23.05.2014 Rund Ostfriesische Inseln (EPP 4 Küste) (Revier/Inland)

 

Vom 10.-18.5.14 wurde ein EPP 4 Küste-Kurs für 6 Teilnehmer angeboten, der zum Ziel hatte, während einer Umrundung der ostfriesischen Inseln fortgeschrittene Kenntnisse zum Küstenkanuwandern durch „Learning by Doing“ zu vermitteln.

 

Samstag (10.5.14) (Neuharlingersiel – Spiekeroog (West) – 8 km):

 

Gestartet wurde vom Neuharlingersieler Hafen (Westseite) aus. Als Tagesziel stand zur Auswahl Spiekeroog (Zeltplatz) bzw. Langeoog (Ort/Seeseite).

 

Die SMS-Windprognose von Wetterwelt.de für 12 Uhr lautete:

 

 

Da für Sonntag für 12 Uhr 6 Bft. aus Südwest in Böen 7 Bft. (Gewitter) vorhergesagt wurde, wählten wir Spiekeroog (Zeltplatz) als Tagesziel aus; denn eine Querung des Gats zwischen Langeoog und Baltrum am Sonntag wäre bei den Windbedingungen und den daraus folgenden Gewässerbedingungen u.U. zu schwierig geworden.

 

Ein Mitpaddler bekam – wie jeden Tag - die Aufgabe, mit ablaufendem Wasser die Gruppe von insgesamt 7 Kanuten hinüber zu navigieren.

 

Sonntag (11.5.14) (Brandungsübungen auf der Wattseite von Spiekeroog (West)):

 

Die Windprognose sagte für 12 Uhr:

 

 

voraus. Wir entschlossen uns daher, Spiekeroog nicht zu verlassen. Tagesziel war es, während der Hochwasserphase auf der Wattseite von Spiekeroog in der vom Südwestwind erzeugten Brandung das Brandungspaddeln zu üben (è Starten, Seitwärtssurf, Surfen, Anlanden). Nach 2 Stunden hatten wir genug geübt. Eine Kanutin kenterte dreimal. Zweimal gelang ihr die Rolle. Kurz vorm Anlanden kenterte ein Kanute aus Unachtsamkeit wenige Meter vor der Wattkante, stieg aus und trieb bei ablaufendem Wasser auf die Steinpackungen der parallel zum Ufer verlaufenden Buhne. Ich bot ihm sofort meinen Bug an und schleppte ihn samt Seekajak rückwärts Richtung Ufer. Eine Kanutin erkannte die kritische Situation, landete sofort an, eilte von dort aus ins Wasser, um uns zu helfen, und bewahrte uns davor, allzu heftig auf die Steinpackungen gespült zu werden.

 

Montag (12.5.14) (Rund Janssand) – 19 km:

 

Die Windprognose sagte für 12 Uhr:

 

 

voraus. Da schon am Vortag die Gewitterprognose nicht stimmte und auch am Montag die Wetterlage nicht auf Gewitter hindeutete, beschlossen wir, den Janssand entgegen dem Uhrzeigersinn zu umrunden und im Hafen von Neuharlingersiel während der Hochwasserzeit einen Zwischenstopp einzulegen, um dann anschließend bei ablaufendem Wasser wieder zum Zeltplatz auf Spiekeroog zurückzukehren.

 

Dienstag (13.5.14) (Retourtour nach Harlesiel) – 24 km:

 

Für 12 Uhr wurden:

 

 

prognostiziert. Wir beschlossen auf der Wattseite mit dem Wind und mit der Strömung hinüber nach Harlesiel (Ausstieg am kleinen Sandstrand an der Westseite des Hafens westlich der Hafenbuhne) und nach dem Strömungskipp wieder zurück nach Spiekeroog zu paddeln, dann aber gegen den Wind und mit der Strömung.

 

Bei der Hinfahrt unterschätzte ein Mitpaddler die Strömung und das Schwojen der Tonne OB 14. Er rammte sie, schrammte an ihr mit seiner Backbordseite entlang, kenterte und schrammte dann mit der anderen Seite seines Kajaks weiter entlang. Dank Wind- und Strömungsrichtung trieb er am Rande des Fahrwassers entlang. Ein Mitpaddler half ihm beim Lenzen & Wiedereinstieg, während eine Kanutin mit ihrer Schleppleine in der Nähe bereit stand, das Retter-Kajak samt Kenter-Kajak notfalls aus dem Fahrwasser zu schleppen.

 

Mittwoch (14.5.14) (Roll- & Rettungsübungen auf der Wattseite von Spiekeroog (West)):

 

Für 12 Uhr wurden:

 

 

vorhergesagt. Das war kein Wind, um Strecke zu paddeln. Also wurden Roll- und Rettungsübungen am Rande des Gats von Spiekeroog angesetzt. Wegen der kritischen Gewässerbedingungen durften jeweils nur zwei Leute hinaus in den Seegang paddeln und zur selben Zeit jeweils nur einer Rollen bzw. Aussteigen. Die beiden Kanutinnen rollten auf beiden Seiten hoch, egal woher die Welle kam. Die übrigen Kanuten schafften nur auf ihrer „Schokoladenseite“ die Rolle. Die sonstigen Rettungsmethoden (è X-Lenzen, Parallel-Wiedereinstieg) klappten problemlos. Nach einer guten Stunde üben und demonstrieren ging es wieder an Land.

 

Donnerstag (15.5.14) (Spiekeroog (West) – Neuharlingersiel – Langeoog (Hafen)) – 23 km:

 

Mittwochabend wussten wir schon, dass am Donnerstagabend der Wind nur noch mit 3 Bft. aus NW-N in Böen 5 Bft. wehen soll. Donnerstag früh wurde die Prognose konkreter: Um 12 Uhr sollte es nur noch mit:

 

 

wehen. Ein Kanute mit Schulterproblemen wollte die Gruppe nicht weiter am Streckepaddeln behindern und war letztlich damit einverstanden abzubrechen. Das nahmen zwei weitere Kanuten zu Anlass, ebenfalls abzubrechen, obwohl die Windprognose für Freitagmittag nur noch 2-3 Bft. Wind aus NW-N in Böen 3-4 Bft. vorhersagten. Aber sie hatten genug von der Kälte und den ständigen Regenschauern. Also wurde zurück nach Neuharlingersiel gepaddelt. Dort wurden die 3 Kanuten zurückgelassen. Die verbliebenen 2 Kanutinnen und 2 Kanuten paddelten anschließend über das Neuharlingersieler Wattfahrwasser zum auf der Wattseite liegenden Hafen von Langeoog (mit Ausstieg an der Rampe auf der linken Seite des Hafenbeckens, gleich links vom Fährschiffanleger).

 

Freitag (16.5.14) (Langeoog (Hafen) – Baltrum (Ort/Seeseite) – 11 km:

 

Für Freitag 6 Uhr wurden

 

 

vorhergesagt. Am Abend zuvor wurde geplant, bis Norderney zu paddeln und einen Tag später bis Juist. Da wir unsicher waren, ob Freitag früh auf der Seeseite von Baltrum noch Dünung einlief, die nicht beherrschbare Grundseen erzeugte, planten wir früh morgens mit dem letzten ablaufendem Wasser, bis zum Gat (Tonne A7) zu paddeln, um dann notfalls bei zu hoher Grundsee mit dem nächsten auflaufendem Wasser gleich wieder zurück nach Langeoog (Wattseite) paddeln zu können. Da wir recht früh erkannten, dass die Grundseen beherrschbar und umfahrbar waren, paddelten wir auf der Seeseite von Baltrum gegen das schon wieder auflaufende Wasser dicht entlang der Strandes bis Baltrum (Ort). Dort wollten wir den Tidenkipp abwarten, um dann mittags weiter über das Gat zwischen Baltrum und Norderney entlang der Seeseite von Norderney bis Norderney (Ort) zu paddeln. Eine Kanutin schwächelte … und so platze der Traum, während des Kurses wenigstens bis Juist (Hafen), geschweige denn bis Wangerooge (Nordseite) zu kommen. Machbar wäre es durchaus bei der Wetterlage gewesen, am Freitag noch bis Juist (Ort/Seeseite) (26 km) zu kommen, am Samstag mit ablaufendem Wasser vom Juister Hafen bis Wangeroog zu paddeln (23 km), um dann am Sonntag mit auflaufendem Wasser zurück nach Norddeich zu fahren (32 km). Mit Taxi hätten dann die Autos von Neuharlingersiel abgeholten werden müssen. Sicherlich wären dann alle am Sonntag erst bei Dunkelheit in ihren Heimatort zurückgekehrt.

 

Samstag (17.5.14) (Baltrum (Ort/Seeseite) – Langeoog (Seeseite) – Spiekeroog (Zeltplatz) – 21 km:

 

Für Samstag 6 Uhr wurden

 

 

angesagt. Ideale Bedingungen zum Streckepaddeln. „Der Schwung war draußen!“ Es ging nämlich nicht mehr Richtung Juist, sondern zurück zum Zeltplatz von Spiekeroog. Unterwegs wurde immer mal wieder in den brechenden Grundseen das Surfen vor- & seitwärts geübt. Zurück auf dem Zeltplatz begegneten wir fünf Gleichgesinnte. Der Sommer war nun endgültig „ausgebrochen“. Als die Sonne am Horizont verschwand überfielen uns in Scharen die Gnitzen.

 

Sonntag (18.5.14) (Spiekeroog (West) – Neuharlingersiel) – 8 km:

 

Für Sonntag 12 Uhr wurden

 

 

angekündigt. Das ideale Wetter, um zum Abschluss Spiekeroog im Uhrzeigersinn zu umrunden mit Neuharlingersiel als Ziel. Leider fand ich damit in der kleinen Gruppe keinen Zuspruch. Ich hatte wohl zu früh den verbliebenen zwei „Schülerinnen“ zu EPP 4 (Küste) gratuliert.

 

Nächstes Jahr plane ich, einen Wochenrundkurs zwischen Amrum und Fanö anzubieten. Mal sehn ob ich dann welche finde, die bereit sind, sich eine Woche lang von Insel zu Insel zu „quälen“, ähnlich den Bergsteigern, die freiwillig die Gipfel besteigen, statt in den Tälern entlang zu wandern!?

 

Text: Udo Beier