18.12.2005 Wetter-Raster (Wetter)

 

In KANU MAGAZIN geht Jürgen Hoh im Teil 11 der Beitragsserie „Touren- und Seekajakfahren für Könner“ unter dem Titel:

 

„… und nun: das Wetter“

 

auf die Wetterbedingungen ein, die wir vor Ort auf unseren Küstentouren erleben können. Wer nun denkt, wir erfahren in diesem Teil 11 etwas über Hoch & Tiefs, Warm- & Kaltfronten, der irrt sich (das Thema wird vielleicht in Teil 12 abgehakt), aber ist dennoch nicht enttäuscht; denn wir erfahren in diesem Beitrag – wenn auch nur stichpunktartig – etwas über andere Aspekte, die aber auch was mit dem Wetter zu tun haben, nämlich über Wind & Regen.

 

J.Hoh empfiehlt, sich für seine Tour irgendwo auf dem Globus ein „Wetter-Raster“ anzulegen, zu dem u.a. folgenden Punkte gehören:

 

 

Es fehlen auch Hinweise über:

 

 

Auch wenn dieser Teil des Beitrages alles nur sehr oberflächlich anspricht (die in Klammern gesetzten Angaben wurden nachträglich hier eingefügt), bringt J.Hoh jedoch eine – aus der Sicht des Küstenkanuwanderns - aufschlussreiche Interpretation der Windstärke gemessen in Beaufort (Bft.) (der Text ab 9 Bft. ist ebenfalls nachträglich eingefügt worden):

 

Windstärke

Bezeichnung

Auswirkungen für Paddler

F l a u t e

0 Bft.

Windstill

„Keine Auswirkungen für Paddler, fast schon langweilig.“

1 Bft.

Leiser Zug

„Noch keinerlei Auswirkungen auf die Kursstabilität.“

W i n d

2 Bft.

leicht

„Anfänger haben ihren Spaß.“

3 Bft.

schwach

„Spritzdecke sollte geschlossen werden.

Gute Übungsbedingungen für Rettungsübungen.“

4 Bft.

mäßig

„Schwieriger für Anfänger. Gute Gruppendisziplin ist erforder-lich, da die Kommunikationsmöglichkeiten stark eingeschränkt sind.“

5 Bft.

frisch

„Erfahrene Seekajaker mit guter Bootsbeherrschung machen noch Kurztouren. Dabei muss die weitere Wetterentwicklung überschaubar sein.“

6 Bft.

stark

„Grenzwertig. Erfahrene Paddler spielen bei sicheren Verhältnissen in der Brandung. Rettungen sind nur noch schwer möglich.“

7 Bft.

steif

„Wer schon an Land Schwierigkeiten hat, gegen den Wind zu gehen, sollte sich auch nicht mehr ins Boot setzen.“

8 Bft.

stürmisch

„Boote an Land gut festbinden und in Deckung gehen!“

S t u r m

9 Bft.

10 Bft.

11 Bft.

./.

stark

heftig stark

Schade um die Zelte, die nicht rechtzeitig abgebaut wurden!

12 Bft.

Orkan

Wer jetzt noch ans Fotografieren denkt, dem wird auch später geglaubt, worüber er berichtet.

 

Übrigens, im Englischen sind die Bezeichnungen für Wind etwas differenzierter:

 

 

Insofern könnten wir konstatieren, dass Küstenkanuwandern i.d.R. unter „Brisen-Bedingungen“ stattfindet. Die British Canoe Union (BCU) hält Kanutinnen und Kanuten für „proficient“ (= seetüchtig, erfahren), wenn sie sicher in einer Gruppe bis zu 4 Bft. Gewässerbedingungen paddeln können. Und Nigel Foster ist der Auffassung, dass das obere Limit der meisten Großgewässerpaddler bei 8 Bft. Wind liegt. In Analogie zu den Schwierigkeitsgraden des Wildwassers könnte wir davon sprechen, dass bei einem 8er Wind derzeit die „Grenzen der Befahrbarkeit“ erreicht werden (entspricht dem Salzwasserschwierigkeitsgrad = SSG VI). Aber … Grenzen sind für manche da, um sie zu überwinden!

 

Text: U.Beier – www.kanu.de/kueste/

Quelle: KANU MAGAZIN, Nr. 1/06, S.56-67 – www.kanumagazin.de

Link:

Fotos zu Wind & Wellen: www.seewetter-kiel.de/seewetter/seegang_bilder.htm

Zum Einfluss des Windes: www.kanu.de/nuke/downloads/Bft-Skala.pdf

Bora - ein kroatischer Fallwind: www.kanu.de/nuke/downloads/Bora.pdf

Meltemi - ein griechisch-türkischer Sommerwind: www.kanu.de/nuke/downloads/Meltemi.pdf

Böen – 4 windige Varianten: www.kanu.de/nuke/downloads/Boeen.pdf

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