14.06.2013 Rundfunk-Seewetterberichte vor dem Aus (Wetter)

 

In der YACHT berichtet U.Janssen in dem Beitrag:

 

„Sendeschluss“

 

über den 18. Bericht der „Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten“ (KEF), in dem ARD und DEUTSCHLANDFUNK aufgefordert werden, bis Ende 2014 die Verbreitung des Hörfunks über Mittel- und Langwelle einzustellen. D.h. ab 2015 können wir keinen Seewetterbericht mehr über Mittel- bzw. Langwelle empfangen, sondern nur noch die Wetterberichte nach den Nachrichten, die über UKW ausgestrahlt werden. Es lohnt sich folglich bald kaum noch, wegen des Abhörens des Seewetterberichts ein Radio mit auf Tour zu nehmen.

 

Natürlich gibt es noch andere Möglichkeiten, um an den Seewetterbericht zu kommen. Z.B. über

 

DWD-Telefon-Ansage für Nord-/Ostsee = Tel. 040-6690-1209

Seewetterbericht (DWD) = Tel. 069-806 257 99 mit Ziffer 1 (aktuelle Wetterlage), Ziffer 2 (südwestl. Nordsee, Dt. Bucht und Fischer), Ziffer 3 (Skagerrak, Kattegat, Belte und Sund).

BSH-Seewetterbericht (Telekom) (gebührenpflichtig) = Tel. 0900 10576-601 (Nordseeküste), -607 (Ostseeküste), -606 (Nordfriesland/Dithmarschen).

 

Schade ist es, dass nur der gute, alte, häufig akustisch kaum verständliche Rundfunk-Seewetterbericht mit seinen aktuellen Stationsmeldungen uns ermöglicht, eine eigene Wetterkarte zu erstellen. So wurde uns die Chance gegeben, die Wetterentwicklung nicht nur zu begreifen, sondern auch selber zu bestimmen. Ich z.B. zeichne jedoch schon lange keine Wetterkarten, auch höre ich im Rundfunk keinen Seewetterbericht mehr an. Vielmehr begnüge ich mich mit dem SMS-Dienst von WETTERWELT.de und setzte einfach darauf, dass die „Wetterfrösche“ dort eher in der Lage sein werden, die Wetterentwicklung zu prognostizieren, als ich „Landratte“; denn in der Zwischenzeit hängt die Prognose von so vielen physikalischen Größen ab, dass wir selbst noch nicht einmal in der Lage sind, die Zugrichtung eines Tiefs zu bestimmen; denn dafür müssen wir nicht nur die Boden-Wetterkarte kennen, sondern auch die Höhen-Wetterkarte und den Verlauf der Jetströme.

 

Text: Udo Beier

Quelle: YACHT, Nr. 14/13, S.50-55 – www.yacht.de