kartenskizze, die einem einen ersten Eindruck über das Revier vermittelt, und extra herausgestellte „Kurz-Infos“ für den „eiligen“ Leser. J.K. ist auf dem besten Wege dahin, diese Bedingungen zu erfüllen.

 

Text: Udo Beier

Quelle: KAJAK-MAGAZIN, Nr. 4/13, S.28-33 – www.kajak-magazin.com

 

Links zu weiteren Befahrensregeln entlang der Küste von Mecklenburg-Vorpommern:

Offizielle Broschüre zu den Schutzgebieten:

è www.wassersport-im-bodden.de

 

Beier,U.:

Naturverträglicher Wassersport im Greifswalder Bodden und Strelasund.

Freiwilliger Vereinbarungen zwischen Naturschützern & -nützern

aus: Kanu Sport 7/04, S.32-34 – www.kanu.de

è www.kanu.de/nuke/downloads/Befahrung-Greifswalder-Bodden-und-Strelasund.pdf

 

Beier,U.:

Strelasund & Zudar. Freiwillige Vereinbarungen zur Befahrung (inkl. Greifswalder Bodden)

è www.kanu.de/nuke/downloads/Befahrung-Strelasund-und-Zudar.pdf

 

Beier,U.:

Befahrungsregelung Usedom (Nord) & Rügen (Südost)

Freiwillige Vereinbarungen bzgl. Struck, Ruden, Peenemünder Haken, Großer Wotig & Having

aus: Kanu Sport 9/04, S.38-39 – www.kanu.de

è www.kanu.de/nuke/downloads/Befahrung-Usedom-und-Ruegen.pdf